UFO Akten der Bundeswehr

Staatliche Dokumente für den Umgang mit Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte oder gar deren Bestätigung durch Behörden der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit eines der letzten großen UFO-Rätsel im deutschsprachigen Raum. Durch die Klage von Frank Reitemeyer auf Einsicht in Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags ist das Thema in den vergangenen Jahren auch medial präsent gewesen. Ufo-Information.de hatte Einsicht in einer der Ausarbeitungen. Wir berichteten dazu hier: Das ist Deutschlands Ufo Akte

Die bisher erfolgreiche Blockadehaltung deutscher Behörden zur Freigabe staatlicher Dokumente und deren Bestätigung durch die Justiz schürt den Verdacht, dass die Bundesrepublik zum Thema unidentifizierte Flugobjekte brisante Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten möchte. Für die o.g. Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags konnten wir diesen Verdacht entkräften, auch wenn hier von Seiten UFO-Gläubiger behauptet wurde man hätte uns falsche Inhalte gezeigt oder, noch konspirativer, wir von ufo-information.de seien Teil einer Desinformationskampagne.

Während in den vergangenen Jahren zahlreiche Staaten ihre vormals geheimen Dokumente digitalisiert ins Internet stellten und somit frei zugänglich machten, behaupten deutsche Bundesministerien bis heute keine Dokumente erstellt und unter Verschluss zu haben. Diese Aussage ist nicht zwingend glaubhaft. Vorallem vor dem Hintergrund dass Jahrzehntelang die Grenze des Kalten Kriegs zwischen Kapitalismus und Kommunismus mitten durch unser Land verlief und man in den Hochzeiten des Kalten Kriegs nahezu täglich mit einem Angriff des Gegners über den Luftweg rechnen musste.

Dass die Bundesrepublik in diesen Jahren sehr wohl Aufzeichnungen über unidentifizierte Flugobjekte anfertigte scheint daher realistisch. Fraglich ist, welche Art von Informationen solche Dokumente beinhalten könnten. Aus den Erfahrungen bereits veröffentlichter Dokumente anderer Staaten zeigt sich recht deutlich, dass, entgegen der Hoffnung UFO-Gläubiger, nicht mit neuen brisanten Informationen, die eine extraterrestrische Hypothese des UFO-Phänomens stützen, zu rechnen ist. Vielmehr bestätigten die Dokumente in ihrer Mehrheit, wenn die Fälle überhaupt untersucht wurden, bereits bekannte Stimuli und Erklärungen.

Aus diesem Grund unterstützen auch wir von ufo-information.de jede Bestrebung nach einer Offenlegung aller Dokumente der Bundesrepublik, die einen Bezug zum UFO-Phänomen aufweisen. Wir sind uns sicher, dass eine vollständige Transparenz der Bundesministerien bei der UFO-Frage zu einer weiteren Entmystifizierung des Phänomens beitragen würde.

Bis es soweit ist, liegt es an Forschungsgruppen und Einzelpersonen Licht in das Dunkel zu bringen. Bereits vor Jahrzehnten hatte das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene ein offizielles Meeting beim Bundesverteidigungsministerium in Bonn und konnte sich im Gespräch ein Bild von der Thematik machen, welches für UFO-Gläubige ebenso ernüchternd ausfiel. Robert Fleischer von der Exopolitik-Bewegung forschte in den vergangenen Jahren an allen möglichen behördlichen Stellen und wurde zum Teil auch fündig. Die Hoffnung, anhand staatlicher Dokumente ein exotisches (anomales) UFO-Phänomen beweisen zu können, konnte aber auch hier bisher nicht bestätigt werden.

Der Wissenschaftshistoriker Ralf Bülow begab sich nun ebenso auf die Suche nach deutschen UFO-Akten und wurde in Freiburg im Breisgau fündig. Seinen Bericht schrieb Herr Bülow exklusiv für ufo-information.de. Lesen Sie hier, welche Erkenntnisse er in Freiburg gewonnen hat:

Ich fand die deutschen UFO-Akten (9 Seiten, PDF, 1,27 MB)

Weitere Leseempfehlungen:

Exklusiv: Auf UFO-Jagd - Das Institut für technische UFO Forschung

Die Ufo Lichter von Greifswald - Gelöst!

Ufo über Bremen - Polizei spricht von Multicopter

 

Die Bremer Staatsanwaltschaft und die Polizei haben am 21.01. eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben. In dieser Pressemitteilung bestätigen beide Behörden die Recherchen von ufo-information.de, wonach über dem Bremer Stadtgebiet nicht ein einziges Objekt über Stunden hinweg am Himmel zu sehen war, sondern Augenzeugen unterschiedliche Flugzeuge im Warteschleifenflug und den Polizeihubschrauber sahen und fehlinterpretierten. Wir informierten die Bremer Polizei und die Deutsche Flugsicherung noch vergangenen Freitag über unsere bisherigen Rechercheergebnisse. Radio Bremen veröffentlichte zudem sowohl auf ihrer Webseite als auch im Radio ein Interview mit Dennis Kirstein von ufo-information.de

Am Morgen des 21.01. haben wir erneut schriftlichen Kontakt zur Bremer Polizei und zur Deutschen Flugsicherung gesucht und noch einmal auf unsere aktualisierte Recherche verwiesen. Am Nachmittag des 21.01. kam dann die Pressemitteilung, die unsere eigene Recherche in den entscheidenden Punkten bestätigt. Hier der genaue Wortlaut der Pressemitteilung:

"Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bremen und der Polizei Bremen

Am 06.01.2014 beobachtete die Flugsicherung des Flughafens Bremen gegen 18:30 Uhr ein nicht identifiziertes Flugobjekt im Luftraum über Bremen. Auch verschiedene Bürger und Polizeibeamte gaben Hinweise auf dieses Objekt. Aufgrund des Vorfalls wurden umfangreiche Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffes in den Luftverkehr eingeleitet. Nach der Auswertung von über 50 Hinweisen und diversen Zeugenbefragungen geben die Staatsanwaltschaft Bremen und die Ermittler der Kriminalpolizei jetzt eine Bewertung zum Fall ab:

Der weiterhin unbekannte Betreiber des nicht identifizierten Flugobjekts dürfte aus der Modelflug- bzw. Multicopterszene kommen. Darauf deuten Zeugenaussagen von Beobachtern und Experten hin.

Einige Bürger dürften den eingesetzten Polizeihubschrauber beobachtet und beschrieben haben.

Hinweisgeber aus dem Bremer Westen werden zu ihrem Beobachtungszeitraum eine Air France Maschine in ihren Warteschleifen über Bremen gesehen haben. Das hat die Auswertung von Geo-Daten ergeben.

Der Copter bzw. ein Gerät aus der Modelflugszene wird nach bisheriger Einschätzung der Ermittler von einem professionellen Hobby-Modelflieger vom Computer am Schreibtisch oder von der grünen Wiese gelenkt worden sein. Nach übereinstimmender Einschätzung von Experten sind Angaben zum Licht des Objekts bzw. der Flughöhe kaum verwertbar. Angaben zur Größe und Entfernung sind im Nachthimmel schwer bestimmbar.Gezielte Ermittlungen gegen verdächtige Personen aus der beschriebenen Szene führten zu keinen konkreten Ermittlungsergebnissen.

