SETA - Suche nach Alien-Artefakten

SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen

Als das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts/Suche nach extraterrestrischen Artefakten) 1983 erstmals Erwähnung fand, waren alle bisherigen vier offiziellen (erfolglosen) Suchläufe nach außerirdischen Artefakten bereits wieder Vergangenheit. Seither ist es ruhig geworden um SETA. Doch nach Jahren der Stagnation und Resignation mehren sich wieder die Stimmen, die verstärkt für eine Suche nach extraterrestrischen Artefakten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystem plädieren.
In der sechsteiligen Arikelserie "SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen" auf Telepolis behandelt der Autor Harald Zaun alle Aspekte der Suche nach extraterestrischen Artefakten innerhalb und außerhalb des Sonnensystems sowie ebenso das Thema Superzivilisationen und deren mögliche Spuren, wie Dyson-Sphären und die Xenoarchäologie.

Asteroidengürtel (NASA)

Teil 1: Die geistigen Väter von SETA
Sofern technologisch hochstehende fremde extraterrestrische Kulturen zur Kontaktaufnahme materiell-stoffliche Artefakte in ausgewählten Sternsystemen deponieren und diese nicht absichtlich tarnen, sollten solche nach Ansicht der SETA-Befürworter in unserem System auch zu finden sein. Wie in Arthur C. Clarkes Kurzgeschichte "The Sentinel" und "2001 - Odyssee im Weltraum" beschrieben, könnte die interplanetare Botschaft sogar im grauweißen Sand des Mondes vergraben sein …

Teil 2: Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem und die Suche nach ihnen
Dass eine verstärkte Suche nach extraterresrischen Artefakten durchaus Sinn macht, lehrt der Blick in die kurze SETA-Historie. Schließlich waren die bisherigen "Observationen" nicht mehr als vorsichtige erste Gehversuche auf neuem Terrain. Mithilfe der heute zur Verfügung stehenden Technik und den neuen Beobachtungsmethoden jedoch könnten die SETA-Wissenschaftler in Zukunft bei der Fahndung nach Relikten von Aliens einen gewaltigen Sprung nach vorne machen.

Teil 3: Aktive Artefakte in extrasolaren Gefilden
Einige SETA-Anhänger sind im besten Star-Trek'schen Sinn in Raumbereiche vorgedrungen, die noch nie zuvor ein Auge derart genau studiert hat. Von Optimismus und Science-Fiction-Fantasien beseelt, nahmen bis dato mehrere unverbesserliche Idealisten nicht nur ausgewählte Regionen in unserem Sonnensystem mit hochmodernen Sternwarten Photon für Photon unter die Lupe, sondern auch den sonnennahen interstellaren Raum. Die von ihnen anvisierten Zielobjekte muten höchst futuristisch an: aktive außerirdische Artefakte und Alien-Sonden. Einige verwegene Forscher waren sich sogar nicht zu schade, nach lichtschnellen Raumschiffen zu suchen, um diese beim "Flug" in flagranti zu erwischen.

Teil 4: Dyson-Sphären und Superzivilisationen im Fadenkreuz
Als das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts) 1983 erstmals auftauchte, ahnte seinerzeit noch keiner, dass eines Tages hierzu auch so genannte Dyson-Sphären zählen würden. Doch neben der Suche nach dem klassischen Monolithen, der Fahndung nach passiven und aktiven Artefakten innerhalb und außerhalb des Sonnensystem, haben seriöse Forscherteams ihre Fühler noch tiefer ins All gestreckt und schon mehrfach nach Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala gesucht. Diese wären nach dem Kalkül der SETA-Forscher durchaus in der Lage, ihren Mutterstern mit einem künstlichen Ring oder einer Schale zu ummanteln, um die heimische stellare Energie zu (fast) 100 Prozent zu nutzen. Da ein Artefakt dieser Machart starke Infrarotstrahlung emittiert, könnten andere Zivilisationen solche Zeugnisse der hohen Astroingenieurskunst indirekt nachweisen. Sogar der Homo sapiens kann dies mit der gegenwärtig ihm zur Verfügung stehenden bescheidenen Technik.

