Marfa-Lichter auf Pro7

Am vergangenen Montag (17.09.) wurde in der Sendung Galileo auf Pro7 u.a. auch auf die so genannten Marfa-Lichter eingegangen. Hierbei handelt es sich um einen Hotspot vermeintlich mysteriöser Lichter, der neben den Brown Mountain-Lichtern und den Hessdalen-Lichtern zu den drei international bekanntesten Hotspots derartiger Lichtphänomene zählt, auf die auch der UAP-Begriff referenziert. Der Galileo-Beitrag dazu kann derzeit noch online in der Mediathek abgerufen werden.
Insgesamt kann man festhalten, dass der kurze Beitrag die wesentlichen Aspekte des Phänomens in komprimierter Art und immerhin ohne allzugroße Effekthascherei oder Mystifizierung darstellt, trotz des wohl unvermeidlichen Schlusssatzes "Es bleibt ein mysteriöses Phänomen", des auch aus der früheren und sehr durchwachsenen Galileo Mystery-Reihe bekannnten Moderators. Wir möchten Ihnen hier einen umfassenderen Überblick über das Phänomen geben und insbesondere auch die Frage behandeln, wie mysteriös ist das Phänomen wirklich?

Marfa-Lichter, Illustration. Quelle: Steve Baxter, Flickr

Worum geht es bei den Marfa-Lichtern?

Marfa ist eine Kleinstadt in der texanischen Wüste in deren Nähe seit über 100 Jahren wiederholt Leuchterscheinungen in Form von meist runden bzw. kugelförmigen Lichtern nach Einbruch der Dunkelheit beobachtetet werden. Die Lichter werden sowohl dicht über dem Boden als auch höher in der Luft schwebend wahrgenommen, manchmal regungslos, manchmal mit langsamen Bewegungen, seitwärts, auf und ab oder auch hektischen Flugmanövern und Zickzack-Kurs. Sie erscheinen und verschwinden dabei plötzlich und sind durchweg geräuschlos. Sie werden in unterschiedlichen Farben beschrieben, von Weiß über Gelb und Orange bis hin zu Rot und seltener in Blau oder Grün. Die Erscheinungsweise kann ebenso unterschiedlich sein, indem die Lichter flackern, funkeln oder pulsieren, also nicht immer gleichmäßig leuchten.
Das Auftreten konzentriert sich auf ein Gebiet nahe den Chinati Mountains, 42 km südwestlich von Marfa und die Mitchell-Ebene, die sich 9 km östlich von Marfa beginnend südwärts erstreckt. Im Netz und auf Youtube finden sich eine Vielzahl an Fotos und Videos, die das Phänomen zeigen sollen.


Die früheste Erwähnung der Lichter wird auf das Jahr 1883 datiert, als ein Robert Ellison von flackernden Lichtern berichtet haben soll, während er abends als Cowboy eine Herde Rinder trieb. Parallel wird auch auf Erzählungen eines O.W. Williams, der in den 1880er Jahren dort als Landvermesser tätig war, hingewiesen, der von Beobachtungen seltsamer Lichter seitens der Indianer erfuhr. Ferner gibt es eine Erwähnung von Beobachtungen im Jahr 1885 im Buch History of Marfa and Presidio County, Texas 1535-1946. Auch der Erzählband Tales of the Big Bend von Eltion Miles enthält Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert zu den Lichtern. Die früheste Berichterstattung in den Medien gab es 1945 in den San Angelo Times sowie 1957 im Coronet Magazin. Seitdem werden regelmäßig Lichter bei Marfa beobachtet und auch fotografisch und filmisch festgehalten. Der überregionale Bekanntheitsgrad der Lichter zieht mittlerweile auch Touristen nach Marfa, das die Lichter entsprechend für touristische Zwecke als Attraktion vermarktet und alljährlich ein Marfa Lights Festival veranstaltet. Zudem wurde etwas außerhalb von Marfa extra ein Besucherzentrum mit einer Aussichtsplattform errichtet, von dem aus in klaren Nächten Lichter gesehen werden können.

Welche Vermutungen gibt es?

Über die Jahrzehnte sind viele Legenden entstanden, die die Lichter erklären sollen. Örtlichen Legenden zufolge sollen die Lichter Seelen oder alternativ Lagerfeuer dort verstorbener Apachen sein, in einer anderen Version auch Seelen verstorbener spanischer Konquistadoren. Manche Einheimische glauben, dass das Leuchten von einer Laterne stammt, die der Geist eines Apachen-Häuptlings über die Ebene trägt, auf der dieser ermordet wurde. Indianer aus der Gegend hielten die Lichter für gefallene Sterne. Frühere Beobachtungen im 19. Jahrhunderts wurden auch gewöhnlichen Indianer-Lagerfeuern zugeschrieben. Während der Weltkriegsjahre  vermutete man geheime Manöver feindlicher Mächte. Während des Zweiten Weltkriegs versuchten Piloten aus dem nahegelegenen Midland Army Air Field die Quelle der mysteriösen Lichter zu finden, konnten aber nichts entdecken. Andere vermuten Irrlichter oder gar außerirdische Besucher hinter den schwebenden Lichtkugeln bzw. dass die Lichter durch ansonsten unsichtbare außerirdische Flugkörper hervorgerufen werden. Gemutmaßt wird auch eine Entzündung von aus dem Boden austretenden Gasen bei Kontakt mit Sauerstoff, ähnlich den Sumpfgasen. Da sich in diesem Gebiet bedeutende Reserven an Öl, Erdgas und anderen Erdölkohlenwasserstoffen befinden, die Methan enthalten, könnte ein solcher Effekt hervorgerufen werden. Manche Ufologen sehen die Lichter als neuartige physikalische Anomalie ggf. auch mit intelligenter Steuerung, und auch als interdimensionales Phänomen. Ähnlich den Hessdalen-Lichtern wird das Phänomen auch dem Anomalous Light Phenomena zugeordnet.

