Immer wieder werden verschiedene astronomische Himmelskörper, wie Sterne, Planeten, Sternschuppen/Meteore, oder künstliche Satelliten, darunter insbesondere die Internationale Raumstation ISS oder aktuell die Starlink-Satelliten, beobachtet und aus Unkenntnis heraus für UFOs gehalten und gemeldet. Mit Hilfe dieser Seite erfahren Sie, was im aktuellen Monat vor allem während der Nacht besonders auffällig ist und mit was auch darüber hinaus immer gerechnet werden muss. Ergänzend empfehlen wir den Blick in unseren UFO-Stimuli-Katalog.
 

Monat Dezember 2019

Highlights

  • Venus als Abendstern auffällig hell
  • Mars vor der Morgendämmerung hell und orangefarben
  • Saturn in der Abenddämmerung noch gut sichtbar
  • Der Stern Wega steht bläulich-weiß in halber Höhe
  • Geminiden-Sternschnuppen um den 14. & 15. Dezember
  • Die Space X Starlink-Satelliten sorgen seit Mitte November mit ihrem beeindruckendem Schauspiel am Himmel erneut für UFO-Meldungen (s.u.)

Überblick

Planeten
Venus ist ab der Abendämmerung, Richtung SSW, in max 19° Höhe, strahlend hell sichtbar.
Mars
ist vor der Morgendämmerung, Richtung OSO, in max 18° Höhe, gut sichtbar.
Saturn ist noch in den ersten drei Dezemberwochen in der Abenddämmerung, Richtung SW, in max 14° Höhe, gut sichtbar.

Sterne
Nach Sonnenuntergang ist Wega als erster Stern in halber Höhe bläulich-weiß in westlicher Richtung sichtbar und Capella in nordöstlicher Richtung.
Sirius ist ab etwa 23 Uhr und der zweiten Nachthälfte halbhoch in südöstlich bis südwestlicher Richtung und Arcturus am frühen Morgen in östlicher Richtung aufsteigend sichtbar.

Astronomische Monatsübersicht auf astronomie.info
Detaillierte Angaben zu
Planeten

Detaillierte Angaben zu Sternen
Detaillierte Angaben zu Sternschnuppen
Detaillierte Angaben zu Kometen

Satellliten und Internationale Raumstation ISS
Die ISS ist bis zum 13. Dezember am frühen Abend und ab 30. Dezember am frühen Morgen, täglich am Nachthimmel zu sehen.
Die SpaceX-Starlink-Satelliten sind aktuell bis 12. Dezember am frühen Morgen, und ab 22. Dezember am frühen Abend am südlichen Himmel zu beobachten.
Die Starlink-Satelliten werden seit November 2019 mit mehreren Raketenstarts, ein- bis zweimal pro Monat bis 2027,
in Tranchen zu 60 Satelliten (insgesamt sind 12.000) vorgesehen, gestartet, deren Freisetzung für ein beeindruckendes Schauspiel sorgt, wenn sie in Reihe fliegend über den Himmel ziehen. Dementsprechend gibt es auch immer wieder UFO-Meldungen (Starlink-Satelliten sorgen weiter für UFO-Alarm), siehe Beispielaufnahmen in der Galerie unten. Das Schauspiel zieht sich über mehrere Wochen hin, bis sie ihre endgültige orbitale Position erreichen, verlieren dabei aber stetig an Helligkeit.

Sichtbarkeit der Starlink-Satelliten auf Heavens Above
Sichtbarkeit der ISS
 auf Heavens Above und
CalSky
Sichtbarkeit von Satelliten allgemein auf Heavens Above und CalSky
Auftreten von Re-Entries auf SatView
Auftreten von Flares auf Heavens Above und CalSky

Himmelslaternen, LED-Ballons, Mikrocopter (Drohnen) und Wetterballons
Neben den regelmäßig auftretenden astronomischen Objekten oder Satelliten, die meist noch relativ leicht zu identifizieren sind, werden auch andere Objekte (nicht nur) in der Nacht häufig als UFO gemeldet.
Himmelslaternen
erscheinen gelb bis orange-rötlich und ggf. flackernd. Je nach Windverhältnissen sind aufgrund des leichten Gewichts abrupte Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen möglich. Die Brennndauer beträgt bis etwa 20 Minuten.

