Sonnenfinsternis 2015

Am heutigen 20. März konnten Millionen von Europäern in den nördlichen Ländern das Naturschauspiel einer Sonnenfinsternis live miterleben. Wir von ufo-information.de haben mit unserem astronomischen Equipment ebenfalls zu den "Sonnenanbetern" gehört und über 340 Fotoaufnahmen der Sonnenfinsternis gemacht. Hintereinander gesetzt ergab sich somit eine ca. 80 sekündige Videosequenz der gesamten Sonnenfinsternis über Stuttgart mit Beginn um 9.29 Uhr, Maximum um 10.37 Uhr (71,4% Bedeckung) und dem Ende um 11.49 Uhr.

Das Bild rechts zeigt die Sonnenfinsternis zum Zeitpunkt der maximalen Bedeckung um 10.37 Uhr. 

Und hier das Video unserer Sofi-Beobachtung:

Neu aufgelegt: Projekt "Blue Book"

Blue Book Archive45 Jahre nach Abschluss des Projekts "Blue Book" der US Air Force stehen alle gesammelten und ursprünglich auf Mikrofilm archivierten Dokumente des Projektes komplett im Internet zur Einsicht bereit. Insgesamt 12.618 Ufo- Sichtungen verzeichnetete die US Air Force zwischen 1947 und 1969 in ihrem Projekt. Die meisten davon konnten auf herkömmliche Flugkörper oder Naturphänomene zurückgeführt werden, weshalb das Projekt 1969 eingestellt wurde. Dem offiziellen Abschlussbericht einer Untersuchungskommission nach soll keines der gemeldeten, untersuchten und beurteilten Ufos jemals eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dargestellt haben, geschweige denn Anlass zu Spekulationen gegeben haben, dass es sich um bislang unbekannte, außerirdische Technologien gehandelt habe.

Von den über 12.000 vermeintlichen Ufo- Sichtungen wurden 701 als "unidentifiziert" klassifiziert, zumindest nach dem damaligen Kenntnisstand. Nun kann sich jeder auf der Seite projectbluebook.theblackvault.com, des Historikers und Freizeitforschers John Greenewald, selber ein Bild von den Vorfällen machen. Die Website vereint erstmals alle Dokumente des "Project Blue Book", in Summe 129.491 Seiten, die bislang nur auf Mikrofilm des US- Nationalarchivs in Washington einsehbar waren.

Bislang waren die Dokumente in Teilen unter bluebookarchive.org, darunter das komplette Filmmaterial (NARA Roll 93 und 94), verfügbar und einsehbar. Daneben konnte man sich, kostenpflichtig, schon früher Kopien der Mikrofilme bestellen, was auch Jochen Ickinger von ui.de gemacht und sich die beiden Rollen des kompletten Filmmaterials beschafft und zu Dias umfunktioniert hat.

John Greenewald hat die Dokumente über einen Zeitraum von 15 Jahren zusammengetragen. Entgegen der offiziellen Linie der Air Force ist er aber nach wie vor überzeugt davon, dass "da etwas Großes vor sich geht". So seien die von ihm zusammengetragenen Ufo- Vorfälle "nur die Spitze des Eisbergs". Vor allem, da viele Passagen der Dokumente geschwärzt wurden. Und wenn das US- Militär einige der unbekannten Flugobjekte schon nicht identifizieren könne, wundert sich Greenwald, wer dann?

Project Blue Book StaffAllerdings sei dazu angemerkt, dass das Untersucherteam nur aus einer Handvoll Leute bestand. Immerhin dokumentieren die verfügbaren Dokumente das komplette Projekt, so dass man sich also einen guten Einblick verschaffen kann. Insbesondere anhand des Fotomaterials, das zeigt, was alles fotografiert und dem Projekt zugesandt wurde und dessen Betrachtung nach einer gewissen Zeit doch ermüdet, wie auch Jochen Ickinger und andere Kollegen nach eigener Erfahrung feststellen konnten. Großer Pluspunkt des Fotomaterials: Es finden sich darin auch die Originalfotos zu bekannten Fotofällen aus der Zeit, die sich so im Original anschauen lassen, ohne irgendwelche Nachbearbeitungen oder Beschneidungen.