Was sagt die Wissenschaft?

Bereits 1989 kam ein Team japanischer Wissenschaftler nach Marfa, um dem Phänomen nachzugehen. Sie waren eine Woche vor Ort, konnten aber in der Zeit keine ungewöhnlichen Lichter beobachten, so dass der Leiter die Vermutung äußerte, dass die Lichter eher ein natürliches Phänomen sind.

2004 untersuchte eine Gruppe Studenten der Texas State Universität mit umfangreicher Ausrüstung über vier Tage vor Ort die beobachteten Lichter. Ihr offizieller Bericht, online verfügbar, ergab schlüssig, dass die erschienenen Lichter genau mit den Autoscheinwerfern am Highway 67 korrelierten. Die Lichter waren völlig vorhersehbar und das Phänomen war vollständig wiederholbar, basierend auf Autos auf der Autobahn. Es wurden einige Aufnahmen von den nächtlichen Lichtern gemacht, die, wenn sie tagsüber von einem Kamerastandort überlagert werden, den Highway 67 in der Entfernung zeigen, genau an der gleichen Stelle wie das Licht auf dem Nachtfoto. Die seltsame Bewegung der Lichter wird dem vergrößernden oder schimmernden Effekt zugeschrieben, der durch eine Luftspiegelung nach oben verursacht wird, im Vergleich zu der üblicheren Luftspiegelung nach unten. Luftspiegelungen nach oben, bei denen Objekte höher erscheinen als ihre tatsächliche Position, können dazu führen, dass entfernte Objekte, auch solche unterhalb des Horizonts, in der Luft zu schweben scheinen. Luftspiegelungen nach unten, in denen Objekte unter ihrer tatsächlichen Position erscheinen, können Objekte in der Luft, wie zum Beispiel ein Stück Himmel, unterhalb des Horizonts erscheinen lassen, wie der sprichwörtliche See in der Wüste. Immer wenn die Temperaturgradienten geeignet sind, sollten die Marfa Lights entsprechend vorhersehbar erscheinen und sich verhalten.

2008 haben Wissenschaftler der Texas State Univerität unter Leitung von Prof. Karl Stephen unter Einsatz von spektroskopischer Ausrüstung über 20 Nächte hinweg von der öffentlichen Beobachtungsstation aus eine Vielzahl an Lichtern beobachten und untersuchen können. Das Ergebnis deckt sich mit den früheren Ergebnissen, dass in allen Fällen die beobachteten Lichter hinsichtlich der Erscheinungsweise als Fahrzeuglichter von Fahrzeugen auf den Highways 67 und 90 oder kleine Feuer erklärt werden können. Ferner bestätigte diese Untersuchung auch die Beinflussung der Erscheinungsweise durch die dort herrschenden atmosphärischen Bedingungen und auftretenden Luftspiegelungen, die die Lichter optisch verzerren, so dass sie keine Ähnlichkeit mit typischen Autoscheinwerfern mehr haben. Ein entsprechender Artikel erschien im American Journal of Physics.

2011 erschien ein weiterer Artikel von Prof. Stephan gemeinsam mit James Bunnell im Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, in dem weitere mögliche Theorien zur Erklärung von Lichtern diskutiert werden, die der Beobachtung nach nicht mit der vorherrschenden Theorie mit Autoscheinwerfern erklärt werden können. Grundlage sind eigene Beobachtungen von James Bunnell in den Jahren zuvor, die seiner Ansicht nach nicht mit Fahrzeugscheinwerfern oder den atmosphärischen Bedingungen erklärt werden können. Sein bevorzugter Erklärungsansatz sind die Erzeugung piezoelektrischer Ladung aufgrund des magmatischen Gesteins bei kleinen Erdbeben unter der Mitchell-Ebene. Er stützt seine These auch durch dort verlaufende Verwerfungslinien in deren Nähe solche Lichter auch beobachtet worden sein sollen. In dem Zusammenhang wird über eine Art Plasmaphänomen diskutiert, ähnlich den Kugelblitzen.
Über seine eigenen Beobachtungen erstellte Bunnell ein Diskussionspapier, das online verfügbar ist. Darin führt er 97% seiner Beobachtungen auf herkömmliche Lichterscheinungen wie Fahrzeuglichter zurück und bezeichnet 3% als eher mysteriös bzw. ungeklärt. Er stellt darin auch seine eigenen Hypothesen vor.