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei warnen ausdrücklich vor der illegalen Nutzung solcher Fluggeräte. Solche Flüge müssen angemeldet werden und bedürfen einer Genehmigung der Luftfahrtbehörde. Wie es der konkrete Fall aufzeigt, kam es zu einer Störung des Luftverkehrs über Bremen. Der Landeanflug einer Verkehrsmaschine musste abgebrochen bzw. ein weiterer Flug umgeleitet werden. Es bestand eine konkrete Gefahr für das Leib und Leben von Menschen. Bei Zuwiderhandlungen ist mit einem Strafverfahren und hohen Regressansprüchen zu rechnen."

Im Interview mit Radio Bremen betonte Polizeisprecher Dirk Siemering, dass die Suche nach dem RC-Piloten weiter fortgesetzt wird, da das Vergehen einen schweren Straftatbestand darstellt.

Nachfolgend lesen Sie unsere eigenen Recherchen zum Bremer UFO-Vorfall:

Es zeichnete sich aus unserer Sicht von Beginn an eine unglückliche Verquickung zahlreicher, einzelner Sichtungen und Stimuli zu nur einem großen UFO-Vorfall ab, den es so nie gegeben hat.

Bereits seit Mittwoch, dem 8. Januar, wiesen wir in allen Gesprächen darauf hin, dass wir es höchst wahrscheinlich mit mehreren Auslösern zu tun haben und es nicht nur ein einziges Objekt war, welches über Bremen gesichtet wurden. Unsere Recherchen und die Ermittlungen der Bremer Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen das nun.

Die erste Sichtung hatte ein Fluglotse des Bremer Flughafens am 6. Januar um 18.09 Uhr. Auf seinem Radarschirm blinkte bei zwei Umdrehungen ein unbekanntes Etwas ca. 5,5 Km südlich des Towers auf. Nach Aussage des Pressesprechers der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, darf man aber "nicht von einem 'radar contact' sprechen""Das Objekt wurde nach unseren Maßstäben als solches also nicht auf dem Radar geortet", so Raab. Beim sofortigen Blick aus dem Fenster durch den Lotsen entdeckt dieser am Ende der Start- und Landebahn ganz normale rote und grüne Positionsleuchten sowie auf jeder Seite ein Landelicht an dem unbekannten Flugobjekt (Aussage DFS-Sprecherin Anja Naumann). Anderen zufolge soll das Objekt wiederum keinerlei Positionslichter gehabt haben (Aussage DFS-Sprecherin Kristina Kelek). Wichtig zu wissen ist, dass das Aufflackern eines unbekannten Etwas auf dem Radarschirm rein gar nichts mit dem daraufhin in Augenschein genommenen unbekannten Flugobjekt zu tun hat. Während der Fluglotse ein kurzes Radarecho rund 5,5 Kilometer südlich des Flughafens empfing, erblickte er das unbekannte Flugobjekt am Ende der Start- und Landebahn des Flughafens, d.h. entweder im Osten oder Westen. Radarecho und UFO haben nichts miteinander zu tun. Dies wurde in den Medienberichten falsch dargestellt. Dort hieß es zu Beginn noch, dass Ufo sei über die gesamte Zeit von fast 3 Stunden auf Radar sichtbar gewesen. Diese Behauptung wurde nachträglich revidiert. Aufgrund des unbekannten Flugobjekts entschließt sich der Tower die für 18.25 Uhr geplante Landung von Flug LH2114 zu stoppen. Der Flug wurde später auf den Ausweichflughafen Hannover umgeleitet.

Am östlichen Ende der Start- und Landebahn befindet sich die Weser und drumherum einiges an Grünfläche und Gartenanlagen. Ortsansässige meinen zu wissen, dass hier auch RC-Flugmodelle gestartet werden. Die Grünflächen würden sich ideal dafür anbieten. Da sich das Gebiet allerdings in der Einflugschneise des Flughafens befindet, ist anzunehmen, dass hier ein striktes Flugverbot von Modellflugzeugen aller Art und selbst für Flugdrachen und Luftballone gilt. RC-Hobbypiloten müssten in diesem Bereich mit hohen Bußgeldern rechnen.

Die Bremer Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft gehen dennoch mittlerweile davon aus, dass ein Multicopter oder ein ähnliches RC-Flugmodell von einem Computer oder von der grünen Wiese aus gesteuert wurde und für die Sichtung durch den Fluglotsen um 18.09 Uhr verantwortlich sei. Das Objekt ist zu keinem Zeitpunkt auf dem Radarbildschirm aufgetaucht. Da im Bereich des Flughafens die Ausleuchtung durch das Radar bis nahe dem Boden erfolgt, muss davon ausgegangen werden, dass das Objekt zu klein war um überhaupt ein Radarecho wiedergeben zu können.

Anja Naumann, eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung, behauptete am Dienstag 7.1. gegenüber den Medien, dass der Wind zu stark war für eine einfache Spielzeugdrohne. Wir haben die Windgeschwindigkeiten von Bremen vom 6.1. zu den entscheidenden Uhrzeiten überprüft. Von einer ersten Quellen haben wir folgende Daten erhalten. 

17:50 Uhr = 14; 18:20 Uhr = 14; 18:50 Uhr = 14; 19:20 Uhr = 13

Die Windstärken sind in Knoten (1KT = 1.82 km/h) angegeben. Bei maximal 14 Knoten bedeutet das rund 25,5 Km/h.

Im Archiv von wetterspiegel.de kann man sich die Daten vom Flughafen Bremen vom 6.1. stündlich anzeigen lassen. Die Grafik rechts ist ein bearbeiteter Screenshot daraus. Die Spitzengeschwindigkeiten lagen hier bei:

17:00 Uhr = 21,6 Km/h; 18:00 Uhr = 28,8 Km/h; 19 Uhr = 25,2 Km/h

Zudem ist erkennbar, dass zwischen 18 und 19 Uhr der Himmel nur halb bedeckt war, somit auch eine Sicht auf astronomische Körper möglich war.


RC-Hobbypiloten halten Windgeschwindigkeiten von 25-30 Km/h für größere Flugmodelle für kein Problem, was aus Diskussionen in entsprechenden Foren hervorgeht. Für einfache Spielzeugmodelle von der Stange mag die Aussage von Frau Neumann zutreffen, für richtige RC-Hobbypiloten und ihre Flugmodelle jedoch nicht. 

Auch die Dauer dieser ersten Sichtung ist kein Widerspruch zu der Annahme Flugdrohnen können nur einige Minuten am Himmel fliegen bevor der Akku zuneige geht, denn der Lotse beobachtete das Objekt ebenfalls nur für ein paar Minuten. Erst mit einer Meldung zweier Polizeibeamter sah er um ca. 18.31 Uhr erneut ein unbekanntes Licht am Himmel. Die beiden Polizeibeamten sahen in der Nähe des Bremer Weserstadions ein helles Licht, welches sich ihrer Meinung nach in ca. 300 Metern Höhe Richtung Flughafen flog. Der Lotse im Tower sah aus dem Fenster und konnte das helle Licht in etwa über dem Bremer Klinikum-Mitte bestätigen. Daraufhin stoppte der Tower den für 18:55 Uhr geplanten Start der Maschine LH 359 nach Frankfurt/Main. Das Bremer Klinikum-Mitte liegt vom Tower aus gesehen in derselben Sichtrichtung in der sich aus das Weserstadion befindet, nur etwas weiter dahinter.