Teil 5: Weltraumkolonien, Kunstplaneten und Astro-Magier im Fokus
Dyson-Sphären sind fiktive hochtechnologische Gebilde, die Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala konstruiert haben könnten, um die Energie ihres Heimatsterns vollends zu speichern und zu nutzen. Doch nicht nur um ferne Sonnen rotierende künstliche Ringe, Schalen, Blasen, sondern auch überschüssige Infrarotstrahlung, emittiert von fernen Weltraumkolonien oder riesigen Raumstationen, sind nach Ansicht von Wissenschaftlern mit dem gegenwärtigen Instrumentarium ebenso auffindbar wie artifizielle Kleinplaneten oder andere gigantische Mega-Konstruktionen im All. Hierbei könnte die von den Planetenjägern angewandte Transit-Technik helfen. Und wer die Tatkraft außerirdischer Astroingenieure vom Typ III der Kardaschow-Skala dokumentieren will, könnte deren stellare oder galaktische Kunstwerke mit dem zurzeit operierenden Teleskopen und bekannten Suchmethoden indirekt, bisweilen sogar direkt beobachten.

Teil 6: Die Stunde der Xenoarchäologen
Bereits 1938 erzählte der englische Schriftsteller John Wyndham in seiner Science-Fiction-Novelle "The Last Lunarians" in Form eines fiktionalen Reports von einer archäologischen Mission zum Mond. In seiner legendären Kurzgeschichte "The Sentinel" machte Arthur C. Clarke den Sprung auf die nächste Ebene und legte den literarischen Grundstein für eine in der SETI-Forschung bislang unbekannte Teildisziplin, die sich inoffiziell Mars SETA oder Lunar SETA nennt. Ihre Anhänger glauben, dass technologisch hochstehende extraterrestrische Kulturen zur Kontaktaufnahme materiell-stoffliche Artefakte auf dem Mars und im grauweißen Mondsand platziert oder vergraben haben könnten. Um dies zu beweisen, haben Wissenschaftler Fotos vom Mars und Mond, aufgenommen von Forschungssonden, dokumentiert und ausgewertet - und dabei sogar verdächtige Strukturen ausgemacht, die Artefakte sein könnten. Mit Teleskopen observieren sie derweil das größte Objekt ihrer Begierde kontinuierlich: den Mond. Doch mit Blick auf den Erdtrabanten müssen sie den größten Datenberg noch abtragen. Dabei könnten sie Überraschendes zutage fördern …

Daneben erschien vom selben Autor ein weiterer Artikel zum verwandten Thema SETI (Search for extra terrestrial Intelligence/Suche nach extraterrestrischer Intelligenz) anlässlich der vom SETI-Institut ins Leben gerufenen SETICon II, die 2012 in Santa Clara (Kalifornien) stattfand, ebenso auf Telepolis.
Lockruf der außerirdischen Superzivilisationen

Photo: NASA

 

Feuerbälle über Süddeutschland

Seit Montag abend sorgen Besucher aus dem All, in Form von Meteoriten, die als Feuerball über den süddeutschen Himmel ziehen, für einige Aufregung bei den Bürgern. Während in der Presse derzeit noch recht wenig darüber zu lesen ist, laufen vermehrt Meldungen bei den UFO-Meldestellen auf. Soweit bekannt, dürfte es sich bislang um zwei Meteoriten handeln, die als Feuerbälle mehrere Menschen erschreckt haben.

Die ersten Meldungen aufgeschreckter Menschen kamen ab dem späten Montag abend aus mehreren Orten im Süden, bspw. aus Offenburg, Ravensburg, Ulm, Günzburg und sogar aus dem Lechtal in Östereich, die gegen 21:30 Uhr einen Feuerball am Himmel beobachteten. Ein zweiter Feuerball sorgte am späten Dienstag Abend gegen 23.30 Uhr vor allem in der Stuttgarter Region für erhebliches Aufsehen, da er als heller Lichtblitz in Erscheinung trat, der kurzzeitig den Himmel erhellte. In den sozialen Medien kam es daraufhin zu regen Diskussionen über die mögliche Ursache.