Im Galileo-Beitrag werden zum Einen die Fahrzeuglichter als Erkärung dargestellt und zum Anderen eine weitere Beobachtung, die dem Anschein nach nicht auf solche Lichter zurückgeführt werden kann, mit einer Überleitung zu Prof. Stephan und der Erläuterung der Plasmahypothese durch elektrische Entladungen aufgrund geologischer Vorgänge. Da Vertreter eines anomalen Restphänomens jedoch selber äußern, dass dieses eher selten und nur an wenigen Tagen im Jahr zu sehen ist, ist es schon ein Zufall, dass ausgerechnet bei dem Besuch des Kamerateams auch gleich ein solches "mysteriöses" Licht auftaucht. Zudem stellt sich das Licht als recht unspektakulär dar, indem es still am Horizont steht. Da dahinter der Sternenhimmel erkennbar ist, würden wir doch gerne auch astronomische Verursacher mit in Betracht ziehen.

Prof Stephan äußert an anderer Stelle, dass er selber Bunnells Hypothesen zwar in Betracht gezogen hat, aber eher nicht befürwortet. Es könne geologische Aktivität sein, die elektrische Entladungen erzeugt, aber dazu sei alles Spekulation und es gäbe keine erwiesenen Fakten.

Was sagen Skeptiker?

Brian Dunning ist ein kritische Forscher, der sich mit den Marfa-Lichtern auseinandergesetzt und auch einen Podcast dazu erstellt hat. Er bestätigt, dass die Marfa-Lichter tatsächlich existieren und beobachtet werden können. Ihre Existenz ist also nicht nur eine erfundene Geschichte. Von der extra errichteten Aussichtsplattform aus lassen sich bei klaren Nächten häufig Lichter beobachten. Aus seiner Sicht jedoch stellt sich die skeptische Erklärung der Fahrzeugscheinwerfer von Fahrzeugen auf den Highways 67 und 90, teilweise verfremdet durch die dort auftretenden atmosphärischen Bedingungen, als schlüssige Erklärung heraus, die durch die durchgeführten Studien der Texas State Universität untermauert wird. Befürworter eines anomalen Phänomens wenden dazu meist zwei Gegenargumente an: Zum Einen Berichte, wonach Lichter um die Zeugen herum flogen, über ihnen schwebten oder sich anderweitig seltsam verhielten, so dass das nicht mit der Fahrzeugscheinwerfer-Theorie in Einklang zu bringen sei. Skeptiker entgegnen hierzu, dass die vorliegenden unzähligen Fotos und Videos ein solches Verhalten nicht belegen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass durch eine mangelnde Orientierung in der Nacht schwer einzuschätzen ist, in welcher Entfernung und Größe sich ein Licht gerade bewegt und man auch leicht getäuscht werden kann. Das zeigt sich auch an den Nachtfotos solcher Lichter und insbesondere an Aussschnittsvergrößerungen, die keinerlei Anhaltpunkte liefern.

Zum Zweiten führen Befürworter an, dass die Lichter auch bereits vor dem Bau der Highways, also bevor dort Autos fuhren, und angeblich auch bereits seit Hunderten von Jahren berichtet würden. Allerdings gibt es vor dem Bau der Highways lediglich anekdotisches Material, meist in Form von Erzählung zu einzelnen Lichtern, als Geisterlichter und dgl., die nur schwer nachprüfbar und schlecht dokumentiert sind. Zudem ist die Häufigkeit dieser Erzählungen weitaus geringer, als das seit dem Bau der Highways der Fall ist. Auch gibt es keine wirklich weit zurückreichenden Berichte. Die frühestens stammen wie oben bereits erwähnt von Robert Ellison aus dem Jahr 1883 sowie O.W. Williams aus demselben Jahrzehnt. Wie allerdings sowohl Dunning als auch Michael Hall, Chefredakteur bei TexasMonthly, der zu diesem Thema auch einen Artikel verfasste, übereinstimmend recherchierten, basieren diese Referenzen lediglich auf Erzählungen von deren Nachkommen, schriftliche Aufzeichnungen der besagten Personen existieren tatsächlich nicht, auch nicht in den Memoiren von Ellison. Zudem basieren die Erzählungen von Williams selber nur auf Hörensagen und nicht auf eigenen Beobachtungen. Das soll nicht heißen, dass es nicht auch vor dem Bau der Highways einzelne Beobachtungen von irgendwelchen Lichtern gab, für die allerdings auch andere Ursachen, wie Lager- oder andere kleine Feuer sowie astronomische Stimuli mit in Betracht gezogen werden müssen, zumal auch dort die Venus an manchen Tagen auffällig am Himmel steht, bevorzugt am Abend. Nicht zu vergessen die auch früher schon dort vorherrschenden atmosphärischen Bedingungen dort, die Luftspiegelungen begünstigen.