War das das Ufo über Bremen? Mitnichten! Ein Blick auf flightradar24.com beweist, dass genau zu jener Uhrzeit sich die Lufthansa-Maschine LH356 im Anflug auf den Bremer Flughafen befand. Die Maschine kreiste minutenlang über Bremen und erhielt erst dann eine Landegenehmigung als das "UFO" vom Lotsen nach der ersten Sichtung nicht mehr gesehen wurde. Das helle Licht, welches die zwei Polizeibeamten sahen und welches vom Flughafentower bestätigt wurde, war nichts weiter als die landende Lufthansa-Maschine LH356. Die Aufzeichnungen auf flightradar24.com beweisen, dass sowohl Ort, Zeit und auch Höhe des Objekts mit dem Lufthansa-Flug LH356 übereinstimmen. Hätte sich zur gleichen Uhrzeit am gleichen Ort und gleicher Höhe ein weiteres, unbekanntes Flugobjekt befunden, hätten sowohl die Polizeibeamten als auch der Tower zwei Objekte am Himmel gesehen. Von beiden Positionen aber wurde nur ein sehr helles Licht ausgemacht, eben der Landescheinwerfer der LH356. Die beiden Polizeibeamten lagen auch in ihrer Annahme richtig, dass sich das Objekt in Richtung Flughafen bewegen würde. Auch die Piloten der LH356 haben zu keinem Zeitpunkt ein UFO neben sich fliegen sehen. Sie selbst waren für diesen Moment das UFO für Polizei und Tower. Untermauert wird das auch dadurch, dass kurze Zeit später die LH356 auf dem Bremer Flughafen landete, ein weiteres Objekt aber nicht auftauchte, eben weil es kein weiteres Objekt gab. 

Auf der Karte rechts sehen Sie an der roten Positionsmarkierung 1 den Tower des Flughafens Bremen. Position 2 ist das Weserstadion über dem die beiden Polizeibeamten das "UFO" verortet haben. Daraufhin bestätigte der Fluglotse das helle Licht in gleicher Sichtrichtung, aber seiner Einschätzung nach etwas weiter dahinter auf Position 3 in der Nähe des Bremer Klinikums-Mitte.

Daten von OpenStreetMap

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Auf der Karte rechts sehen Sie eine Momentaufnahme mithilfe des Online-Programms flightradar24.com Zu sehen ist hier das gleiche Gebiet am 6. Januar um exakt 18.31 Uhr. Neben den drei bekannten Position 1 Tower, 2 Weserstadion und 3 Klinikum Bremen-Mitte sehen Sie hier nun auch den Lufthansa-Flug LH356 (rote Markierung 4) genau an der Position, in der Höhe und zu der Uhrzeit, wo sowohl die Polizeibeamten als auch der Fluglotse ein helles Licht gesehen haben wollen. Eben den Landescheinwerfer von Flug LH356.

 

Hier haben wir die Flugdaten von Flug LH356 zum Zeitpunkt 18.31 Uhr nahe über dem Bremer Weserstadion. Die Höhe wird hier mit 875 Fuß angegeben, was im metrischen System 266,7 m entspricht und somit der Schätzung der Polizeibeamten von ca. 300 m nahe kommt.

Den beiden Polizeibeamten und dem Fluglotsen muss man vorwerfen, dass sie die Lufthansa-Maschine nicht sofort identifizieren konnten. Im Eifer des Gefechts ist das jedoch durchaus verzeihlich. Über den Polizeifunk kommt die Meldung eines unbekannten Flugobjekts über Bremen, die Beamten blicken in den Himmel, sehen das helle Licht und geben per Funk zurück, dass sie ein helles, unbekanntes Licht über dem Weserstadion erblicken. Der Fluglotse wird informiert, schaut aus dem Fenster Richtung Weserstadion und bestätigt das helle Licht auf Höhe des Bremer Klinikums Mitte, das in der erweiterten Blickrichtung des Weserstadion liegt. Nicht mehr, nicht weniger.

Alle Augenzeugenberichte danach können mit den in Warteschleife fliegenden Flugzeugen und dem aus Niedersachsen georderten Polizeihubschrauber, der ab ca. 19.30 Uhr vor Ort war, über Bremen erklärt werden.

Im Bild rechts ist rot eingekreist der Stadtteil aus dem Herr H. das Objekt sah. Links daneben gelb eingekreist die das Flugzeug LH5MM.

Auf der Abbildung darunter ist die gesamte Flugroute von Flug LH5MM eingezeichnet. Man sieht deutlich, dass die Maschine einige Schleifen im selben Luftkorridor drehte. Herr H. sagte auch aus, dass er "das Objekt" mehrmals am Himmel sah. 

Für uns ist das ein belastbares Indiz, dass es sich bei der Sichtung von Herr H. tatsächlich um den Flug LH5MM gehandelt hat. Sowohl Erscheinungsbild (verglichen mit der Langzeitbelichtung des Augenzeugen) als auch Ort, Uhrzeit und Geräuschkulisse passen identisch zueinander.

Über die Nordwest-Zeitung meldete sich am 8.1. der Polizeihubschrauberpilot, Alexander Pfirrmann, zu Wort, der 75 Minuten vergeblich auf Ufo-Jagd über Bremen ging: „Wir sind sehr gut ausgerüstet mit Nachtsichtbrillen und Wärmebildgerät, aber über der Innenstadt war sehr viel Licht und wir hatten keinerlei Höhen-Informationen“, so Pfirrmann. Dank flightradar24.com kann man sich die einzelnen Flüge in Warteschleife konkret anzeigen lassen. Der Polizeihubschrauber fehlt in dieser Darstellung. Anhand der Augenzeugenberichte lässt sich aber vermuten, dass viele der Sichtungen eben auf diesen Polizeihubschrauber zurückzuführen sind.



Erwähnenswert ist noch eine weitere Sichtung einer Polizeistreife. Laut dem Pressesprecher der Polizei hat eine weitere Polizeistreife "Sichtkontakt zu einem unbekannten Flugobjekt im Bereich des Werdersees auf der Neustadtseite". Uhrzeit gegen 19.20 Uhr.

Auch hier ein Blick auf flightradar24.com und wir sehen um 19.18 Uhr ebenfalls die Lufthansa-Maschine LH5MM (gelb eingekreist) am Himmel westlich des Werdersees auf der Neustadtseite (rot eingekreist). Somit sollte auch diese Sichtung geklärt sein.

Es wurde festgestellt, dass der kurze Radarkontakt nicht mit dem Gebiet übereinstimmt, in dem der Lotse das Ufo ausmachen konnte. Es wurde ebenso festgestellt, dass die nachfolgenden Sichtungen belegbar mit den in Warteschleife fliegenden Flugzeugen identifiziert werden können. Weitere Augenzeugenberichte von "sah aus wie ein Hubschrauber" legen die Vermutung nahe, dass hier der mittlerweile über Bremen fliegende Polizeihubschrauber gemeint war. Dies bestätigten mittlerweile auch die Bremer Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung vom 21.01.

Darüber hinaus hat sich unser sofortiger Verdacht bewahrheitet,  dass das über 200.000 Mal angeklickte Video "Ufo über Bremen" auf YouTube nichts mit dem Vorfall zu tun hatte. Das Video war ursprünglich bereits 2012 auf YouTube als UFO-Video eines ganz anderen Sichtungsfalles eingestellt worden. Hier hat sich jemand einen Scherz erlaubt auf den vor allem ausländische Medien hereinfielen und das Video in ihren Onlineberichten verlinkten oder Standbilder daraus zeigten. Auch Twitter ist voll von der Ufo-Meldung über Bremen inkl. einer Aufnahme aus diesem Fake-Video.