Meteoritenaufname der Sternarte WelzheimBei der Sternwarte Welzheim wurde der Feuerball auch registriert und sogar von einer Überwachungskamera der Sternwarte aufgezeichnet. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung äußerte Martin Gertz von der Sternwarte Welzheim denn auch die Lösung in Form eines vermutlich "... etwa kartoffelgroßen, eisenhaltigen Meteoriten (...), der gegen 23.29 Uhr in die Erdatmosphäre eingedrungen ist." Das nebenstehende Bild der Kamera der Sternwarte zeigt rechts unten den Meteoriten als kegelförmige Lichterscheinung.

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Sternschnuppen, die nur etwa Staubkorngröße erreichen, sind Meteoriten deutlich größer, so dass auch Bruchstücke davon auf dem Boden aufschlagen können.

Das Ganze erinnert an den ebenfalls sehr auffälligen Feuerball, der Mitte November 2017 über Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland für Aufregung sorgte und gleichzeitig die Menschen fasziniete.

Foto: Sternwarte Welzheim

Siehe auch:
Feuerball über Süddeutschland, auf ui.de (2017)
Himmelsphänomen über der Region Stuttgart (Stuttgarter Zeitung)

Haunebu Nazi-UFO bei Revell

Eher Hanebüch als Haunebu

Letzte Woche gab es einige Aufregung in den Medien, nachdem ein Modelbausatz des Herstellers Revell für einiges Aufsehen sorgte (s. Abb.). Konkret war dies ein Bausatz einer  "Flying Saucer Haunebu II" im Maßstab 1:72, der lt. Revell ein detailgetreuer Nachbau eines Nazi-UFOs sein sollte, besser bekannt unter der Bezeichnung "Reichsflugscheibe". Ein insbesondere in rechtsextremen (UFO-)Kreisen gerne kolportierter Mythos und Bestandteil diverser Verschwörungstheorien. Stein des Anstoßes war dabei der erweckte Eindruck, es handele sich um ein historisch tatsächlich existentes Kriegsgerät der Nazis. Untermauert wurde das mit dem auf dem Karton abgedruckten Begleittext: "1934 begannen die Arbeiten an den Rundflugzeugen. Ihr Antrieb und die Neutralisierung der Fliehkräfte im Innenraum erfolgten über Vril-Energiefelder. Flugfähige Exemplare der bis zu 6.000 km/h schnellen Haunebu II starteten Mitte 1943, kamen aber kriegsbedingt nicht über die Erprobungsphase hinaus." Es handele sich um das "erste weltraumfähige Objekt der Welt". Dank beigefügter Abziehbilder liese sich das Modell "originalgetreu" dekorieren.

Nur leider ist weder an dem Objekt noch der abgedruckten Beschreibung irgendetwas "originalgetreu". Entsprechend äußerte sich der Historiker Jens Wehner vom Militärhistotischen Museum in Dresden, der gegenüber NDR Info bestätigte, dass es diese angebliche "Wunderwaffe" nie gab und die dazu aufgestellten Behautpungen objektiv falsch seien. Die beschreibenen technischen Eigenschaften seien schlicht Unsinn und liesen sich aus wissenschaftlicher Sicht nicht bestätigen. Ebenso belegen historische Forschungen zu dieser Zeit, dass nie an einem solchen Objekt gearbeitet wurde. Somit wird hier wird der Eindruck einer historischen Wahrheit geweckt, die es nie gab.

Problematisch ist zudem, dass durch diesen Bausatz und dessen Beschreibung den entsprechenden Verschwörungstheorien und Neonazi-Ufologen, bspw. um den mittlerweile verstorbenen Dr. Axel Stoll, die gerne behaupten, die Nazis hätten sich mit solchen Haunebus zum Ende des zweiten Weltkriegs nach "Neuschwabenland" abgesetzt, eine fiktive Ufobasis in der Antarktis, Vorschub geleistet wird. Indem ein renommierter Modellbau-Hersteller solche Nazi-Untertassen anbietet, können unbedarfte Käufer leicht der Meinung verfallen, dass ja dann doch an solchen diversen Theorien was dran sein muss. Nicht ohne Grund kritisierte focus.de daher auch die "Verfälschung der Geschichte und indirekte Verbreitung von esoterischen und rechtsextremen Verschwörungstheorien im Kinderzimmer". Parallel kritisierte auch der Kinderschutzbund das für Kinder ab 12 Jahren empfohlene Modell, da Politik und Weltanschauung nichts in einem Kinderzimmer zu suchen hätten.