Dunning merkt weiter an, dass es in den 1940er Jahren östlich von Marfa einen Militärstützpunkt der US Air Force mit täglichem Flugbetrieb und tausenden Mitarbeitern gab, ohne dass es seitens des Personals bzw. der Piloten Berichte über Beobachtungen ungewöhnlicher Phänomene gegeben hätte, was doch sehr unwahrscheinlich wäre. Dunning schließt, dass die Theorie der Fahrzeugscheinwerfer in Kombination mit den atmosphärischen Bedingungen in sich schlüssig und konsistent sei und hinreichend das Lichtphänomen erkläre. Für alternative Ansätze wie die piezoelektrischen Blitzbälle bestünde keine Notwendigkeit.
 
Was bleibt übrig?

Nach einer sachlichen Gesamtsicht der vorliegenden Fakten schließen auch wir uns der skeptischen Einschätzung an und müssen an dieser Stelle festhalten, dass, entgegen der Äußerung des Pro7-Moderators, im Ergebnis leider kein mysteriöses Phänomen übrig bleibt, auch wenn naturgemäß manche das anders sehen. Alternative und insbesondere anomalistische Theorieansätze bleiben letztlich spekulativ und beruhen zumeist auf einer Interpretation von Erzählungen und Fotos bzw. Videos. Im Kern bleibt es ein neuzeitliches Phänomen, das Marfa als willkommene, touristische Attraktion dient und dort natürlich auch weiterhin als zumindest in Teilen mysteriöses Phänomen vermarktet wird.

Infotafel am Besucherzentrum außerhalb von Marfa

Untenstehend haben wir die herangezogenen Quellen nochmals zusammengefasst und empfehlen für einen guten kritischen Überblick insbesondere die Seite DeMystifying the Marfa-Lights, auf der auch einige Fotos kritisch betrachtet werden.

Quellen:
Englischer Wikipedia-Eintrag zu den Marfa-Lichtern (der deutsche ist leider nicht sehr ergiebig)
An Experimental Analysis of the Marfa Lights (Society of Physics Students at the University of Dallas, 2004), PDF (externer Download)
Spectroscopy applied to observations of terrestrial light sources of uncertain origin, American Journal of Physics, 2009
Quantitative intensity and location measurements of an intense long-duration luminous object near Marfa, Texas, Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 2011
What is the source of Marfa Lights? Discussion by James Bunnell, 2012, PDF (externer Download)
What are the Marfa Lights? auf Live Science
The Marfa Lights: A Real American Mystery, Podcast von Brian Dunning
The truth is out there, auf TexasMonthly
DeMystifying the Marfa Lights, umfangreiche kritische Betrachtung
Top 10 Secrets of the Marfa Mystery Lights and the Marfa Lights Theories, auf Mysterious Monsters
Mysteriöse Lichtkugeln am Himmel geben der Wissenschaft immer noch Rätsel auf, auf Vice.com
Diese schwirrenden Lichter ziehen Tausende in ihren Bann, auf welt.de

Leuchtphänomen weiterhin rätselhaft

Das in Anlehnung an den Animationsfilm "Ab durch die Hecke" als "Steve" getaufte Leuchtphänomen am Nachthimmel, das bereits letztes Jahr für Aufsehen sorgte (wir berichteten), gibt weiterhin Rätsel auf. Offenbar handelt es sich dabei doch nicht, wie zuerst gemutmaßt, um eine Polarlicht-Variante. Neue Satellitendaten zeigen, dass das Aufleuchten dieser rötlichen Lichtstreifen nicht von den sonst üblichen Teilchenströmen in der oberen Atmosphäre begleitet wird. Was dieses atmosphärische Leuchten stattdessen auslöst, bleibt aber weiterhin unbekannt. Forscher spekulieren nun darüber, ob es sich um eine Variante des "Airglow" (deutsch: Nachthimmellicht) handeln könnte, oder um etwas noch völlig Unbekanntes.

Rötlicher Lichtstreifen des Steve-Phänomens über Kanada, rechts am Horizont das ferne Leuchten eines normalen Polarlichts (c Ryan Sault)

Bereits vor einigen Jahren konnte das ungewöhnliches Himmelsphänomen fotografisch dokumentiert werden: Ein schmaler und tausende von Kilometern langer Streifen aus rötlichem Licht, der sich vom Horizont quer über den Himmel erstreckte und sich dabei langsam nach Westen bewegte. Seltsam ist dabei, dass Polarlichter meist nur polwärts des 65. Breitengrads, diese Lichtbögen jedoch außerhalb des bekannten Polarlicht-Ovals auftreten. Zuletzt glaubten Forscher dann, das Rätsel von Steve zumindest zum Teil gelöst zu haben, da Steve Merkmale eines Auroraphänomens zeigte, das als subaurorale Ionendrift bezeichnet wird.