Project Blue Book Staff (Quelle: UFO Casebook)

Leider unterbewertet in diesem Zusammenhang ist der Abschlussbericht des Projekts, der sogenannte Condon Report, der ebenso im Netz unter files.ncas.org/condon einsehbar ist. Wenngleich der Bericht vielfach kritisiert wird, so lohnt sich dennoch darin insbesondere die Section VI "The Scientifc Context, welches neben der IFO-Thematik (Missinterpretationen, etc.) auch Kapitel zur Wahrnehmungsproblematik und zu psychologischen Aspekten enthält, die auch heute noch aktuell und zutreffend sind. Themen, die auch in der aktuellen Forschungszene immer wieder diskutiert und neu rezipiert werden, leider oftmals ohne Beachtung und Berücksichtigung der damaligen Erkenntnisse.
Eine auszugsweise deutsche Übersetzung aus dem Condon Report gibt es seitens der GEP in Form eines Sonderheftes.

Links:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/ufo-dokumente-der-air-force-veroeffentlicht-vertuschung-ist-im-gange-a-1014000.html
http://projectbluebook.theblackvault.com/
http://www.bluebookarchive.org/
http://files.ncas.org/condon/

Der Stern von Bethlehem und die Ufo Theorie

Pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen liefert uns Ralf Bülow mit „Das war der Stern von Bethlehem“ einen 11-seitigen, neuen Artikel für ufo-information.de. Die Geschichte des Stern von Bethlehems beruht auf dem Matthäusevangelium wonach dieser die Heiligen drei Könige zum Geburtsort Jesu Christi geführt haben soll.


Schon seit Jahrhunderten spekulieren Theologen oder auch Astronomen über den wahren Kern der Himmelserscheinung. Mit dem Aufkommen des Weltraumzeitalters, und damit einhergehend der Theorie von außerirdischen Besuchern auf der Erde, deuteten einige Ufo Gläubige und Esoteriker die Himmelserscheinung als außerirdisches Raumschiff. So behauptete bspw. Herbert Viktor Speer, dass "kein Stern, weder ein Komet, Planet oder Trabant" imstande gewesen wäre, "einen Menschen von einem Ort zum anderen zu begleiten". Ein außerirdisches Flugobjekt jedoch wäre "sehr wohl dazu imstande, insbesondere, weil es am richtigen Ort auch stillstehen kann."


In die gleiche Kerbe schlug auch der Autor Juan J. Benitez, der in den 1990er Jahren das Buch „Das Ufo von Bethlehem“ schrieb. Wieder andere sehen in der Person Jesu Christi selbst ein außerirdisches Lebewesen, da es bspw. keinem irdischen Menschen gelingen könnte zu reinkarnieren.


Ralf Bülow hingegen versucht in seinem Artikel der Himmelserscheinung ganz nüchtern auf die Schliche zu kommen. Lesen Sie hier: Das war der Stern von Bethlehem (PDF, 11 Seiten, 518 KB)

 

*** Das gesamte Team von ufo-information.de wünscht Ihnen und ihren Familien besinnliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2015 ***

Der Fall Oskar Linke - Eine Ufo Nahbegegnung in der DDR

Schnelllink zum Artikel: Der Fall Oskar Linke (PDF, 9 Seiten, 2,15 MB)

Seit sechs Jahrzehnten geistert der Fall "Oskar Linke – Haselbach 1950" als eine der ersten und bis heute ungeklärten Nahbegegnungen der dritten Art durch die internationale Ufo Szene. Mitten in Deutschland, im südlichen Thüringen an der Grenze zu Bayern, soll sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1950 Seltsames ereignet haben. So mysteriös, dass der Fall Oskar Linke nicht nur in das amerikanische Blue Book Projekt Einzug hielt, sondern sogar eine CIA Akte zur Folge hatte. Grund dafür war ein griechischer Zeitungsbericht über den Vorfall, den die CIA in Zeiten des aufkommenden Kalten Kriegs mit der Sowjetunion ungeprüft zu den Akten legte. Doch spätestens jetzt war das Interesse von an Ufos interessierten Menschen geweckt.

Was geschah in den frühen Morgenstunden des 17. Juni 1950 tatsächlich? Bekannt ist lediglich, verkürzt zusammen gefasst, dass Oskar Linke mit seiner Stieftochter Gabriele auf dem Heimweg mit seiner NSU Motorrad liegen geblieben ist und das Gefährt fortan schieben musste. Am angrenzenden Wald der Landstraße meinte Gabriele Rehe gesehen zu haben und beide Linkes versuchten sich langsam den Tieren zu nähern. Nahe genug, erkannte Oskar Linke, dass die vermuteten Rehe in Wirklichkeit humanoide Wesen in metallisch glänzenden Anzügen waren. In ihrer Nähe stand ein bis zu 15m breites Objekt, dass Linke an eine Wärmflasche aus Zink erinnerte. Durch eine Bemerkung Gabrieles aufgeschreckt, bestiegen die Humanoiden das Objekt, welches sich anschließend mithilfe eines zylindrischen Mittelteils vom Boden abhob, mit surrendem Geräusch zum Himmel stieg und Richtung Südosten davonflog.