Dennis Kirstein von ufo-information.de stand am 17.01. "Radio Bremen" in einem Telefoninterview Rede und Antwort zu den bisher von uns zusammen getragenen Recherchen. Daraus sind neben einem Radiobericht auch ein Artikel und ein schriftlicher Mitschnitt des Interviews entstanden.

Zum Artikel: http://www.radiobremen.de/wissen/themen/ufo-bremen106.html

Zum Interview: http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/dennis-kirstein-ufo100.html

Im 30-minütigen Interview mit Radio Bremen brachte Dennis Kirstein zur Frage nach dem Stimulus der ersten UFO-Sichtung des Fluglotsen um 18.09 Uhr auch die Möglichkeit des Planeten Jupiter ins Spiel. Nach der Pressemitteilung der Bremer Polizei und Staatsanwaltschaft muss davon ausgegangen werden, dass es begründete Hinweise dafür gab diesen Stimulus nicht weiter zu verfolgen. Daher wollen auch wir, obwohl ein berechtigter Anfangsverdacht bestand, diese Spekulation nicht weiter verfolgen.

Fazit:

Der Vorfall von Bremen ist gelöst. Es ist wahr, wenn manch einer dagegen halten wird, dass nicht jedes Detail des Falles geklärt sei. Es ist aber ebenso wahr, dass die entscheidenden Punkte geklärt sind, die den Vorfall im Ganzen aufklären.

In der ersten dpa-Pressemitteilung vom 7.1.2014 lasen wir noch davon, dass ein unbekanntes Flugobjekt über drei Stunden hinweg den Flughafen Bremen, die örtliche Polizei und sogar einen Polizeihubschrauber in Atem hielt. Das Objekt sei dabei mehrfach auf Radar sichtbar gewesen und wurde von zahlreichen besorgten Anwohnern auch über der Innenstadt gesehen.

Heute können wir mit Gewissheit davon ausgehen, dass es dieses eine Flugobjekt so nicht gab, sondern sich auf verschiedene Stimuli am Himmel verteilte. Die Ermittlungsergebnisse der Behörden, wie sie am 21.01.14 in einer Pressemitteilung bekannt wurden, decken sich in den entscheidenden Punkten mit unseren Recherchen, gerade was die Sichtungen ab 18.31 Uhr betrifft. Für uns war lediglich die alles auslösende Sichtung des Towerlotsen um 18.09 Uhr ungeklärt, obwohl auch wir irgendeine Art von funkgesteuertem Flugmodell favorisierten. Der durch Zeugenaussagen vermutete Stimulus RC-Flugmodell macht Sinn. Dennoch ist es schade, dass wir keinen Zugang zu diesen Augenzeugenberichten haben und wir uns hier auf die Ermittlungen der Polizei verlassen müssen. Hier wird jeder konspirativen Theorie Tür und Tor geöffnet. Im Fall Bremen halten wir das für unbegründet. Vermutlich wird es den Behörden nicht gelingen den RC-Piloten ausfindig zu machen, doch das vom Lotsen gesichtete Objekt und dessen bekannte Flugeigenschaften geben keinen Grund zum Anlass in diesem Fall an ein anomales Phänomen zu glauben. Letztendlich zeigt auch dieser Fall, dass man in der UFO-Phänomen-Forschung mit Wahrscheinlichkeiten und einer Indizien-Beweisführung arbeiten muss. Wir werden wohl niemals das exakte Flugmodell ausfindig machen und können dennoch anhand der Aussagen zum Erscheinungsbild und Flugcharakteristik festhalten, dass man diesen Vorfall um 18.09 Uhr als so genanntes NEAR IFO einstufen kann.

Das gesamte Ereignis hat wieder einmal gezeigt, wie leicht man sich irren kann und verschiedene, eigentlich unabhängige Sichtungen zu einem gemeinsamen Vorfall hochstilisiert werden. Manch einer versuchte sogar eine Verbindung zu einem Ufo-Vorfall einen Tag später in Vorpommern herzustellen. Diese Sichtung konnte übrigens mit Re-Entrys von Weltraumschrott erklärt werden. Der Bremer Vorfall ist ein gutes Beispiel dafür wie sorgfältig man Sichtungen an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Uhrzeiten behandeln muss. Leider lebt der Mythos von zahlreichen solcher Fehlinterpretationen, die sich Jahre später nicht mehr nachrecherchieren lassen. Und nachdem der Bremer Vorfall weltweit für Schlagzeilen sorgte, kann man davon ausgehen, dass er in vielen Ecken der Welt auch zukünftig als ungeklärter Fall den Ufo-Mythos bedienen wird.

Zuletzt möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass sich einige UFO-Gläubige in den zurückliegenden Tagen unter der Gürtellinie benommen haben. Dies trifft leider auch auf Mitglieder bekannter UFO-Vereine zu. Wir erhielten in den vergangenen Tagen zahlreiche Drohmails von anonymisierten Mailkonten, die zu keinem Zeitpunkt sachbezogen waren. Zudem debattierten uns bekannte Mitglieder von Ufo-Vereinen in sozialen Netzwerken in unanständiger Weise über Verantwortliche von ufo-information.de. Die Vereine haben sich einstmals "Grundsätze redlicher wissenschaftlicher Praxis in der Erforschung des UFO-Phänomens" verschrieben, die wir sehr begrüßen. Von diesen Grundsätzen ist in der Praxis nichts zu sehen. Sie scheinen das Papier nicht wert zu sein auf denen sie verfasst wurden. Ufo-Information.de wird sich auch zukünftig nicht in diese Szene eingliedern, sondern sie weiterhin von außen verfolgen. Dennoch laden wir alle zu einer Diskussion zum Bremer Vorfall ein, wenn diese auf sachlicher Basis erfolgt.

Leseempfehlung: Das "Institut für technische UFO-Forschung" von Gerhard Gröschel behauptet mittels Magnet- und Gravitationsfeldmessung UFOs im Sinne von außerirdischen Raumschiffen beweisen zu können. Wir haben dem Institut einmal genauer auf den Zahn gefühlt: Exklusiv: Auf UFO-Jagd - Das Institut für technische UFO Forschung

Erdbebenlichter: Forscher stellen neue Theorie vor

Immer wieder berichteten Menschen von Lichtphänomenen im direkten Zusammenhang mit Erdbeben. Manch UFO-Forscher schloss daraus ein Interesse außerirdischer Wesen an der Erdgeologie. Andere wiederum behaupten seit Jahren, dass diese Ufos bzw. Lichtphänomene die Erdbeben sogar auslösen würden. Eine gezielte Beeinflussung der Erdgeologie durch außerirdische Intelligenzen?

Kanadische Forscher haben in der Fachzeitschrift "Seismological Research Letters" nun ihre Untersuchung des Phänomens der Erdbebenlichter veröffentlicht. Das Team vom Ministerium für natürliche Ressourcen der kanadischen Provinz Québec werteten 65 Fälle von Erdbebenlichtern seit dem Jahr 1600 aus. Dazu zählen auch vier Ereignisse in Deutschland: Drei davon stammen aus dem mittleren 18. Jahrhundert in Karlsruhe, Aachen und Düren, der vierte Fall ereignete sich am späten Abend des 16. November 1911 bei Ebingen auf der Schwäbischen Alb.