LED-Ballons erscheinen ein- oder mehrfarbig. Transparente Ballons besitzen meist eine mehrfarbige LED-Illumination. Ggf. kann auch eine LED-Lichtkette am Ballon herunter hängen. Die Leuchtdauer kann bis zu 24 Stunden betragen, die Flugdauer jedoch nur 6 - 8 Stunden.
Mikrocopter/Drohnen können als einzelnes Licht oder mit mehreren Lichtern in unterschiedlichen Farben erscheinen, im Schwebeflug oder abrupten Flugmanövern. Dabei sind sie weitgehend geräuschlos bzw. nur in relativer Nähe akustisch wahrzunehmen. Größere Modelle (Hexa- oder Octocopter) werden im kommerziellen Bereich zunehmend eingesetzt.
Wetterballons können gewöhnlich tagsüber am Himmel als helle, punktförmige oder runde Objekte beobachtet werden, die sich langsamer als Flugzeuge bewegen. Je nach vorherrschenden Windverhältnissen können Flugbahn und Geschwindgikeit unregelmäßig sein und sich auch abrupt ändern. Zudem verschwinden die Objekte häufig nach kurzer Beobachtungszeit. Wetterballons werden von Wetterstationen auf der ganzen Welt etwa alle 12 Stunden gestartet, teilweise aber nicht täglich.

Aufstiege von Wetterballonen auf CalSky (Startplätze und Sichtbarkeit abhängig vom gewählten Standort!)

Sichtbarkeit astronomischer Objekte am 15. Dezember für Mitteleuropa und Fotoaufnahmen der SpaceX Starlink-Satelliten
Screenshots aus Stellarium, Fotos: CENAP/Hansjürgen Köhler, Planetarium Bochum

 

Aktuelle Sternkarte für Mitteleuropa
(für weitere Ansichten auf Karte klicken)  Aktuelle Sternkarte für Mitteleuropa von Astronomie.de
Ein Service von www.Astronomie.de


Das Homepagetool mit der aktuellen Mondphase u.v.m.
Ein Service von www.Der-Mond.org

 

Weiterführende Infos

Sterne und Planeten

Allgemeines: Die vier Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn können, Sichtbarkeit vorausgesetzt, wie helle Sterne am Himmel erscheinen; der Mars dabei orange-rötlich. Venus kann ggf. bereits am späten Nachmittag oder während der Abenddämmerung wie ein heller Stern am Himmel und ggf. sogar wie ein entfernter Flugzeugscheinwerfer erscheinen, wenn sonst noch keine oder nur wenige Sterne sichtbar sind und verwirrt daher regelmäßig viele Beobachter. Ebenso auffällig können die besonders hellen Sterne Sirius (hellster Stern am gesamten Nachthimmel) sowie Arcturus, Wega und Capella (hellsten Sterne am Nordhimmel) erscheinen (jahreszeitabhängig).
Bedingt durch atmosphärische Einflüsse können Sterne funkeln und erscheinen dabei nicht nur punktförmig. Gerade in Horizontnähe können sie auch (mehr)farbig und mit unregelmäßiger Struktur erscheinen. Bei stetiger Beobachtung können, durch unbewusste Eigenbewegungen der Augen, auch kleinere Zick-Zack-Bewegungen vorgetäuscht werden. Bei der Beobachtung durch ein Fernglas kann ebenso eine Mehrfarbigkeit auftreten und bei falsch eingestellten Fokus erscheinen Sterne und Planeten als milchige, strukturierte Scheiben (so genannte Orbs). Ein typischer Hinweis auf ein astronomisches Objekt ist eine längere Beobachtungszeit, während der sich das Objekt relativ langsam bewegt.


Meteore und Sternschnuppen

Allgemeines: Als Meteor wird das Aufleuchten kleiner Staubteilchen in Form von Metall- oder Gesteinsfragmenten beim Eintritt in der oberen Erdatmosphäre bezeichnet. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit wird soviel Reibungsenergie an den Luftmolekülen erzeugt, dass diese ionisiert werden und die den Meteor umgebende Luft zum Leuchten angeregt wird und helle Leuchtspuren hervorruft, was dann entsprechend beobachtet werden kann. Kleine Meteore mit Ursprungsobjekten um 1 bzw. unter 10 mm werden als Sternschnuppen bezeichnet, größere Meteore mit Ursprungsobjekten über 10 mm als Feuerkugeln oder Boliden. Während Sternschnuppen eher kurz aufleuchten und in der Regel dabei verglühen, können größere Boliden mit mindestens einem Kilogramm Masse länger sichtbar sein und unter Umständen nicht vollständig verglühen, so dass Reste dessen Ursprungsobjekten als Meteorit auch auf die Erdoberfläche auftreffen und ggf. auch Schäden hervorrufen können. Bei größeren Meteoren sind manchmal auch Geräusche, wie ein fernes Donnergrollen, vernehmbar. Neben einzelnen Meteoren gibt es größtenteils mit Kometen zusammenhängende Meteorströme, die wie alle Planeten ebenso die Sonne umkreisen und demzufolge jährlich wiederkehrend beobachtet werden können. Meteore treten immer nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden auf.

