Monat März 2019

Immer wieder werden verschiedene astronomische Himmelskörper, wie Planeten oder Sternschuppen/Meteore, oder künstliche Satelliten, darunter insbesondere die Internationale Raumstation ISS, sowie Wetterballone beobachtet und aus Unkenntnis heraus für UFOs gehalten und gemeldet. Mit Hilfe unseres "UFO-Wetters" erfahren Sie, was im aktuellen Monat vor allem während der Nacht besonders auffällig ist und mit was gerechnet werden muss. Ergänzend empfehlen wir den Blick in unseren UFO-Stimuli-Katalog.

 

Highlights

Venus ist rund eine Stunde vor Sonnenaufgang in der Morgendämmerung am südöstlichen Himmel langsam nachlassend hell sichtbar.

Jupiter dominiert strahlend hell die zweite Nachhälfte am südöstlichen Himmel.

Der orange-rötlich hell strahlende Mars steht bis gegen Mitternacht am Südhimmel.

Der Stern Sirius steht jetzt schon ab dem Abend hell strahlend Richtung Süd-West, etwa 15° über dem Horizont.

Astronomische Monatsübersicht für März auf astronomie.info

Sterne und Planeten

Allgemeine Infos: Die vier Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturrn erscheinen, Sichtbarkeit vorausgesetzt, wie helle Sterne am Himmel; der Mars dabei orange-rötlich. Venus kann ggf. bereits am späten Nachmittag oder während der Abenddämmerung wie ein heller Stern am Himmel und ggf. sogar wie ein entfernter Flugzeugscheinwerfer erscheinen, wenn sonst noch keine oder nur wenige Sterne sichtbar sind und verwirrt daher regelmäßig viele Beobachter. Ebenso auffällig können die besonders hellen Sterne Sirius (hellster Stern am gesamten Nachthimmel) sowie Arcturus, Wega und Capella (hellsten Sterne am Nordhimmel) erscheinen (jahreszeitabhängig).
Bedingt durch atmosphärische Einflüsse können Sterne und Planeten funkeln und erscheinen dabei nicht nur punktförmig. Gerade in Horizontnähe können sie auch (mehr)farbig und mit unregelmäßiger Struktur erscheinen. Bei stetiger Beobachtung können, durch unbewusste Eigenbewegungen der Augen, auch kleinere Zick-Zack-Bewegungen vorgetäuscht werden. Bei der Beobachtung durch ein Fernglas kann ebenso eine Mehrfarbigkeit auftreten und bei falsch eingestellten Fokus erscheinen die Sterne und Planeten als milchige, strukturierte Scheiben (so genannte Orbs). Ein typischer Hinweis auf ein astronomisches Objekt ist eine längere Beobachtungszeit, während der sich das Objekt relativ langsam bewegt.

Die Planeten im März
Venus ist den ganzen Monat rund eine Stunde vor Sonnenaufgang, Richtung OSO bis SSO und max 12° über dem Horizont als langsam nachlassender heller "Morgenstern" sichtbar und sorgte schon für Verwirrung und UFO-Meldungen (s. hier)
Mars ist den ganzen Monat ab dem frühen Abend bis nach 23:00 Uhr, Richtung SSO bis W und max. 61° über dem Horizont orange-rötlich und auffällig hell sichtbar.
Jupiter ist den ganzen Monat in der zweiten Nachhälfte (bis Monatsende verfrüht bereits ab 1:15 Uhr), Richtung SO bis SSO und max 18° über dem Horizont strahlend hell sichtbar. 

Sterne im März
Sirius ist ab den Wintermonaten bereits am Abendhimmel hell strahlend am Südhimmel bis etwa 15° über dem Horizont sichtbar, mit seinem Höchststand gegen Mitternacht. Bis Frühjahr dann ist er dann vor allem in westlicher Richtung zu sehen.