Einhellig war somit auch die Forderung, den Artikel umgehend aus dem Programm zu nehmen. Revell reagierte umgehend, gab der Kritik recht und entschuldigte sich für die Verwirrungen, die der Verpackungstext ausgelöst hatte und distanzierte sich ausdrücklich von den in den Kritiken geäußerten Vorwürfen. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren sei im Zusammenhang mit dem Schwierigkeitsgrad des Zusammenbaus zu sehen. In der Folge hat der Hersteller das Modell von der Webseite genommen und auch auf Amazon, wo der Bausatz ebenso erhältlich war, war er kurzzeitig nicht mehr verfügbar und noch laufende Bestellungen wurden offenbar storniert. Während Revell zuerst noch den Bausatz mit verändertem Text erneut anbieten wollte, soll der Verkauf lt. FAZ.NET komplett eingestellt und das Modell nicht weiter hergestellt werden. Natürlich will niemand Revell hier irgendeine Absicht unterstellen, es dürfte schlicht Gedankenlosigkeit gewesen sein, aber man hat hier schlicht nicht ausreichend recherchiert bzw. die möglichen Reaktionen bedacht. Hätte man das Ganze anders betitelt bzw. beschrieben, dann hätte man das vielleicht noch ins SciFi-Regal reinstellen und Revell das Fettnäpfchen so umfliegen können.
Nach Informationen von ufo-information.de laufen allerdings noch Amazon-Bestellungen aus dem ursprünglichen Angebot, denen zufolge eine Auslieferung noch angekündigt ist, allerdings mit einem geändertem Textaufdruck auf dem Karton. Inzwischen findet sich auf Amazon die betreffende Produktseite wieder, mit Angeboten von Privatverkäufern im dreistelligen Bereich. Auch auf ebay finden sich bereits Angebote des ursprünglichen Bausatzes, die ebenso mit deutlich höheren Geboten als der UVP über den Tisch gehen dürften. Das ist die andere Seite der Medaille, durch den Rückruf hat man so einen florierenden Spekulationsmarkt eröffnet. Abgesehen davon werden vergleichbare Bausätze im Ausland schon länger angeboten.

Aus Sicht der UFO-Szene lässt sich festhalten, dass die in den Medien teilweise dazu verbreiteten Hintergrundinformationen zum Thema Hanuebu und Reichsflugscheiben zutreffend waren und insgesamt auch das Wesentliche und Wichtigste dazu gesagt wurde, was bei dem Thema Ufos sonst leider nicht immer der Fall ist. Immerhin wurden die schon kurz nach Kriegsende aufkommenden Legenden zu solchen Nazi-Ufos auch frühzeitig in den Medien behandelt wie bspw. im Spiegel schon 1950. Dem kundigen Ufointeressierten fällt bei dem Haunebu-Objekt auch gleich die Ähnlichkeit zu den, schon lange als Fake entlarvten, so genannten "Scout Ships" der amerikanischen Kontaktlerszene um George Adamski der 1940er und 1950er Jahre auf (s. Abb.), von denen sich die geistigen Erfinder der Haunebus in den 1980er offenbar haben inspirieren lassen, zusammen mit dem aus einem britischen Roman stammenden Vril, das dort als eine fiktive Energie beschrieben wurde, worauf André Kramer von der GEP hinwies. Auch für die davor schon behaupteten "Reichsflugkreisel" als eher konventionelle Flugscheiben um deren angeblichen Erfindern Schriever und Habermohl gibt es keinerlei Belege und die Entstehung und Konstruktion des gesamten Mythos ist mittlerweile auch gut dokumentiert und nachvollziehbar. Oder wie es ein Rezensent auf Amazon auf den Punkt brachte: "Eher Hanebüch als Haunebu".

Update 11.07.2018
Nach unserem Kenntnisstand hat Amazon die zuletzt noch aufgelaufenen regulären Bestellungen zu dem Modell bearbeitet und die Modellbausätze mittlerweile weitgehend ausgeliefert. Die letzten Bestellungen wurden offensichtlich nicht storniert, sondern noch bedient, was allerdings auch Lagerbestände bei Amazon gewesen sein konnten. Darauf deutet hin, dass der kritisierte Text auf der Verpackung nicht geändert wurde und noch dem Original entspricht. Revell äußerte auf eine Anfrage hin, dass die Auslieferung des Artikels derzeit gestoppt ist. Nach einer Überarbeitung soll er jedoch wieder im Handel und online zu normalen Preisen erhältlich sein.