Von den Erdbebenlichtern nahe Ebingen zeugen insgesamt 110 Berichte, teilweise sogar mehr als hundert Kilometer von Epizentrum des Bebens der Stärke 5,8 entfernt. Zwei Augenzeugen sahen unmittelbar vor dem Beben einen Blitz aus dem Boden steigen, der in der Luft zu einer Lichtkugel wurde und nach wenigen Sekunden Richtung Ebingen verschwand.

Auch Filmaufnahmen aus Peru bestätigen das rätselhafte Phänomen: Bei einem Erdbeben der Stärke 8,0 in Pisco nahm eine Überwachungskamera mehrere Lichtblitze auf. Analysen zeigten den Forschern zufolge später, dass die Leuchterscheinungen mit den seismischen Erschütterungen zusammenfielen. Die Lichter tauchten fast immer vor oder während der Erdstöße auf, nur sehr selten danach. Ungewöhnlich war vor allem, in welchen Bereichen der Kontinentalplatten es besonders häufig leuchtete: den Innenzonen - obwohl dort nur fünf Prozent aller Erdbeben auftreten. Für eine wichtige Voraussetzung des Phänomens halten die Forscher tiefe, steilstehende Verwerfungen. Diese gingen mit 97 Prozent der ausgewerteten Lichter einher. Die Vermutung der Wissenschaftler: Unter großer mechanischer Spannung baut sich elektrische Ladung auf und steigt entlang dieser steilen Brüche an die Oberfläche, wo sie Luftmoleküle auflädt. An Subduktionszonen, wo Kontinentalplatten untereinander abtauchen, passiere dies dagegen nicht, offenbar weil die Verwerfungen nicht steil genug seien.

Im Gwup-Blog ist dazu eine lesenswerte, kritische Analyse über einen der Forscher und das Phänomen an sich zusammengestellt worden: http://blog.gwup.net/2014/01/09/erdbebenlichter-case-closed-oder-neue-pseudo-theorie/

Exklusiv: Auf UFO-Jagd - Das Institut für technische UFO Forschung

Schnellzugriff auf den 33-seitigen Exklusivbericht: Auf UFO-Jagd - Das Institut für technische UFO-Forschung (PDF, 8,17 MB)

Wir fühlten dem "Institut für technische UFO-Forschung" von Gerhard Gröschel auf den Zahn. Das Institut behauptet, seit Jahren außerirdische Raumschiffe mittels Magnet- und Gravitationsfeldmessung sowie Videoüberwachung beweisen zu können. Wir überprüften die unglaublichen Behauptungen und sprachen mit Experten der Elektrotechnik und der Ingenieurswissenschaften.

Das "Institut für technische UFO-Forschung" und sein Leiter Gerhard Gröschel behaupten unidentifizierte Flugobjekte über dem Atomkraftwerk Neckarwestheim mit Magnet- und Gravitationsfeldmessung und Videokameratechnik aufgespürt zu haben. In einem bestimmten Fall vom 4. Januar 2011 haben sowohl Magnetfeldsensoren also auch die Gravitationsmessung signifikante Messdaten geliefert, während das Videokamerasystem eine Leuchterscheinung aufzeichnen konnte. Als "weltweit nichts Vergleichbares" und echten UFO-Beweis titulierte der Leiter des Instituts den Vorfall. Wir recherchierten diesen und andere Vorfälle und kamen zu einem ernüchternden Ergebnis. "Die Behauptungen des Instituts für technische UFO-Forschung sind so unglaublich, dass sie entweder unser Wissen über die Physik und unser Dasein im Universum komplett auf den Kopf stellen oder dass sie schlichtweg falsch sind. Im Zusammenhang mit dem Atomkraftwerk in Neckarwestheim ergibt sich zudem ein gravierender Sicherheitsaspekt, der nicht zu unterschätzen ist, wenn die Behauptungen denn zutreffen würden. Nach wochenlangen Recherchen und genauester Überprüfung der verwendeten Messtechnik kann ich aber Entwarnung geben. Die Erfassung der Messdaten findet unter äußerst fragwürdigen Umständen statt und die visuell aufgezeichneten Leuchterscheinungen sind qualitativ so schlecht, dass man in die verpixelten Standbilder alles Mögliche hinein interpretieren kann", sagt Dennis Kirstein, Mit-Initiator von ufo-information.de und Autor des 33-seitigen Abschlussberichts über das Institut für technische UFO-Forschung.

Nicht nur in Deutschland hat Gerhard Gröschel Überwachungssysteme aufgebaut, sondern auch an Orten in Österreich, Polen und Norwegen, an denen ein vermehrtes Aufkommen unidentifizierter Flugobjekte vermutet wird. Das Grundprinzip des eingesetzten UFO-Überwachungssystems ist überall identisch und extrem fehlerbehaftet. Dennis Kirstein sprach mit Dr. Philippe Leick und Bernd Cunow, die sich im Sommer 2013 das Überwachungssystem im Institut erklären ließen. Ihr Urteil ist eindeutig: Weder bei der Messung noch bei der Aufzeichnung vermeintlicher UFOs ist eine Systematik oder Plausibilität erkennbar.

Hier können Sie den 33-seitigen Bericht lesen: Auf UFO-Jagd - Das Institut für technische UFO-Forschung (PDF, 33 Seiten, 8,17 MB)

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Nachtrag vom 23.12.13: Uns erreichte eine Email von Herrn Wolfgang Stelzig (WZ), die hier von Dennis Kirstein (DK) kommentiert veröffentlicht werden darf.

WZ: Hallo zusammen,

zuerst mal: ich habe mich keinesfalls, wie von Dennis Kirstein angedeutet, von der UFO-Forschung zurückgezogen, sondern bin hier aktiver denn je. Allerdings habe ich wenig Lust in der Öffentlichkeit aufzutreten oder irgendwelche sinnlosen Diskussionen zu führen, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Hier mache ich mal eine Ausnahme da es sozusagen ein Grundlagenthema betrifft, in dem ich ja auch sehr aktiv bin.

DK: Tatsächlich schrieb ich im Artikel "Während sich Wolfgang Stelzig im Laufe der Jahre mehr in den Hintergrund verabschiedete...". Damit meinte ich eben genau jenen Hintergrund, den Herr Stelzig in seiner Email auch beschrieb. Ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass Herr Stelzig sich von der UFO-Forschung zurückgezogen hat. Ich denke, hier liegt ein Missverständnis vor.

WZ: Eigentlich müsste das Thema 'instrumentelle UFO-Forschung' ja von jedem Skeptiker, zumindest von jedem Skeptiker der auch an der Wahrheit interessiert ist, absolut positiv aufgenommen werden. Denn nur durch eine eigene Sammlung von Daten möglichst nahe an der Quelle ist es überhaupt möglich, den subjektiven Einfluss der bei allen Zeugenaussagen ins Spiel kommt, zu minimieren.