Im Dezember tritt der Geminiden-Sternschnuppenstrom in Aktion, mit seinem Maximum am 14 und 15. Dezember. Durch den gleichzeitigen Vollmond aber nur eingeschränkt zu beobachten.

Aktuell auftretende Meteorschauer und Sternschnuppen sehen Sie rechts.

Sternschnuppen im Dezember

Nördliche Tauriden
mittlere Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 12.11.2019
(20.10.2019 - 10.12.2019)

Zeta-Puppiden
schwache Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 13.11.2019
(02.10.2019 - 20.12.2019)

Chi-Orioniden
mittlere Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 02.12.2019
(25.11.2019 - 31.12.2019)

Dezember-Phoeniciniden
irreguläre Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 06.12.2019
(28.11.2019 - 08.12.2019)

Puppiden-Veliden
mittlere Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 08.12.2019
(01.12.2019 - 15.12.2019)

Monocerotiden
mittlere Sternschnuppenaktivität
Maximale Sternschnuppenaktivität am 08.12.2019
(27.11.2019 - 17.12.2019)

http://www.sternschnuppen-kalender.de/

Satelliten/Internationale Raumstation ISS

Allgemeine Infos: Von den Satelliten ist die bemannte Raumstation ISS am einfachsten zu beobachten. Sie bewegt sich in wenigen Minuten von westlicher nach östlicher Richtung und kann dabei heller strahlen als die hellsten Sterne am Himmel. Im Gegensatz zu Flugzeugen erscheint sie nicht blinkend, da der Raumkomplex das Sonnenlicht ziemlich konstant reflektiert. Durch ihre Helligkeit ist sie einfach zu erkennen.
Neben der ISS sind auch eine ganze Reihe weiterer Satelliten, ebenso wie die chinesische Raumstation Tiangong 2, ggf. am Himmel zu beobachten. Sie bewegen sich mit einer typischen Geschwindigkeit und in typischen Flugbahnen, entweder von West nach Ost oder in polarer Richtung, am Himmel, so dass sie für erfahrene Beobachter relativ leicht von Flugzeugen unterscheidbar sind. Sateliten können durch Eigenbewegungen und unterschiedliche Reflektion ggf. auch blinkend bzw. mit wechselnder Helligkeit erscheinen. Durch die Eigenbewegungen des Auges können bei der Beobachtung die normalerweise geradlinigen Flugbahnen auch unregelmäßig erscheinen.
Für ein besonderes Schauspiel sorgen die Space X Starlink-Satelliten, 60 pro Raketenstart, von denen insgesamt 12.000 bis 2027 gestartet werden sollen. Auffällig ist dabei die Phase nach dem Aussetzen der Satelliten, wenn diese sich mit eigenem Schub über Wochen hinweg, aufgereiht an einer Linie, auf ihre endgültige Position im Orbit bewegen, was von der Erde aus gut zu beobachten ist.

Besonderheiten bei Satelliten: Wiederkehrende Phänomene am (Nacht-)Himmel im Zusammenhang mit Satelliten sind zum Einen die so genannten Re-Entries, worunter man den Wiedereintritt künstlicher Flugkörper in die Erdatmosphäre versteht, die ähnlich einem Meteor erscheinen, allerdings deutlich langsamer fliegen, und zum Anderen die so genannten Iridium Flares, die als Reflexion von Sonnenlicht an einem Iridium-Satelliten entstehen und bis zu 20 Sekunden und sehr hell am Himmel aufleuchten. Bis Ende 2018 sollen die Iriduim-Satelliten ausgetauscht werden, so dass diese Flares dann vom Nachthimmel veschwinden werden.