Detaillierte Angaben zu Planeten auf astronomie.info

Meteore und Sternschnuppen

Allgemeine Infos: Als Meteor wird das Aufleuchten kleiner Staubteilchen in Form von Metall- oder Gesteinsfragmenten beim Eintritt in der oberen Erdatmosphäre bezeichnet. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit wird soviel Reibungsenergie an den Luftmolekülen erzeugt, dass diese ionisiert werden und die den Meteor umgebende Luft zum Leuchten angeregt wird und helle Leuchtspuren hervorruft, was dann entsprechend beobachtet werden kann. Kleine Meteore mit Ursprungsobjekten um 1 bzw. unter 10 mm werden als Sternschnuppen bezeichnet, größere Meteore mit Ursprungsobjekten über 10 mm als Feuerkugeln oder Boliden. Während Sternschnuppen eher kurz aufleuchten und in der Regel dabei verglühen, können größere Boliden mit mindestens einem Kilogramm Masse länger sichtbar sein und unter Umständen nicht vollständig verglühen, so dass Reste dessen Ursprungsobjekten als Meteorit auch auf die Erdoberfläche auftreffen und ggf. auch Schäden hervorrufen können. Bei größeren Meteoren sind manchmal auch Geräusche, wie ein fernes Donnergrollen, vernehmbar. Neben einzelnen Meteoren gibt es größtenteils mit Kometen zusammenhängende Meteorströme, die wie alle Planeten ebenso die Sonne umkreisen und demzufolge jährlich wiederkehrend beobachtet werden können. Meteore treten immer nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden auf.
 
Aktuell auftretende Meteorschauer und Sternschnuppen sehen Sie rechts.
 
Der Komet C/2018 Y1 (Iwamoto) vergrößert seinen Abstand zur Erde im März markant und verblasst zunehmend.
 

Satelliten/ISS

Allgemeine Infos: Von den Satelliten ist die bemannte Raumstation ISS am einfachsten zu beobachten. Sie bewegt sich in wenigen Minuten von westlicher nach östlicher Richtung und kann dabei heller strahlen als die hellsten Sterne am Himmel. Im Gegensatz zu Flugzeugen erscheint sie nicht blinkend, da der Raumkomplex das Sonnenlicht ziemlich konstant reflektiert. Durch ihre Helligkeit ist sie einfach zu erkennen.
Neben der ISS sind auch eine ganze Reihe weiterer Satelliten, ebenso wie die chinesische Raumstation Tiangong 2, ggf. am Himmel zu beobachten. Sie bewegen sich mit einer typischen Geschwindigkeit und in typischen Flugbahnen, entweder von West nach Ost oder in polarer Richtung, am Himmel, so dass sie für erfahrene Beobachter relativ leicht von Flugzeugen unterscheidbar sind. Sateliten können durch Eigenbewegungen und unterschiedliche Reflektion ggf. auch blinkend bzw. mit wechselnder Helligkeit erscheinen. Durch die Eigenbewegungen des Auges können bei der Beobachtung die normalerweise geradlinigen Flugbahnen auch unregelmäßig erscheinen.

Die ISS ist bis 16. März am frühen Morgen und ab 21. März am frühen Abend, meist täglich und wiederholt am Nachthimmel zu sehen.

Sichtbarkeit der ISS auf CalSky und Heavens Above
Sichtbarkeit von Satelliten auf CalSky und auf Heavens Above

Besonderheiten bei Satelliten: Wiederkehrende Phänomene am (Nacht-)Himmel im Zusammenhang mit Satelliten sind zum Einen die so genannten Re-Entries, worunter man den Wiedereintritt künstlicher Flugkörper in die Erdatmosphäre versteht, die ähnlich einem Meteor erscheinen, allerdings deutlich langsamer fliegen, und zum Anderen die so genannten Iridium Flares, die als Reflexion von Sonnenlicht an einem Iridium-Satelliten entstehen und bis zu 20 Sekunden und sehr hell am Himmel aufleuchten. Bis Ende 2018 sollen die Iriduim-Satelliten ausgetauscht werden, so dass diese Flares dann vom Nachthimmel veschwinden werden.

Auftreten von Re-Entries auf SatView
Auftreten von Flares auf CalSky und Heavens Above

Wetterballone

Allgemeine Infos: Können weniger während der Nachtstunden als vielmehr tagsüber am Himmel als helle, punktförmige oder runde Objekte beobachtet werden, die sich langsamer als Flugzeuge oder Satelliten, aber doch schneller als Sterne oder Planeten am Himmel bewegen. Je nach vorherrschenden Windverhältnissen können Flugbahn und Geschwindgikeit unregelmäßig sein und sich auch abrupt ändern Zudem verschwinden die Objekte häufig nach kurzer Beobachtungszeit, lösen sich in mehrere Teile auf, und erscheinen in einem Fernglas meist rund oder in einer Phasengestalt ähnlich den Mondphasen.
Wetterballone, auch Radiosonden genannt, werden von Wetterstationen auf der ganzen Welt etwa alle 12 Stunden gestartet, teilweise aber nicht täglich. Mit ihnen werden wichtige Werte in der Atmosphäre gemessen. Die Form erscheint abhängig vom Beobachterstandort und der Reflektion des Sonnenlichts. Mit zunehmender Höhe dehnen sich die Ballons bis auf etwa 15 Meter auf, bevor sie dann, überwiegend zwischen 18 und 27 km Höhe, platzen und sich in mehrere Teile auflösen.