Die 'klassische' UFO-Forschung hat jahrzehntelang hauptsächlich nur Zeugenberichte gesammelt und ausgewertet. Jeder der schon die Gelegenheit hatte Zeugenberichte mit dem realen Ereignis zu vergleichen weiß, dass solche Berichte die realen Ereignisse oft bis zur Unkenntlichkeit verzerren und somit oftmals völlig unbrauchbar sind. Es gab zwar schon in den 70er Jahren auch Ansätze zur instrumentellen UFO-Forschung, aber die beschränkten sich hauptsächlich auf die Messung von Kompass-Abweichungen. Das einzige mir bekannte Projekt (Project Starlight) wurde leider auch bald wieder eingestellt, warum auch immer... und dann kam lange nichts mehr... Das ist es wohl auch, was Gerhard Gröschel mit 'jahrzehntelang auf der Stelle treten' gemeint hat.

DK: In meiner Antwortmail an Herr Stelzig habe ich ihm mitgeteilt, das ich ihm und Herrn Gröschel an diesem Punkt zustimme. Und das habe ich auch bereits in meinem Artikel in dem ich schrieb: "Nur in einem Fall kann ich Herr Gröschel zustimmen: Die UFO-Phänomen-Forschung stützt sich zu einem überwiegenden Teil auf die subjektive Wahrnehmung der Sichtungszeugen [...] Der Grundgedanke, mit einer technischen Überwachung des Himmels dem Phänomen auf eine andere Art zusätzlich auf die Spur zu kommen, ist daher richtig." Nichtsdestotrotz haben die Grundlagen und die Methodik beim Institut entscheidende Schwächen. Die Aneinanderreihung dieser Schwächen führt zu verfremdeten Ergebnissen mit weitreichenden Folgen zu dem Thema. Ebenso bildet die rein subjektive Annahme UFOs würden Magnet- und Gravitationsfelder beeinflussen die Grundlage der Messanordnung.

Inzwischen ist die Technik viel weiter, und schreit geradezu danach, für diese Zwecke eingesetzt zu werden. Aber der Teufel steckt auch hier im Detail. In den beiden Artikeln (gemeint ist der Artikel von ui.de und aus dem Skeptiker-Magazin; Anmerkung DK) wird u.a. bemängelt dass die Auflösung der Bilder viel zu gering wäre. Das sehe ich genauso, allerdings ist diese Auflösung momentan das beste was man bekommen kann, unter den Randbedingungen 'hohe Lichtempfindlichkeit' und 'begrenztes Budget'. Es hat zwar jede Handykamera inzwischen viel mehr Auflösung, aber jeder weiß auch dass man damit nur bei entsprechender Helligkeit gute Aufnahmen machen kann. Und Bildsensoren wie sie z.B. in der Canon EOS 5D MkIII verbaut sind, sind eben noch nicht zu Preisen verfügbar dass man sich als Privatperson mehrere davon leisten kann, und auch nicht in einer brauchbaren Form (DSLRs sind aufgrund der Mechanik kaum für Dauereinsätze geeignet).

Selbstverständlich werden wir unsere Ausrüstung entsprechend upgraden, sobald entsprechende Hardware in geeigneter Form und zu annehmbaren Preise verfügbar ist.

DK: Die Ausführungen von Herr Stelzig sind an dieser Stelle ganz entscheidend, denn er stimmt grundsätzlich meiner im Artikel verfassten Kritik an der verwendeten Kameratechnik zu. Ich finde das sehr ehrlich und lobenswert. Aber, und auch das habe ich Herrn Stelzig in meiner Antwort an ihn deutlich gemacht: Wenn ich um die Schwächen meines Systems weiß, dann darf ich einfach keine Publikationen herausgeben (eBooks, Webseite, YouTube) in denen ich behaupte echte UFO-Beweise, wie es sie noch nie gab, gesammelt zu haben. Denn genau an dieser Art von Aussagen baut sich letztendlich der größte Teil meiner Kritik auf. Wenn ich mir eingestehen muss, dass mein Messsystem aufgrund finanzieller Grenzen nicht die gewünschte Leistung erbringen kann, dann muss ich mir gleichzeitig eingestehen mit diesem System auch keine UFO-Beweise erbringen zu können. Darüber hinaus bleibt das Grundproblem der subjektiven Annahme, UFOs würden Magnet- und/oder Gravitationsfelder beeinflussen, weiterhin bestehen. Hinzu kommt noch die ebenfalls auf subjektiven Annahmen basierende Festlegung von angeblichen UFO-Hotspots wie Knittelfeld und Wylatowo.

Ähnliches gilt natürlich auch für die übrige Sensortechnik. Natürlich ist jeder Sensor fehlerbehaftet und reagiert auch immer mehr oder weniger auf Störeinflüsse, aber auch hier muss man realistisch bleiben, und solange wir keinen millionenschweren Sponsor haben können wir uns eben keine kalibrierten High-End-Sensoren leisten wie sie z.B. von Unis verwendet werden. Und auch wenn wir unsere Sensoren selbst kalibrieren würden, dann könnte man das auch wieder anzweifeln weil ja kein 'offizieller Stempel' drauf ist.

DK: Auch hier räumt Herr Stelzig Schwächen des Überwachungssystems ein. Das ist lobenswert und zeigt mir, dass zum Teil Einsicht da ist. Aber auch hier gilt meine Kritik, weshalb man dann nach Außen hin von UFO-Beweisen spricht während man selbst genau um die Schwächen des Systems weiß. Der Transparenz wegen gehören eben genau auch diese Schwächen in allen Publikationen erwähnt. Besser noch: Wie auch von den Herren Leick und Cunow gewünscht gehört zu einer vollständigen Transparenz die Veröffentlichung aller Messdaten zu jedem Zeitpunkt, gerade auch die Fehlalarme. Was bisher veröffentlicht wurde ist lediglich das vom Institut gefilterte Material, welches angeblich für UFO-Beweise herangezogen werden kann.

Wie auch immer, die einzige Möglichkeit an verlässliche Daten zu kommen die unter einigermaßen kontrollierten Bedingungen entstanden sind, ist der Einsatz von automatischen Beobachtungsstationen. Solche Stationen sind in der Realität immer ein Kompromiss zwischen dem Stand der Technik und den zur Verfügung stehenden Mitteln. Es ist auch nicht damit getan eine einzige 'High-End-Station' zu bauen denn die Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Ort etwas zu sehen ist auch recht gering. Ich bringe da gerne den folgenden Vergleich:
In Deutschland passieren jeden Tag hunderte oder sogar tausende von Verkehrsunfällen. Nun stelle ich mich an irgend eine Straße um einen Unfall zu sehen. Es kann sein ich stehe monatelang dort und sehe keinen einzigen. Als Skeptiker würde ich daraus nun schließen dass es gar keine Verkehrsunfälle gibt, oder dass die Berichte über Verkehrsunfälle total übertrieben sind...

Übertragen auf die UFO-Forschung bedeutet das: man muss vor allem in die Breite gehen, d.h. möglichst viele Beobachtungsstationen an möglichst vielen unterschiedlichen Orten aufstellen. Und das steht natürlich im Widerspruch zur Forderung, nur die bestmögliche Technik zu verwenden, denn man hat ja nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Hier kann man nur auf die Zukunft hoffen, denn das was heute 'high-end' ist, ist in ein paar Jahren allgemeiner Standard und dann auch preisgünstig verfügbar.