Erst zwei Jahre später, im Juli 1952, nach seiner Flucht in den Westen, bezeugte Linke das Erlebte vor einem Notar in West-Berlin. Die Presse bekam Wind von der Sache. Ein amerikanisches Fernsehteam interviewte die Linkes noch im selben Jahr, der relevante Ausschnitt aus der Dokumentation ist hier zu sehen:

Linkes Nahbegegnung der dritten Art gilt bis heute als rätselhaft und über Jahrzehnte kamen keine neuen Informationen ans Tageslicht. Oskar Linke verstarb Ende der 1970er Jahre, es blieb nur die zweite first-hand-Augenzeugin, seine zum Zeitpunkt des Vorfalls 10-jährige Stieftochter Gabriele Linke, übrig. Diese wiederum zeigte in den 1980er Jahren kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Rudolf Henke vom Ufo-Netzwerk Cenap, als dieser versuchte den Fall noch einmal genauer zu untersuchen.

Erst heute, 64 Jahre nach dem Vorfall, ist es uns gelungen Frau Linke zu befragen. Ralf Bülow, der für ufo-information.de in den vergangenen Monaten bereits verschiedene Themen recherchierte, besuchte die heute 75-jährige Linke in ihrer privaten Wohnung und hatte Gelegenheit mit ihr über das Erlebte zu reden.

Eine entscheidende neue Erkenntnis aus dem Gespräch mit Frau Linke ist die Feststellung, dass die Nahbegegnung nachts gegen 2.30 Uhr stattfand. Bis heute spekulierten Ufo Forscher weltweit, ob es sich um eine Tages- oder Nachsichtung gehandelt hatte. Auch das Cenap ging bis dato von einer Tagessichtung aus. Die neue Erkenntnis wirft ebenso neue Fragen auf, z.b. nach der Wahrscheinlichkeit der korrekt wiedergegebenen Angaben zum Aussehen des Objekts. Nachts um 2.30 Uhr am Waldrand einer unbeleuchteten Waldstraße war der Mond die einzige Lichtquelle und es ist unwahrscheinlich dass diese ausreichte um Details am Objekt ausmachen zu können.

In den vergangenen Jahrzehnten kamen weitere kritische Fragen rund um die Nahbegegnung auf.  So hat sich das Cenap in seiner Publikation „Cenap Report“ in den Ausgaben 116, 121 und 122 mit dem Fall beschäftigt ohne dabei das Rätsel lösen zu können (siehe hier: Cenap Report Archiv). In der Ausgabe 121 wird ein angeblich dritter Augenzeuge benannt, Herr Reinhold, der unserer Meinung nach aber als Trittbrettfahrer der Geschichte nichts mit dem Vorfall im Juni 1950 zu tun hatte.

Weitaus tiefgründiger und berechtigt sind kritische Anmerkungen, die zum Aussehen der Humanoiden und des Ufos aufgestellt wurden. Beides, die Humanoiden und das beschriebene Ufo, entsprachen den Stereotypen für fremde Wesen und Untertassen, wie sie in den frühen 1950er Jahren auch in deutschen Medien schon in aller Munde waren. Nur kurze Zeit vorher machten andere Untertassenberichte Schlagzeilen, darunter z.b. der angebliche Ufo Absturz bei Spitzbergen, dessen beschriebenes Aussehen dem von Linkes Objekt sehr ähnelte. Der Spitzbergen Ufo Absturz entpuppte sich später als eine reine Erfindung ohne realen Hintergrund. Dennoch war das Untertassenfieber 1952 auch in Deutschland ausgebrochen und Linkes Beschreibungen entsprachen den damaligen Stereotypen, wie sie im Zusammenhang mit anderen Untertassenberichten in den Medien bereits kursierten.