Siehe hierzu auch unsere Themenseite zum Thema Reichsflugscheiben

Quellen:
https://www.ndr.de/nachrichten/Fiktives-Nazi-Ufo-fuers-Kinderzimmer,revell100.html
https://www.focus.de/finanzen/news/verfaelschung-der-geschichte-modellbauhersteller-revell-in-der-kritik-fiktives-nazi-ufo-fuers-kinderzimmer_id_9112873.html
https://www.vice.com/de/article/bj3an3/modellbauhersteller-verkauft-nazi-ufos-und-behauptet-es-habe-sie-wirklich-gegeben
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/eklat-um-bausatz-revell-nimmt-nazi-ufo-aus-dem-verkauf-15646646.html
https://meedia.de/2018/06/19/modellbaufirma-revell-nimmt-nazi-ufo-haunebu-2-nach-massiver-kritik-aus-dem-programm/
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44447768.html

Fotos: 1.: amazon.de, 2.: en.wikipedia.org

Das UFO-Archiv der AFU

Das in Schweden ansässige 'Archive for the Unexplained' (AFU) wurde 1973 als 'Archives for UFO Research' gegründet und 2013 umbenannt. Der Hauptsitz befindet sich in Norrköping. Seit 1980 ist die AFU als gemeinnützige Stiftung nach schwedischem Recht organisiert. Kernziel ist der Aufbau und Betrieb eines weltweiten Materialarchiv zum UFO-Thema, das allen Forschern zugänglich gemacht werden soll. Insbesondere seit den 2000er Jahren gewinnt die AFU eine zunehmende Bedeutung als internationales Archiv für Material zur Forschung rund um das UFO-Phänomen und verwandten Themen. Das AFU-Archiv beinhaltet umfangreiche Materialsammlungen, nicht nur aus Skandinavien, sondern auch aus Europa und Amerika.

Das Archiv umfasst neben Büchern und Zeitschriften auch ein Zeitungsarchiv mit Artikeln, Unterlagen zu UFO-Berichten sowie ein Audio- und Video-Medienarchiv. Das Material stammt zum einen aus weltweiten Spenden, zum anderen auch aus eigenen Ankäufen. So hat die AFU bspw. das Komplettset der Mikrofilme der Blue Book Files angekauft. Unter den Spenden befindet sich u.a. auch das vom früheren österreichischen MUFON-CES Mitglied Luis Schönherr in den 1980ern aufgebaute CODAP-Archiv von UFO-Sichtungen. Darüber hinaus sammelt die AFU auch Kuriositäten rund um das UFO-Thema, wie Illustrationen, Modelle, Kunst und anderes, um so ggf. eine Art Museum aufzubauen.

Das weltweit größte Materialarchiv der AFU füllt aktuell etwa 1,5 Regal-Kilometer mit u.a. mehr als 50.000 Magazinen, etwa eine halbe Million an Zeitungsartikeln und mehr als 50.000 originalen UFO-Berichten aus dem europäischen Raum, und wird beständig ausgeweitet. Die eigene Bücherei verweist auf mehr als 20.000 Titeln. Die AFU wird bei der eigenen Arbeit von mehreren freiwilligen Kräften unterstützt. Die Archivierung findet professionell statt und verteilt sich auf mehrere Standorte.

Aktuell findet eine Digitalisierung des Archivs statt, um so die angestrebte Unterstützung der weltweiten Forscher weiter zu erleichtern. Ein aktuelles Projekt ist hierbei das Projekt Phoenix des britischen Forschers Isaac Koi, das die Erstellung eines digitalen weltweiten Zeitschriftenarchiv ist, das allgemein zugänglich gemacht wird. In dessen Rahmen hat Koi auch Kontakt zur deutschen UFO-Szene aufgenommen. Neben Hansjürgen Köhler (CENAP), der schon in der Vergangenheit über seine skandinavischen Verbindungen Kontakt zur AFU hatte und eine Archivbereitstellung vorbereitet und Danny Ammon (GEP), der insbesondere die Bereitstellung der GEP und anderer Vereine koordiniert, unterstützen auch wir von ufo-information.de mit dem über uns bereitgestellten Material und den von uns recherchierten, internationalen Materialquellen. Das betrifft bspw. auch unser im Aufbau befindliche Online CENAP-Report Archiv, das wir der AFU zur Verfügung gestellt haben und die AFU uns im Gegenzug in naher Zukunft beim Scannen noch fehlender Ausgaben unterstützt.