DK: Der Vergleich mit den Verkehrsunfällen hinkt etwas, dennoch wird verstanden was Herr Stelzig damit zum Ausdruck bringen möchte. Dem Rest des Abschnitt konnte ich soweit zustimmen und verweise dennoch wieder auf meine Kritik, dass man dann eben nicht von echten UFO-Beweisen sprechen darf, wenn die Technik gar nicht dafür ausgelegt ist diese unzweideutig zu erbringen.

Wie auch immer, es wäre auch wünschenswert wenn sich auch andere UFO-Forschungsgruppen oder (noch besser) auch mal die Mainstream-Wissenschaft mit diesem Thema befassen würden.
Bei den anderen UFO-Forschungsgruppen krankt es wohl daran dass es nur wenige Leute gibt die die nötige Kombination aus technischen Kenntnissen, Interesse am Thema und Zeit/Geld aufbringen können, und die Mainstream-Wissenschaft hat bei diesem Thema wohl noch einen weiten Weg vor sich...

Sie können diese email gerne auf ufo-information.de veröffentlichen.

Viele Grüsse,
Wolfgang Stelzig

DK: Ich habe Herrn Stelzig in meiner Antwortmail für seine ehrlichen Worte gedankt. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich die Hoffnung habe, dass mein kritischer Artikel durchaus auch konstruktiv betrachtet wird und zu dementsprechenden Verbesserungen des Systems führen wird. Natürlich kosten diese sehr viel Geld und es ist viel Arbeit notwendig. Aber den Anspruch UFOs zu beweisen stellt das Institut an sich, also muss es sich auch an diesem Anspruch messen lassen. Alles darunter ist und bleibt anzweifelbar und das kann nicht im Interesse des Instituts sein.

Die hier veröffentlichte Email von Herr Stelzig hat gezeigt, dass unser Artikel und die darin geäußerte Kritik an den Sensoren, der Messmethode und der Videotechnik richtig ist. Es ist erfreulich, dass zumindest manche Personen, die dem Institut nahe stehen, durchaus für eine differenzierte Betrachtung des Artikels offen sind. Leider ist dies die Seltenheit. In den vergangenen Tagen musste ich erneut feststellen, wie wenig selbstkritisch die UFO-Szene mit sich umgeht. Anstatt sich mit der geäußerten Kritik zu beschäftigen wird versucht das Hauptaugenmerk auf meine Person, welche in ein schlechtes Licht gerückt werden soll, zu legen. Die Beschäftigung mit dem Artikel findet nur selten am eigentlichen Inhalt statt. Den Höhepunkt an fehlender Selbstkritik stellt dabei die Äußerung eines Vorsitzenden einer deutschen UFO-Forschungsgruppe dar, der auf meinen Artikel angesprochen mit den Worten "Den Blödsinn kannst Du getrost ignorieren" antwortete. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen....

Muss man Wissen - Das Buch über Axel Stoll

gelesen und besprochen von Dennis Kirstein

Kennen Sie Dr. Axel Stoll? Nein? Da haben Sie wenig verpasst. Denn eigentlich ist jede Minute der Beschäftigung mit dem Herrn vergeudete Zeit. Und eigentlich müsste ich Ihnen empfehlen, bevor Sie noch tiefer in das Thema eintauchen, nicht weiterzulesen und sich stattdessen mit weitaus wichtigeren Themen zu beschäftigen, Hallenhalma beispielsweise. Eigentlich... Denn tatsächlich hat es der Antisemit Axel Stoll geschafft zu einem Phänomen im Internet zu werden. Deutlich wird das anhand von Zahlen: Seine Videos auf YouTube werden regelmäßig von Tausenden von Usern angeklickt, in der Spitze sogar bis zu einer halben Millionen Menschen. Fast 7.000 Fans hat eine "Fanseite" über die Spinnereien des Antisemiten auf Facebook. Zudem gibt es Webseiten, die sich allein mit ihm und seinen wirren Verschwörungstheorien beschäftigen. Seine Aussagen wurden sogar schon zu einem Instrumental-Song zusammen geschnitten. All den Klicks und den Fanseiten muss man zumindest zu Gute halten, dass sie sich nicht ernsthaft mit dem Blödsinn auseinandersetzen, den der Berliner Stoll regelmäßig von sich gibt. Vielmehr macht man sich über ihn und seine skurrilen Verschwörungstheorien rund um eine jüdisch-amerikanische Weltverschwörung, Hohle Erde, Reichsflugscheiben, Mondlandelüge etc. lustig. Auch wenn er es todernst verstanden haben möchte, was er da an Spinnereien regelmäßig von sich gibt. Es folgt eine kleine Auswahl bekannter Zitate: 

"Magie ist Physik durch wollen!"

"Darwin, Jude... klar. Da wurde die Biologie versaut – Einstein, Jude... die Physik wurde versaut, so kann ich das ganze Gebäude durchgehen."

"Wissenschaftlich, technologisch war das Deutsche Reich den Alliierten um mindestens 100 Jahre voraus, (...) moralisch um 1.000 Jahre voraus."

"Die weiße Rasse stammt vom Aldebaran, vergesst das nicht!"

"Eine Million Reichsdeutsche leben dort unten, in der inneren Hohlwelt."

"Besser ist immer der persönliche Kontakt, statt da den Elektrojuden zu nutzen." (Anmerkung: Mit "Elektrojuden" meint Herr Stoll ein Fernsehgerät)

Das war nur eine kleine Auswahl an Blödsinnigkeiten, die Axel Stoll regelmäßig bei den Treffen des rechten Stammtischs "Neuschwabenlandtreff" in Berlin von sich gibt. Die Vorträge von Axel Stoll werden auf YouTube hochgeladen, wodurch es auch zu seiner Internetberühmtheit kam.

An dieser Stelle muss man sich sicherlich auch Gedanken darüber machen, ob man einer Person wie Axel Stoll mit solch einem Beitrag überhaupt eine weitere Projektionsfläche bieten soll. Letztendlich ist wegschauen, ignorieren und über die Spinnereien lachen aber auch keine Lösung. Das dachten sich wohl auch der Psychologe und Journalist Sebastian Bartoschek sowie die Hoaxilla-Podcaster Alexa und Alexander Waschkau, die mit Axel Stoll ein mehrstündiges Interview führten und dieses nun kommentiert zu Papier brachten. "Muss man wissen!" heißt das 226 Seiten umfassende Werk aus dem jmb-Verlag. Der Titel geht zurück auf den häufig verwendeten und zum Kultstatus erhobenen Satz "Muss man wissen" von Axel Stoll selbst.