Ist Linkes Erzählung also doch nur eine reine Erfindung? Dafür gibt es keine Anzeichen und auch Ralf Bülow fand in seinem Gespräch mit Gabriele keine Hinweise darauf. Doch was veranlasste Oskar Linke sein Erlebtes zwei Jahre später vor einem Notar schriftlich zu bezeugen? Seine Tochter Gabriele wusste im Gespräch mit Ralf Bülow keine Antwort darauf. Möglicherweise rief die aktuelle Berichterstattung rund um fliegende Untertassen und deren unglaubliche Flugeigenschaften sein eigenes Erlebnis wieder in Erinnerung. Ist es möglich, dass Linke Medienberichte von 1952 in seine eigene Nahbegegnung vom Juni 1950 unbewusst mit einfließen ließ und somit seinen Sichtung aufwertete? Durchaus vorstellbar, doch längst kein Beweis.

Das von Linke beschriebene Aussehen und die Technik, die dem Ufo zum Abheben verhalf, erfüllten die Erwartungen der Menschen der frühen 1950er Jahre in solch eine Untertasse und deren Besatzung. Heute, 64 Jahre später, würden wir aufgrund so viel „Low-Tech“ müde darüber lächeln. Die Nahbegegnung der dritten Art im thüringischen Haselbach 1950 gibt uns weiterhin Rätsel auf.

Lesen Sie hier den neuen Artikel zum Fall Oskar Linke aus der Feder von Ralf Bülow nach dessem Besuch bei Frau Gabriele Linke Mitte Oktober 2014: Der Fall Oskar Linke (PDF, 9 Seiten, 2,15 MB)

Zwei Dreieck Ufos über Berlin?

In der Nacht vom 22. auf den 23. August diesen Jahres wurde wir von ufo-information.de via Twitter auf eine Ufo Sichtung über Berlin aufmerksam gemacht. Mit dem gleichen Tweet wurde auch die Berliner Zeitung „B.Z.“ auf den Vorfall verwiesen.

Dem Tweet lag eine Fotoaufnahme bei. Dennis Kirstein von ufo.information.de nahm sich dem Fall an und ließ sich vom Tweetersteller und Sichtungszeugen die originalen Fotoaufnahmen zukommen. Darüber hinaus wurde der Sichtungszeuge gebeten einen ausführlichen Bericht mit allen Einzelheiten zu verfassen.

Aus dem Zeugenbericht: „Zu sehen sind drei relativ große Lichter, angeordnet in einer Dreiecksform. Das gesamte Bild bewegte sich sehr sehr langsam in Richtung Osten. Die Lichter wurden mit der dichter werdenden Wolkendecke schwächer was mich als Laien darauf schließen ließ das es über den Wolken gewesen sein muss und nicht die Wolken von unten angestrahlt wurden. Leider habe ich nicht gesehen wie es verschwunden ist da ich den Moment leider verpasst habe. Es war direkt über dem Kurfürstendamm in Berlin auf Höhe des Zoo Palast.“

Weitere Nachfragen ergaben, dass die Entdeckung der Lichter zufällig geschah mit einem Blick in den bewölkten Nachthimmel. Auch umstehende Passanten sahen die Lichter, der Zeuge konnte bei diesen aber kein erhöhtes Interesse verstellen.

Zum Aussehen und Flugverhalten der Lichter machte der Zeuge folgende Aussage:

„Die Lichter blieben im Abstand zueinander konstant gleich, jeweils keine Pulsierung oder Farbänderung. Sie waren sehr lange gleichbleibend hell zu erkennen, wie bereits erwähnt schwand das Licht sehr langsam mit der dichter werdenden Wolkendecke.
Es blieb etwa fünf Minuten auf einer Position und wanderte dann sehr langsam in Richtung Osten. Vom Entdecken bis zum Bemerken das es verschwunden war vergingen insgesamt 15 Minuten. Ich hab auf Geräusche geachtet, konnte aber nix wahrnehmen. Trotz des Stadtlärms vermute ich deshalb dass kein Geräusch vom Objekt ausging […] Ich hab die Kamera meines Handys sofort im Automatik Modus drauf gehalten, da die beiden Ergebnisse gut waren (Heller zu erkennen als im dunklen Himmel) habe ich die Bilder so behalten.
Da wir mit weiteren Freunden unterwegs sind und diese nicht offen sind für "sowas" habe ich mich danach allerdings zurück gehalten mit Foto oder Filmaufnahmen.“

Mit den Aussagen des Sichtungszeugen nahm Kirstein Kontakt auf mit der Sternwarte und Planetarium in Berlin in der Hoffnung, dass auch andere Augenzeugen die Objekte gesichtet und gemeldet haben. Aus der Erfahrung heraus ist bekannt, dass Sternwarten und Polizeistationen oft erste Anlaufstellen für Sichtungszeugen sind. Die wissenschaftliche Leitung der Sternwarte antwortete auch prompt und übergab ufo-information.de eine Ufo-Meldung mit zunächst ähnlicher Beschreibung durch einen Augenzeugen.