Im Zuge dessen haben wir unsere eigene Zeitschriftenseite komplett überarbeitet und analog der AFU ebenso eine länderbezogene Einteilung erstellt, die für jedes Land primär auf die Zeitschriftenseite bei der AFU verweist. Ggf. haben wir dann dazu weitere von uns recherchierte Zeitschriften verlinkt, die bislang nicht oder unvollständig bei der AFU gelistet sind. Insofern erhalten Sie hier bei uns, neben dem bereits sehr umfangreichen AFU-Zeitschriftenarchiv, noch weitere Bezugsmöglichkeiten frei zugänglicher Zeitschriften.
Erfreulich ist vor allem, dass für die AFU weitere deutsche Zeitschriften zur Verfügung gestellt werden, die bislang nicht frei zugänglich waren. Für Deutschland listen wir die erhältlichen Zeitschriften, egal ob über die AFU oder anderen externen Quellen, weiter einzeln auf.

In dem Zusammenhang der Hinweis: Sofern sie selber Material, gerade in Form von Zeitschriften oder auch anderem, besitzen oder von ungenutzten Archiven und Materialsammlungen wissen und das ggf. auch über uns oder der AFU zur Verfügung stellen möchten, setzen Sie sich mit uns in Vernindung, wir unterstützen Sie gerne dabei. Gerade die AFU bietet die Möglichkeit einer langfristigen gesicherten Archiverung, unabhängig von Einzelpersonen. Wir haben schon des öfteren in der Vergangenheit erlebt, dass wertvolle Materialsammlungen von Einzelpersonen in den Müll wanderten, nachdem diese Personen kein Interesse mehr am Thema hatten oder auch verstorben sind.

Webseite der AFU
Downloadverzeichnis der AFU
Unsere Zeitschriftenseite mit den AFU-Links und weiteren internationalen Zeitschriften
Unsere Projektseite zum CENAP-Report

Fotos: afu.se

 

 

 
 
 
 
 
 
 

70 Jahre UFOs - und was nun?

2017 konnte das neuzeitliche UFO-Phänomen, ausgehend von der berühmten Kenneth Arnold-Sichtung 1947 als Initialereignis, 70jähriges Jubiläum feiern. Grund genug sich zu fragen: 70 Jahre UFOs - und was nun?

Diese Frage stellten sich auch zwei führende UFO-Forscher, der Spanier Vicente-Juan Ballester Olmos und der Amerikaner Dr. Thomas E. Bullard. Ihre jeweiligen Statements (in Englisch) wurden im Juni 2017 auf Ballester Olmos Blog veröffentlicht (http://fotocat.blogspot.com.es/2017_06_09_archive.html) und sind beide lesenswert.
Ulrich Magin hat für uns eine kleine Zusammenfassung angefertigt.

Ballester Olmos schließt nach 50 Jahren aktiver Forschung, dass 70 Jahre UFO-Forschung nichts gebracht haben – weil es kein UFO-an-sich zu erforschen gibt. „Ich befürchte, dass 70 Jahre Luftzwischenfälle, nahe Begegnungen, Radarkontakte, Fotos und Videos und weitere scheinbar erstaunliche Erfahrungen zusammengenommen nicht beweisen, dass sich [außerirdische] Besuche ereignet haben. Die Indizien reichen als Beweis einfach nicht aus. Um aber realistisch zu bleiben: Die Menschen werden den Mythos der Fliegenden Untertassen nicht aufgeben. [...] In der einen oder anderen Form wird es diese Mythologie auf ewig geben. Schließlich sind die bodenständigen Aufklärungen im Vergleich dazu langweilig und öde und nur für eine Handvoll Akademiker von Interesse. [...] nach 70 Jahren [...] ist alles, was wir haben, Berichte über ambivalente Phänomene, die unterschiedlich aussehen und sich jeweils anders verhalten. Die meisten Fälle, die interessant scheinen, haben sich vor Jahren ereignet, und keine der Tausende von sogenannten Landeereignissen hat je irgendeinen Beleg von Aussagekraft hinterlassen. Je weiter sie zurückliegen, desto mehr lesen sich die einst überzeugend wirkenden Fälle wie Anekdoten und Geschichten. Als Indizien für einen Besuch durch Außerirdische sind sie immer weniger glaubhaft. Ich möchte meine fünf Jahrzehnte eigener Forschung [...] mit einem Zitat von [...] Hilary Evans aus dem Jahr 1988 beenden: ‚Wenn wir etwas aus diesem wunderbaren Mythos lernen wollen, den wir selbst geschaffen haben, dürfen wir nie eine Tatsache aus dem Blick verlieren – dass es bloß ein Mythos ist.`“