Jetzt jedoch haben Bea Gallardo-Lacourt und ihr Team von der University of Calgary weitere Daten zu Steve analysiert und kommen zu einem ganz anderen Schluss. Anstoß dafür war ein weiteres glückliches Zusammentreffen von Satellitenüberflug und Steve-Lichtbogen. Am 28. März 2008 kreuzte ein Wettersatellit ein gerade auftretendes Steve-Ereignis und konte dabei Messungen in der oberen Atmosphäre vornehmen. Das überraschende Ergebnis war, dass die bisherige Interpretation des Phänomens als Polarlichtvariante den neuen Messungen widersprach. Als Schlussfolgerung ergibt sich für das Forscherteam, dass Steve keine Aurora ist und derzeit somit kaum etwas über das neuartige Phänomen bekannt ist, obwohl es bereits seit Jahren fotografisch festgehalten wird.

Somit können die Wissenschaftler derzeit nur über die Entstehung spekulieren. Eine der diskutierten Möglichkeiten ist eine noch unbekannte Variante des "Airglow", auf Deutsch "Nachthimmellicht". "Dies ist eine Emission von Licht, die durch chemische Reaktionen der solaren UV-Strahlung mit den Atomen und Molekülen der oberen Atmosphäre entsteht", so das Forscherteam. Allerdings ist noch nicht einmal klar, ob das Phänomen in der Ionosphäre oder der Magnetospäre entsteht, so dass das Phänomen erstmal weiterhin rätselhaft ist.

Auch wenn derartige Himmelsphänomene eher selten zu UFO-Sichtungsmeldungen führen, was aber dennoch auch vorkommt, so ergibt sich der Bezug zum UFO-Phänomen aus der grundsätzlichen Diskussion bislang unbekannter atmosphärischer Phänomene, die sich auch im alternativen UAP-Begriff (Unidentified Aerial Phenomena) wiederfinden. Jenseits des vorherrschenden typischen Klischees der gesteuerten (außerirdischen) Flugobjekte versuchen verschiedene Forscher den Fokus auch auf andere neuartige, naturbezogene Phänomene bzw. so genannte "Anomalous Light Phenomena" zu lenken. Auch für das Hessdalen-Lichter-Phänomen steht ein solcher Hintergrund in der Diskussion.

Links:
Ist Steve doch keine Aurora? (scinexx.de)
Neue Polarlichtart entdeckt (scinexx.de)
Geophysical Research Letters, 2018
Alberta Aurora Chasers
Steve Fotogalerie

 

Ist ET nach Hause gefahren?

Unter diesem Titel erschien auf dem Statistik-Portal statista vor kurzem eine statistische Auswertung zu UFO-Sichtungs-meldungen des National UFO Reporting Center in den USA, seit dem Jahr 1990 bis heute. Nach einem nahezu kontinuierlichem Anstieg der Meldungen seit 1995 und einem überproportionalem Hoch in den Jahren 2012, 2013 und 2014 (Höchststand 2014 mit 8670 Meldungen), gibt es seit 2015 einen anhaltend starken Rückgang der dort eingehenden Sichtungsmeldungen. 2018 bewegt sich bislang, ausgehend vom aktuellen Stand, auf dem eher niedrigen Niveau Ende der 1990er Jahre. Die folgende statista-Grafik zeigt den Verlauf der NUFORC-Sichtungsmeldungen.

UFO-Sichtungen international (statista)

Angesichts des seit drei Jahren andauernden starken Rückgangs ist die Ausgangsfrage naheliegend, auch wenn das kritische Forscher aus anderer Sicht beurteilen bzw. eher andere Gründe sehen. Auffällig ist dabei allerdings auch das hohe Niveau der Jahre 2012 bis 2014, das sehr deutlich gegenüber den Vorjahren heraussticht. Insofern liese sich der Rückgang der Sichtungsmeldungen danach auch als eine Normalisierung der eingehenden Meldungen interpretieren. Klammert man den Dreijahrespeak aus, dann entspricht noch die Anzahl der Sichtungsmeldungen 2017, trotz des starken Rückgangs gegenüber dem Höchststand in 2014, etwa dem Niveau der Jahre vor 2012. Allerdings zeigt sich ein stetig sinkender Trend, der insbesondere für 2018 weiter stark nach unten zeigt und sich ein Niveau vergleichbar der Jahre 1998/1999 abzeichnet. Sollte sich das bestätigen bzw. auch 2019 fortsetzen, wäre dies in der Tat ein signifikanter Trend an abnehmenden Sichtungsmedungen.

Auch wenn es sich dabei um eine US-amerikanische Melde-Plattform handelt, so hat sie dennoch eine länderübergreifende Bekanntheit und Bedeutung und beinhaltet ebenso Sichtungsberichte aus anderen Ländern. Insofern hat die Statistik duchaus eine gewisse Aussagekraft, auch über die USA hinaus. Allerdings ist die Betitelung mit "Weltweit aufgezeichnete UFO-Sichtungen ..." dennoch sachlich falsch, da es keine weltweite Erhebung ist, sondern nur eine einzige (nationale) Quelle berücksichtigt. Weltweit gesehen gehen wir von einer Anzahl mindestens im fünfstelligen Bereich aus.