Aufstiege von Wetterballonen auf CalSky (Startplätze und Sichtbarkeit abhängig vom gewählten Standort!)

Himmelslaternen, LED-Ballons und Mikrocopter (Drohnen)

Allgemeine Infos: Im Rahmen von privaten Feiern und Veranstaltungen muss mit dem Aufsteigen der bekannten asiatischen Himmelslaternen bzw. Miniheißluftballons gerechnet werden. Obwohl in den meisten Bundesländern mittlerweile verboten, werden Himmelslaternen, wenngleich nicht mehr so häufig, nachwievor aufgelassen. Als Alternative werden gerne die neueren LED-Ballons eingesetzt, die herkömmlichen Luftballons ähneln, im Inneren eine LED-Lichtquelle besitzen und aufgrund des höheren Eigengewichts i.d.R. mit Helium befüllt werden.
Daneben finden die sogenannten Mikrocopter bzw. Drohnen immer mehr Verbreitung, sei es als kleinere Quadrocopter oder auch etwas größere Hexacopter, die als handlichere Modelle relativ günstig zu haben sind und vor allem in den Abendstunden auffallen. Auch hier gibt es mittlerweile Regelungen beim Starten derartiger Drohnen, um das Ganze mehr zu steuern bzw. einzudämmen.

Himmelslaternen erscheinen gelb bis orange-rötlich und ggf. flackernd. Je nach Windverhältnissen sind aufgrund des leichten Gewichts abrupte Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen möglich. Die Brennndauer beträgt bis etwa 20 Minuten.
LED-Ballons
erscheinen einfarbig (weiß oder in beliebiger Farbe) oder mehrfarbig. Transparente Ballons besitzen meist eine mehrfarbige LED-Illumination. Ggf. kann auch eine LED-Lichtkette am Ballon herunter hängen. Die Leuchtdauer kann bis zu 24 Stunden betragen, die Flugdauer jedoch nur 6 - 8 Stunden.
Mikrocopter
können als einzelnes Licht oder mit mehreren Lichtern in unterschiedlichen Farben erscheinen, im Schwebeflug oder abrupten Flugmanövern. Dabei sind sie weitgehend geräuschlos bzw. nur in relativer Nähe akustisch wahrzunehmen.

 

Aktuelle Sternkarte für Mitteleuropa
(für weitere Ansichten auf Karte klicken)  Aktuelle Sternkarte für Mitteleuropa von Astronomie.de Ein Service von www.Astronomie.de

Das Homepagetool mit der aktuellen Mondphase u.v.m.
Ein Service von www.Der-Mond.org

 

Weiterführende Informationen und Tools (Auswahl)

Online-Sternkarten:
Astronomie.de, Ansichten des Sternenhimmels
Astrowetter, aktuelle Sternkarte und Himmelsschau
Stellarium Web, Onlineversion der bekannten Planetariums-Software
The Sky live, interaktive Sternenkarte
Satelliten-Tracker:
Heavens Above, informative Seite zur Satelliten-Beobachtung und Iridium-Flares, mit Angaben zur Sichtbarkeit
ISS-Tracker
, Livetracker für die Internationale Raumstation
Satelliten Weltkarte Livetracker
In the Sky - Live World Map of Satellites
SATFLARE - Online 3D Satellite and Flare Tracking, mit Informationen über mögliche Flares
SATVIEW - Tracking Satellites and Spacejunk, mit Informationen über Reentries
CalSky Iridium Flares Berechnung
Flugverkehr-Tracking:
Flugradar24.eu, Live Flugverfolgung
Planefinder.net, Live Flugverfolgung
Freie Software:
Stellarium, das beliebte Planetarium, auch als portable Version
Celestia, Planetarium und 3D-Weltraumsimulation, auch als portable Version
UFOCapture, eine professionelle Software, die jenseits des UFO-Themas auch zur Himmels- und Atmosphärenbeobachtung eingesetzt wird, bspw. von Meteorjägern.
UFO Detector, eine Software zur Himmelsüberwachung und automatischer Aufzeichnung bei Flugbewegungen
Apps für Smartphone & Tablet (teils kostenpflichtig):
ISS-Detektor, Android - iOS
Stellarium Mobile Sky Map
, Android - iOS
Heavens-Above, Android
P.M. Planetarium, iOS
Sky View, Android - iOS
Star Chart, Android - iOS
Star Rover Stargazing Guide, Android - iOS
Star Tracker Mobile Sky Map, Android - iOS


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