Thomas E. Bullard zeigt sich vorsichtig optimistischer, was UFOs und die Zukunft der UFO-Forschung angeht: „Ein Vergleich zweiter Samples mit Fällen mit UFO-Besatzungen zeigte bei den glaubwürdigeren Berichten deutlichere Präferenzen für Beschreibungsoptionen auf, als es bei den allgemeinen Meldungen der Fall ist. Diese Übereinstimmungen könnten auf kulturellen Faktoren beruhen, auf den Einstellungen des Untersuchers, oder eben auf echte Beobachtungen im Gegensatz zu reiner Einbildung. Zumindest halte ich diese Möglichkeit für untersuchungswert. Ein höchst lebendiger Mark Twain meinte einmal: ‚Die Gerüchte über meinen Tod sind stark übertrieben.‘ Dasselbe, über UFOs gesagt, ist vielleicht nahe an der Wahrheit, jedenfalls muss der 70. Jahrestag nicht das Ende der Geschichte sein. Vielleicht greife ich – wie ein wahrer Gläubiger – nach dem sprichwörtlichen Strohhalm, aber ich erkenne nach wie vor ein echtes Geheimnis inmitten von all dem Schutt und den Irrwegen, mindestens jedoch einen Weg für bislang noch nicht erforschte oder nur unzureichend erforschte Fragestellungen. Solange das noch so ist, sehe ich eine Zukunft für die Ufologie.“

Zwar wurde 2017 der 70jährige Jahrestag der Kenneth Arnold-Sichtung in der UFO-Szene allgemein gewürdigt, jedoch vermissen kritische Untersucher eine notwendige Diskussion des Forschungsstands verbunden mit einer ggf. notwendigen Neuausrichtung der Forschungsbemühungen anhand konkreter Forschungsfragen und Hypothesen.

Wir von ufo-information.de können den obigen kritischen Reflektionen nur zustimmen, wenngleich auch wir noch eine ganze Reihe an interessanten und nicht beantworteten Fragestellungen sehen, wie das Bullard äußert. Denn auch wenn man nicht von einer intelligenten, außerirdischen Implikation im derzeitigen UFO-Phänomen ausgeht, bedeutet das nicht, dass alles geklärt ist bzw. alle Fragen bereits beantwortet sind. Das schließt auch nicht aus, dass (weiterhin) durchaus interessante Sichtungen stattfinden, die sich dem Anschein nach einer herkömmlichen Erklärung entziehen, zumindest dem aktuellen Erkenntnisstand nach. Ebensowenig schließt das ggf. eine rein atmosphärische Anomalie, zumindest für einige wenige Sichtungen, aus. Auch in den Fallarchiven skeptischer Untersucher finden sich Fälle, die sich aktuell einer stimulibasierten Erklärung zu entziehen scheinen. Die Frage hierbei ist jedoch, in welchem Kontext man derartige Sichtungen beurteilt.
Oder wie es der skeptische Forscher Robert Schaeffer ausdrückte: "Die Existenz außerordentlicher Berichte legt nicht zwangsläufig die Existenz außergewöhnlicher Objekte nahe. Es ist durchaus möglich außerordentliche Berichte und Zeichnungen von gewöhnlichen Objekten zu bekommen".
Eine Grundlage hierfür stellt bspw. die in der englisch- und französischsprachigen UFO-Szene geprägte Composite and Reductionist Theory (CRT) des UFO-Phänomens dar.

 
 
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