Edoardo Russo vom EuroUFONet-Verbund erhebt über die beteiligten Forscher für die jeweiligen Länder ebenso regelmäßig die gemeldeten UFO-Sichtungen. Die Tabelle zeigt eine aktuelle Statistik über gemeldete UFO-Sichtungen aus neun europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen und Schweden) sowie die NUFORC-Daten für die Jahren 2012 bis 2017. Für sechs Länder zeigt sich ein ähnliches Bild rückläufiger Sichtungsmeldungen der letzten drei Jahre. Lediglich Schweden verzeichnet 2016 und 2017 einen höheren Stand an Sichtungsmeldungen, ebenso Großbritannien seit 2015 und Norwegen hat 2016 einen Zuwachs an Sichtungsmeldungen, wenngleich hier der Trend auch seit 2012 rückläufig ist. Für Deutschland enthalten sind die Zahlen von CENAP, GEP, DEGUFO und MUFON-CES.
Die folgenden Abbildungen zeigen den grafischen Verlauf und der Sichtungsmeldungen des NUFORC und der europäischen Länder seit 2012. Aufgrund der stark unterschiedlichen Größenordnung des Wertebereichs der Sichtungsmeldungen zwischen dem NUFORC und Europa wurde für den Ländervergleich eine einfache logarithmische Skalierung verwendet, um eine sinnvolle Darstellung zu erreichen. Die zweite Grafik zeigt auf einer normal skalierten Werteachse die NUFORC-Meldungen mit den kumulierten Jahreszahlen aus Europa. Über alle Länder hinweg zeigt sich auch für Europa ein abnehmender Trend an Sichtungsmeldungen, der bislang jedoch weniger stark ausfällt.


Hinsichtlich der Interpretation dieser Statistik ist allerdings einiges zu beachten. Das Wichtigste: Nicht für jedes aufgeführte Land liegen komplette Zahlen vor, da es sich überall auf mehrere Gruppen und Einzelforscher zerfasert und nicht alle auch Fallzahlen erfassen und reporten und: Die Zahlen repräsentieren die eingehenden Meldungen als gesamtes, ungeachtet der Frage, ob überhaupt eine Untersuchung eingeleitet wurde. Das heißt, dass sich immer ein gewisser Prozentsatz der gemeldeten Sichungen einer sinnvollen Untersuchung entzieht, sei es aufgrund ungenügender bzw. fehlender Angaben, eines zu lange zurückliegenden Vorfalls oder einer unzuverlässigen Zeugenaussage. Des weiteren berücksichtigen die Zahlen nicht die Untersuchungsergebnisse, so dass aus der Erfahrung heraus die hohe Identifizierungsquote berücksichtigt werden muss.

Die Anzahl der eingehenden Sichtungsmeldungen in den Ländern hängt wesentlich auch von den Aktivitäten der dort jeweils aktiven Gruppen und deren Bekanntheitsgrad ab und ob sie lediglich regional oder auch überregional bekannt sind. In Deutschland sind bspw. die Meldestellen von CENAP und GEP teilweise in den Medien und bei Sternwarten bis hin zur DLR und sogar bei manchen Polizeidienststellen bekannt, so dass Sichtungszeugen auch von dort an die Meldestellen vermittelt werden. Schließlich ist ein entscheidender Faktor das im Zeitverlauf unterschiedliche Interesse an dem Thema, sowohl in der Öffentichkeit, als auch in den Medien. Sofern Vorfälle ein hohes Medienecho hervorrufen führt dies in der Folge i.d.R. auch zu vermehrten Sichtungs-meldungen, einfach weil die Menschen aus Interesse stärker den Himmel beobachten und ihnen seltsam anmutende Erscheinungen melden. Ein Beispiel ist hierfür die Belgienwelle um 1990. Ebenso können Kinofilme und Fernsehserien zu diesem Thema zu einem verstärktem Interesse und zunehmenden Sichtungsmeldungen führen, wie auch neuartige Stimuli, wenn diese bislang eher unbekannt sind. Das waren in früheren Jahren bspw. verstärkt die so genannten Himmelslaternen die während der Jahre 2007 bis 2009 zu einem Hoch an eingehenden Sichtungsmeldungen bei den Meldestellen von CENAP und GEP führten. Insgesamt gingen in diesen Jahren mehrere tausend Sichtungsmeldungen ein, die auf diesen Stiumulus zurückzuführen waren. Nachdem das in der Öffentlichkeit bekannter wurde, ebbte das ab. Seit einigen Jahren führen die inzwischen günstig zu erwerbenden Drohnen bzw. Minicopter zu häufigen Sichtungsmeldungen überraschter Menschen, wobei Drohnen aufgrund der uneinheitlichen Erscheinungsweise, anders als bei den Himmelslaternen, oft schwieriger zu identifizieren sind. Im Ergebnis lässt die Anzahl der Sichtungsmeldungen allein also keinen unmittelbaren Rückschluss auf das tatsächliche, vermehrte oder verminderte Auftreten eines möglicherweise anomalen Phänomens zu.