Im Vorwort von Holger Klein, ARD-Hörfunkmoderator und Podcaster, wird dann auch gleich klar gestellt weshalb es wichtig ist auch solch verschrobenen Theorien wie denen des Axel Stoll Contra zu bieten: "Von Menschen wie Axel Stoll geht prinzipiell eine Gefahr aus. Sie geben simple Antworten auf komplexe Fragen, verweigern sich der Diskussion während sie Diskussionsbereitschaft behaupten und immunisieren sich und ihre Theorien gegen jegliche Kritik. Wer heute bereit ist, den einen Unsinn zu glauben, ist bald auch bereit, jeden anderen zu glauben, denn es fehlt ihm ein Maßstab, um Sinn von Unsinn zu unterscheiden ". Klein nutzt das Vorwort auch für eine kompakte Beschreibung der Person Stoll und seiner Thesen. Das langt, um auch Lesern, denen Axel Stoll bisher kein Begriff war, kurz und bündig zu briefen. So können die Autoren im Anschluss daran auch gleich zur Sache kommen. Sie beschreiben auf den ersten Seiten ihre Idee zum Interview mit Axel Stoll und wie dieses letztendlich in Berlin zu Stande kam. Die folgenden 120 Seiten gehören dann ausschließlich dem Transkript des aufgezeichneten rund 3-stündigen Interviews, geführt von Sebastian Bartoschek und Alexander Waschkau. Die beiden haben sich im Vorfeld Gedanken über entscheidende Fragen gemacht und eine Roadmap erstellt, die es nun abzuarbeiten galt. Der Leser bekommt neben dem Transkript zahlreiche Fußnoten, die nicht selten den Großteil einer Buchseite ausmachen. Zwar geht damit ein wenig der Lesefluss verloren, ich halte dieses Vorgehen jedoch genau für richtig. Als Alternative hätten sich Fußnoten am Ende des Buches angeboten, dann aber blieben die zum größten Teil unglaublichen Behauptungen Stolls zunächst einmal für den Leser unkommentiert. Gerade aber bei Themen rund um Nationalsozialistische Verbrechen bzw. deren Verharmlosung erscheint mir das gewählte Vorgehen angebracht. Nicht selten sind gerade die Kommentare sehr viel interessanter als mancher Unfug aus dem Munde Stolls.

Das Interview bietet einen guten Querschnitt durch Stolls Welt und lässt mit Themen wie Hohle Welt, Reichsflugscheiben, alternative Medizin, "neue Physik", Neuschwabenland, asiatische Lehren, den zweite Weltkrieg etc. nichts aus. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Schärfe oder eine tiefer bohrende Nachfrage der Autoren gewünscht, alles in Allem aber erhält der Leser einen detaillierten Blick in die Gedankenwelt des Berliner Antisemiten. Einige wenige Stellen des Interviews mussten geschwärzt werden. Es sind genau solche Stellen, in denen Stoll nach seiner Meinung über den Holocaust und das KZ Auschwitz befragt wurde. Die Antworten Stolls könnten an diesen Stellen strafrechtlich relevant sein. Auch das sagt einiges über die Person Stoll aus, der nicht verlegen darin ist Geschichtsrevisionismus zu betreiben.

Beide Autoren bleiben jedoch zu jedem Zeitpunkt professionell sachlich, was mitunter zu einem Schmunzeln führen kann. Gerade bei Kommentaren wie "Das Tesla im Alter von über 70 Jahren eine Reise zum Pluto durchgeführt hat ist nicht belegt" oder "Das Interview wurde in Berlin, der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland geführt" als Fußnote auf Stolls Aussage "hier in Österreich". Andere Fußnoten machen dafür umso mehr deutlich, dass man Stoll und sein Umfeld nicht allein nur mit mitleidigem Lächeln begegnen sollte. So wird über den Neuschwabentreff-Mitinitiator Peter Schmidt erwähnt, dass dieser die These vertritt, wonach das Wort "Nazi" ursprünglich von Nazareth abstamme und Jesus der erste Nazi gewesen sei. Somit sei ein Nazi eine geheiligte Person. Aussagen, die automatisches Kopfschütteln verursachen.

Die Autoren kommen zu dem Fazit, dass "Dr. Axel Stoll ein Lügenschloss mit scheinbar unendlich vielen Zimmern um seine Person herum konstruiert hat. Fast alle Geschichten und Fakten, die er als absolute Wahrheiten darstellt und mit seinem Motto >>>Muss man wissen!<<< verbal unterstreicht, sind nichts weiter als Ammenmärchen, Moderne Sagen, Verschwörungstheorien oder schlicht haltlose Ideen."

Im Anschluss an das Interview versuchen sich die Autoren an einer Diagnose einer psychischen Störung bei Stoll. Verschiedene Krankheitsmerkmale werden abgeglichen und anschließend ein Urteil gefällt. Ob und wenn ja welches Urteil der Psychologe Bartoschek mit den Waschkaus für Axel Stoll diagnostizierten soll an dieser Stellen nicht verraten werden. Nach 158 Seiten endet das Buch eigentlich. Es folgen knapp 70 Seiten Personen- und Sachregister, die alle im Buch erwähnten Personen bzw. Institutionen etc. noch einmal auflisten. Ob es dieses Register gebraucht hätte ist fragwürdig. Es wirkt ein wenig so, also hätte man das sonst allzu dünne Büchlein ein wenig aufblähen müssen, vor allem weil die Register aus den Informationen bestehen, die uns aus den Fußnoten bereits bekannt sind. Andererseits dient das Register auch als eine Art Nachschlagewerk, wenn man auch in Zukunft mit abstrusen rechtsesoterischen Theorien konfrontiert wird. Wieder einmal fällt mir persönlich der Kopp Verlag aus Rottenburg negativ ins Auge, der auch in diesem Buch an einigen Stellen mit rechtesoterischen Theorien in Verbindung gebracht wird.

"Muss man wissen!" ist ein Gewinn für die deutschsprachige, grenzwissenschaftliche Literatur. Es gibt nur sehr wenige Bücher über grenzwissenschaftliche Themen im Jahr, die uneingeschränkt das Prädikat "Must have" verdienen. Dieses Buch gehört dazu! Mit Sicherheit zählt dazu auch der sehr ernste Kern der Botschaft, den Axel Stoll unwillentlich mit soviel Slapstick herüber bringt. Letztendlich ist Antisemitismus und Holocaust-Leugnung aber alles andere als Slapstick und Menschen, die dafür offen eintreten, sollten ebenso offen vorgeführt werden. Den Autoren des Buches ist genau das gelungen. Axel Stoll führt sich, sein in gewissen Maßen mitleiderregendes Leben und seine abstrusen Theorien selbst vor. Und dennoch liegt Stolls Gefährlichkeit eben genau darin, dass er nicht ernst genommen wird.

Das Buch kommt zum erfreulich niedrigen Preis von nur 8,95 €. Für Literatur, die einem wahrlich "die Augen öffnet" (in Anlehnung an einen Slogan des zwielichtigen Kopp Verlags), ist der Preis absolut gerechtfertigt und jeden Euro wert. Die erste Auflage war binnen der ersten Woche nach Erscheinen des Buches bereits restlos vergriffen. Und das obwohl man die zunächst geplante erste Auflage schon im Vorfeld um das Fünffache erhöhte. Sie sehen: "Muss man wissen" muss man lesen!

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden, was wir Ihnen wärmstens empfehlen. Hier der Link zum Buch: http://www.shop-016.de/jmbverlag-p177h43s44-Muss-man-wissen-%96-Ei.html

Nachfolgend wollen wir Ihnen einige weiterführende Informationen über Axel Stoll und den Neuschwabenlandtreff geben. Beginnend mit einem Bericht der Sendung "Panorama" der ARD:

Hier ein Artikel über einen Besuch beim Neuschwabenlandtreff: http://www.vice.com/de/read/stuff-zu-besuch-bei-den-ufo-esoterik-nazis

Und ein weiterer Artikel über einen Besuch beim Neuschwabenlandtreff: http://www.taz.de/!20362/

Eine ausführliche Widerlegung der Aussagen von Axel Stoll aus den Videos "Best Of" und "Best of 2": http://unfassbarlangweilig.wordpress.com/category/esoterik/axel-stoll/

Und zuletzt ein "Best of" von Aussagen Axel Stolls:

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