Der Zeuge wandte sich an die Sternwarte, da er bereits seit Tagen allabendlich über Berlin eine dreieckige Formation unbekannter Lichter auszumachen glaubte. Die Sternwarte Berlin vermittelte den Kontakt und so berichtete der Sichtungszeuge ufo-information.de Folgendes:

Frau … hat mir Ihre Mail zukommen lassen, in der Sie eine Sichtung am Berliner Himmel beschreiben, die mir auch schon seit Tagen aufgefallen ist und ich mir überhaupt nicht erklären kann. Deshalb hatte ich vor einer Woche Frau … per Mail kontaktiert. Ich wohne in der Richard Wagner Str. und hab diese Phänomene seit Tagen! beobachtet. Dreiecksformation. Ein Stern oben ,zwei darunter. Genau wie auf Ihren Fotos. Aber es sind 4 Objekte! alle selbe Grösse und Form!! Eines fast im Zenit  ,ein zweites in etwas Abstand auch fast im Zenit! Das dritte steht im Nordwesten, 45 Grad über dem Horizont und das vierte ebenfalls 45 Grad über Horizont im Südwesten. Vielleicht haben Sie eine Erklärung!!??“

Auf Nachfragen Kirsteins wurde der Sichtungsbericht noch mit nachfolgenden Antworten ergänzt:

Es handelt sich um vier Objekte die ich gesehen habe. Alle selbe Form, Leuchtkraft und Grösse.!
Hab sie seit ca  einer Woche gesehen.. wenn der Himmel klar war. Uhrzeit gegen 22.30 und 23.00 Uhr. Nach ca. 1 Stunde , sind sie ca. ( auf die Entfernung gesehen ) um 1 bis 2 cm weitergewandert. Dachte zuerst an Satelliten die sich fast mit Erddrehung bewegen!?..
Immer zur gleichen Uhrzeit an der selben Position.
Hab sie zuletzt am Samstag Abend gesehen. 22.00 bis 23.00 Uhr. Eines im Zenit und eines in etwas Abstand auch fast im Zenit,die anderen beiden  dort wie es in meiner Mail an Frau … steht.
Hab ,wie gesagt gegen 22.00 22.30 und 23.00 Uhr vom Balkon geschaut und alle vier gesehen.
Lichter standen still.. Bewegung ca. 1- 2 cm! pro Stunde( geschätzt ..hab als Anhaltspunkt das Rathaus Charlottenburg genommen. Da sich ein Objekt von meinem Balkon aus ,rechts vom Rathaus in 45 Grad zum Horizont befindet.
Fotos kann ich leider keine machen, aber die Fotos in der Mail entsprechen meiner Sichtung.
Beobachtungszeit  ..immer ab 22.00, wenns Dunkel genug ist.“

Obwohl vom zweiten Sichtungszeugen und der Sternwarte Berlin ein Zusammenhang zur ersten Sichtungsmeldung vermutet wurde, konnte dieser nach den beiden Zeugenberichten ausgeschlossen werden. Die Angaben der Zeugen differierten zu sehr auch wenn der zweite Sichtungszeuge zu Protokoll gab, dass die Fotoaufnahmen des ersten Zeugen sich mit seiner Sichtung decken würden. Dem muss anhand der sonst gemachten Aussagen des zweiten Sichtungszeugen widersprochen werden. Er selbst gab an, dass er 4 und nicht nur 3 Lichter sah und zwar „eines fast im Zenit, ein zweites in etwas Abstand auch fast im Zenit! Das dritte steht im Nordwesten, 45 Grad über dem Horizont und das vierte ebenfalls 45 Grad über Horizont im Südwesten.“

Mit diesen sehr genauen Angaben startete Kirstein das Astronomieprogramm „Stellarium“, gab die Koordinaten für Berlin, den Tag und die entsprechende Uhrzeit an und ließ sich den Nachthimmel mit allen Sternen und Planeten darstellen. Das Ergebnis ist eindeutig: Nahe dem Zenit befanden sich die beiden sehr hellen Sterne Vega und Deneb. 45 Grad über Horizont stand im Süden der Stern Altair und im Norden nahe der 45 Grad stand der Polarstern. Der Zeuge gab an zwei der Lichter im Nordwesten und Südwesten gesehen zu haben, tatsächlich aber waren Altair und der Polarstern im Norden und Süden zu sehen. Eine leicht differenzierte Abweichung zu den tatsächlichen Himmelsrichtungen muss angenommen werden. Zumindest stimmte die Angabe des Augenzeugen über die entgegengesetzte Himmelsrichtung exakt.