Interessant ist jenseits der Statistik ein Vergleich der deutschen mit der englischen statista-Seite zu diesem Thema. Während die englische Seite das Thema in kurzer, sachlicher Form beschreibt, zieht der deutsche Text das Thema mit einer deplatzierten Erwähnung des Roswell-Zwischenfalls und ironischen Bemerkungen eher ins Lächerliche. Zudem ist die Erwähnung des hierzulande eher unbekannten und keine Rolle spielenden "Welt-UFO-Tags" am 02.07. völlig überflüssig. Hätte man sich dagegen auf eine weitgehende Übersetzung des englischen Textes beschränkt, wäre dies dem Anspruch des Portals gerechter geworden.

UFO-Statistik auf statista: Deutsche Seite, englische Seite.
National UFO Reporting Center
Anzahl der Sichtungsmeldungen beim NUFORC, nach Monaten gruppiert

Grafiken: 1. statista, 2., 3. & 4. eigene Diagramme

SETA - Suche nach Alien-Artefakten

SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen

Als das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts/Suche nach extraterrestrischen Artefakten) 1983 erstmals Erwähnung fand, waren alle bisherigen vier offiziellen (erfolglosen) Suchläufe nach außerirdischen Artefakten bereits wieder Vergangenheit. Seither ist es ruhig geworden um SETA. Doch nach Jahren der Stagnation und Resignation mehren sich wieder die Stimmen, die verstärkt für eine Suche nach extraterrestrischen Artefakten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystem plädieren.
In der sechsteiligen Arikelserie "SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen" auf Telepolis behandelt der Autor Harald Zaun alle Aspekte der Suche nach extraterestrischen Artefakten innerhalb und außerhalb des Sonnensystems sowie ebenso das Thema Superzivilisationen und deren mögliche Spuren, wie Dyson-Sphären und die Xenoarchäologie.

Asteroidengürtel (NASA)

Teil 1: Die geistigen Väter von SETA
Sofern technologisch hochstehende fremde extraterrestrische Kulturen zur Kontaktaufnahme materiell-stoffliche Artefakte in ausgewählten Sternsystemen deponieren und diese nicht absichtlich tarnen, sollten solche nach Ansicht der SETA-Befürworter in unserem System auch zu finden sein. Wie in Arthur C. Clarkes Kurzgeschichte "The Sentinel" und "2001 - Odyssee im Weltraum" beschrieben, könnte die interplanetare Botschaft sogar im grauweißen Sand des Mondes vergraben sein …

Teil 2: Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem und die Suche nach ihnen
Dass eine verstärkte Suche nach extraterresrischen Artefakten durchaus Sinn macht, lehrt der Blick in die kurze SETA-Historie. Schließlich waren die bisherigen "Observationen" nicht mehr als vorsichtige erste Gehversuche auf neuem Terrain. Mithilfe der heute zur Verfügung stehenden Technik und den neuen Beobachtungsmethoden jedoch könnten die SETA-Wissenschaftler in Zukunft bei der Fahndung nach Relikten von Aliens einen gewaltigen Sprung nach vorne machen.

Teil 3: Aktive Artefakte in extrasolaren Gefilden
Einige SETA-Anhänger sind im besten Star-Trek'schen Sinn in Raumbereiche vorgedrungen, die noch nie zuvor ein Auge derart genau studiert hat. Von Optimismus und Science-Fiction-Fantasien beseelt, nahmen bis dato mehrere unverbesserliche Idealisten nicht nur ausgewählte Regionen in unserem Sonnensystem mit hochmodernen Sternwarten Photon für Photon unter die Lupe, sondern auch den sonnennahen interstellaren Raum. Die von ihnen anvisierten Zielobjekte muten höchst futuristisch an: aktive außerirdische Artefakte und Alien-Sonden. Einige verwegene Forscher waren sich sogar nicht zu schade, nach lichtschnellen Raumschiffen zu suchen, um diese beim "Flug" in flagranti zu erwischen.

Teil 4: Dyson-Sphären und Superzivilisationen im Fadenkreuz
Als das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts) 1983 erstmals auftauchte, ahnte seinerzeit noch keiner, dass eines Tages hierzu auch so genannte Dyson-Sphären zählen würden. Doch neben der Suche nach dem klassischen Monolithen, der Fahndung nach passiven und aktiven Artefakten innerhalb und außerhalb des Sonnensystem, haben seriöse Forscherteams ihre Fühler noch tiefer ins All gestreckt und schon mehrfach nach Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala gesucht. Diese wären nach dem Kalkül der SETA-Forscher durchaus in der Lage, ihren Mutterstern mit einem künstlichen Ring oder einer Schale zu ummanteln, um die heimische stellare Energie zu (fast) 100 Prozent zu nutzen. Da ein Artefakt dieser Machart starke Infrarotstrahlung emittiert, könnten andere Zivilisationen solche Zeugnisse der hohen Astroingenieurskunst indirekt nachweisen. Sogar der Homo sapiens kann dies mit der gegenwärtig ihm zur Verfügung stehenden bescheidenen Technik.