Himmelslaternen, LED-Ballons und Mikrocopter (Drohnen)

Allgemeines: Im Rahmen von privaten Feiern und Veranstaltungen muss mit dem Aufsteigen der bekannten asiatischen Himmelslaternen bzw. Miniheißluftballons gerechnet werden. Obwohl in den meisten Bundesländern mittlerweile verboten, werden Himmelslaternen, wenngleich nicht mehr so häufig, nachwievor aufgelassen. Als Alternative werden gerne die neueren LED-Ballons eingesetzt, die herkömmlichen Luftballons ähneln, im Inneren eine LED-Lichtquelle besitzen und aufgrund des höheren Eigengewichts i.d.R. mit Helium befüllt werden.
Daneben finden die sogenannten Mikrocopter bzw. Drohnen immer mehr Verbreitung, sei es als kleinere Quadrocopter oder auch etwas größere Hexacopter, die als handlichere Modelle relativ günstig zu haben sind und vor allem in den Abendstunden auffallen. Auch hier gibt es mittlerweile Regelungen beim Starten derartiger Drohnen, um das Ganze mehr zu steuern bzw. einzudämmen.

Wetterballons

Allgemeines: Können weniger während der Nachtstunden als vielmehr tagsüber am Himmel als helle, punktförmige oder runde Objekte beobachtet werden, die sich langsamer als Flugzeuge oder Satelliten, aber doch schneller als Sterne oder Planeten am Himmel bewegen. Je nach vorherrschenden Windverhältnissen können Flugbahn und Geschwindgikeit unregelmäßig sein und sich auch abrupt ändern Zudem verschwinden die Objekte häufig nach kurzer Beobachtungszeit, lösen sich in mehrere Teile auf, und erscheinen in einem Fernglas meist rund oder in einer Phasengestalt ähnlich den Mondphasen.
Wetterballons, auch Radiosonden genannt, werden von Wetterstationen auf der ganzen Welt etwa alle 12 Stunden gestartet, teilweise aber nicht täglich. Mit ihnen werden wichtige Werte in der Atmosphäre gemessen. Die Form erscheint abhängig vom Beobachterstandort und der Reflektion des Sonnenlichts. Mit zunehmender Höhe dehnen sich die Ballons bis auf etwa 15 Meter auf, bevor sie dann, überwiegend zwischen 18 und 27 km Höhe, platzen und sich in mehrere Teile auflösen.

 

Weiterführende Links und Tools (Auswahl)

Online-Sternkarten:
Astronomie.de, Ansichten des Sternenhimmels
Astrowetter, aktuelle Sternkarte und Himmelsschau
Stellarium Web, Onlineversion der bekannten Planetariums-Software
The Sky live, interaktive Sternenkarte
Satelliten-Tracker:
Heavens Above, informative Seite zur Satelliten-Beobachtung und Iridium-Flares, mit Angaben zur Sichtbarkeit
ISS-Tracker
, Livetracker für die Internationale Raumstation
Satelliten Weltkarte Livetracker
In the Sky - Live World Map of Satellites
Live Real Time Satellite Tracking and Predictions, Satelliten aller Art, inkl. ISS und Starlink
SATFLARE - Online 3D Satellite and Flare Tracking, mit Informationen über mögliche Flares
SATVIEW - Tracking Satellites and Spacejunk, mit Informationen über Reentries
CalSky Iridium Flares Berechnung
Flugverkehr-Tracking:
Flugradar24.eu, Live Flugverfolgung
Planefinder.net, Live Flugverfolgung
Freie Software:
Stellarium, das beliebte Planetarium, auch als portable Version
Celestia, Planetarium und 3D-Weltraumsimulation, auch als portable Version
UFOCapture, eine professionelle Software, die jenseits des UFO-Themas auch zur Himmels- und Atmosphärenbeobachtung eingesetzt wird, bspw. von Meteorjägern.
UFO Detector, eine Software zur Himmelsüberwachung und automatischer Aufzeichnung bei Flugbewegungen
Apps für Smartphone & Tablet (teils kostenpflichtig):
ISS-Detektor, Android - iOS
Stellarium Mobile Sky Map
, Android - iOS
Heavens-Above, Android
P.M. Planetarium, iOS
Sky View, Android - iOS
Star Chart, Android - iOS
Star Rover Stargazing Guide, Android - iOS
Star Tracker Mobile Sky Map, Android - iOS

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