Ein Screenshot aus „Stellarium“ soll das hier verdeutlichen:

 

Im ersten Sichtungsfall gab es nach der Zeugenbefragung und der Anfrage an die Sternwarte Berlin noch keine Erklärung. Deshalb nahm Kirstein Kontakt mit dem Polizeipräsidium in Berlin auf, in der Hoffnung dass weitere Augenzeugen die drei Lichter über Berlin Mitte gesehen und gemeldet haben. Leider war dem nicht so, wie das Polizeipräsidium mitteilte: Nach Durchsicht der Dokumentationen eingegangener Notrufe sowie Anfragen an das Bürgertelefon bzw. die Internetwache der Polizei Berlin sind im Zusammenhang mit den am 22. August 2014 gesichteten Lichtpunkten keine Eingänge verzeichnet.“

Das Erscheinungsbild der Lichter auf den Fotoaufnahmen als auch die Beschreibung des Sichtungszeugen deuteten auf so genannte Skybeamer hin. Dabei handelt es sich um einen besonders starken Projektionsscheinwerfer, der meist zu Werbezwecken, z. B. von Diskotheken, betrieben wird. Das Licht wird dabei nach oben in den Nachthimmel abgestrahlt, mitunter als besonders auffällige, rotierende Bündel von Lichtstrahlen. Die Wirkung kommt durch Streuung des Lichtes an Dunst und Wolken zustande. Das Erscheinungsbild kann in Form, Farbe und Bewegung stark voneinander unterscheiden.

Eine Anfrage an das Berliner Amt für öffentliche Ordnung nach eine Genehmigung solch eines Skybeamers an besagtem Abend wurde letztlich in zweiter Instanz positiv bestätigt. Für ufo-information.de ist dies Indiz genug auch diese Ufo Sichtung als aufgeklärt zu werten.

Erschwerend kommt hinzu, dass vom Fallermittler Kirstein versucht wurde an die Kontaktdaten einer Freundin zu kommen, die die Lichter ebenfalls sah. Der Sichtungszeuge hat sich daraufhin bis heute nicht mehr zurück gemeldet. Leider war es aufgrund dessen auch nicht möglich mittels eines Zeugenfragebogen an beide Zeugen der ersten Sichtung weitere Informationen zu sammeln.

Wenn wir uns die Aussagen des einzigen Sichtungszeugen jedoch ansehen, spricht vieles für einen Skybeamer. Da ist z.B. die beschriebene Flugbewegung, die als sehr sehr langsam beschrieben wurde. Zudem merkte der Zeuge an, dass die Helligkeit der Lichter mit dem Wolkengang sich veränderte. Auch das Verhalten der anderen Fußgänger lässt darauf schließen, dass die drei Lichter am Himmel kein anomales Verhalten an den Tag legten, welches von Interesse gewesen wäre. Die Lokation Berlin Mitte nahe dem Bahnhof Zoologischer Garten und zudem noch an einem sommerlichen Wochenendabend lässt vermuten, dass Tausende Berliner und Touristen in der Stadt unterwegs waren, sich aber offensichtlich niemand an den Lichtern störte. Zuletzt kommt noch die Tatsache hinzu, dass wir den Einsatz von Skybeamern in der Berliner Innenstadt vom Amt für öffentliche Ordnung bestätigt bekamen.

In Summe lässt sich der erste, vermeintliche Dreiecks-Ufo-Fall somit als „Near Ifo“ klassifizieren. Als Near Ifo werden Fälle, die einer herkömmlichen Erscheinung ähnlich sind, aber keinem eindeutigem Stimulus zugeordnet werden können und noch eine geringe Strangeness (Fremdartigkeit) enthalten, klassifiziert.

Für den zweiten Fall nehmen wir die Klassifikation „IFO“ vor, da wir hier anhand gesicherter, astronomischer Daten von einer eindeutigen Identifizierung ausgehen.

Mehr über Ufo Falluntersuchungen beschreibt Dennis Kirstein in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des "P.M."-Magazins. Nähere Informationen dazu hier: Im P.M. Magazin Interview

 

 

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