Teil 5: Weltraumkolonien, Kunstplaneten und Astro-Magier im Fokus
Dyson-Sphären sind fiktive hochtechnologische Gebilde, die Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala konstruiert haben könnten, um die Energie ihres Heimatsterns vollends zu speichern und zu nutzen. Doch nicht nur um ferne Sonnen rotierende künstliche Ringe, Schalen, Blasen, sondern auch überschüssige Infrarotstrahlung, emittiert von fernen Weltraumkolonien oder riesigen Raumstationen, sind nach Ansicht von Wissenschaftlern mit dem gegenwärtigen Instrumentarium ebenso auffindbar wie artifizielle Kleinplaneten oder andere gigantische Mega-Konstruktionen im All. Hierbei könnte die von den Planetenjägern angewandte Transit-Technik helfen. Und wer die Tatkraft außerirdischer Astroingenieure vom Typ III der Kardaschow-Skala dokumentieren will, könnte deren stellare oder galaktische Kunstwerke mit dem zurzeit operierenden Teleskopen und bekannten Suchmethoden indirekt, bisweilen sogar direkt beobachten.

Teil 6: Die Stunde der Xenoarchäologen
Bereits 1938 erzählte der englische Schriftsteller John Wyndham in seiner Science-Fiction-Novelle "The Last Lunarians" in Form eines fiktionalen Reports von einer archäologischen Mission zum Mond. In seiner legendären Kurzgeschichte "The Sentinel" machte Arthur C. Clarke den Sprung auf die nächste Ebene und legte den literarischen Grundstein für eine in der SETI-Forschung bislang unbekannte Teildisziplin, die sich inoffiziell Mars SETA oder Lunar SETA nennt. Ihre Anhänger glauben, dass technologisch hochstehende extraterrestrische Kulturen zur Kontaktaufnahme materiell-stoffliche Artefakte auf dem Mars und im grauweißen Mondsand platziert oder vergraben haben könnten. Um dies zu beweisen, haben Wissenschaftler Fotos vom Mars und Mond, aufgenommen von Forschungssonden, dokumentiert und ausgewertet - und dabei sogar verdächtige Strukturen ausgemacht, die Artefakte sein könnten. Mit Teleskopen observieren sie derweil das größte Objekt ihrer Begierde kontinuierlich: den Mond. Doch mit Blick auf den Erdtrabanten müssen sie den größten Datenberg noch abtragen. Dabei könnten sie Überraschendes zutage fördern …

Daneben erschien vom selben Autor ein weiterer Artikel zum verwandten Thema SETI (Search for extra terrestrial Intelligence/Suche nach extraterrestrischer Intelligenz) anlässlich der vom SETI-Institut ins Leben gerufenen SETICon II, die 2012 in Santa Clara (Kalifornien) stattfand, ebenso auf Telepolis.
Lockruf der außerirdischen Superzivilisationen

Photo: NASA

 

Feuerbälle über Süddeutschland

Seit Montag abend sorgen Besucher aus dem All, in Form von Meteoriten, die als Feuerball über den süddeutschen Himmel ziehen, für einige Aufregung bei den Bürgern. Während in der Presse derzeit noch recht wenig darüber zu lesen ist, laufen vermehrt Meldungen bei den UFO-Meldestellen auf. Soweit bekannt, dürfte es sich bislang um zwei Meteoriten handeln, die als Feuerbälle mehrere Menschen erschreckt haben.

Die ersten Meldungen aufgeschreckter Menschen kamen ab dem späten Montag abend aus mehreren Orten im Süden, bspw. aus Offenburg, Ravensburg, Ulm, Günzburg und sogar aus dem Lechtal in Östereich, die gegen 21:30 Uhr einen Feuerball am Himmel beobachteten. Ein zweiter Feuerball sorgte am späten Dienstag Abend gegen 23.30 Uhr vor allem in der Stuttgarter Region für erhebliches Aufsehen, da er als heller Lichtblitz in Erscheinung trat, der kurzzeitig den Himmel erhellte. In den sozialen Medien kam es daraufhin zu regen Diskussionen über die mögliche Ursache.

Meteoritenaufname der Sternarte WelzheimBei der Sternwarte Welzheim wurde der Feuerball auch registriert und sogar von einer Überwachungskamera der Sternwarte aufgezeichnet. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung äußerte Martin Gertz von der Sternwarte Welzheim denn auch die Lösung in Form eines vermutlich "... etwa kartoffelgroßen, eisenhaltigen Meteoriten (...), der gegen 23.29 Uhr in die Erdatmosphäre eingedrungen ist." Das nebenstehende Bild der Kamera der Sternwarte zeigt rechts unten den Meteoriten als kegelförmige Lichterscheinung.

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Sternschnuppen, die nur etwa Staubkorngröße erreichen, sind Meteoriten deutlich größer, so dass auch Bruchstücke davon auf dem Boden aufschlagen können.

Das Ganze erinnert an den ebenfalls sehr auffälligen Feuerball, der Mitte November 2017 über Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland für Aufregung sorgte und gleichzeitig die Menschen fasziniete.

Foto: Sternwarte Welzheim

Siehe auch:
Feuerball über Süddeutschland, auf ui.de (2017)
Himmelsphänomen über der Region Stuttgart (Stuttgarter Zeitung)

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