In diesem Themenbereich wollen wir Sie über die Zeit vor 1947 informieren, dem Jahr in dem der moderne Ufo-Mythos mit der Sichtung des Piloten Kenneth Arnold seinen Anfang nahm. Dies bedeutet aber nicht, dass es nicht auch bereits in den Jahren und Jahrzehnten vor 1947 zu Erscheinungen kam, welche den Menschen unbegreiflich erschienen. Hierbei sei die Sichtungswelle von Luftschiffen kurz vor der Jahrhundertwende (19. in 20. Jahrhundert) ebenso erwähnt wie die berühmten Foo Fighters, die alliierte Piloten über Deutschland während des zweiten Weltkriegs sichteten.

Ein weiteres Thema ist die aufkommende amerikanische Science-Fiction-Literatur ab den 1920er Jahren und ihre Darstellungen von Raumschiffen, Invasionen und Entführungen durch Außerirdische. Alles, was das Ufo-Phänomen heute an Themen bereit hält, findet man bereits in den Frühjahren der Science-Fiction-Literatur wieder. Zudem stellen wir Ihnen Persönlichkeiten vor, die als Wegbereiter des modernen Ufo-Mythos gelten, noch bevor die "fliegenden Untertassen" 1947 Einzug hielten.

Reichsflugscheiben (Haunebu, Vril, Flugkreisel...) sind untertassenförmige Militärflugmaschinen, die in Mythen und Verschwörungstheorien auftauchen und diesen zufolge im nationalsozialistischen Deutschen Reich gebaut und getestet worden sein sollen. Historisch und technisch sind keine Belege bekannt, jedoch taucht das Thema in der pseudowissenschaftlichen, rechten Esoterikliteratur als Beispiel für „Nazi-Technologie“ auf.

Sie dienen zur Legendenbildung, wonach Nazi-Deutschland kurz vor einem Endsieg im Zweiten Weltkrieg stand, wäre es den Ingenieuren nur rechtzeitig gelungen die "Wunderwaffen des Dritten Reichs" serienreif zu bekommen.

Zum Themenspektrum zählen auch Legenden um eine Nazi-Basis in Neuschwabenland (Antarktis), wo sich Adolf Hitler und weitere ranghohe Partei- und SS-Spitzen kurz vor der Kapitulation Deutschlands absetzen konnten.

Zu den Vertretern des Flugscheibenmythos zählen u.a. Holocaust-Leugner und Judentum-Verschwörungstheoretiker.

Zwar gab es grundsätzliche Überlegungen zu scheibenähnlichen Flugkörpern, die jedoch nicht aus dem theoretischem Stadium hinaus kamen, bzw. erst nach dem 2. Weltkrieg zu wenig erfolgreichen Versuchen in den USA führten. Siehe dazu unseren Blogbeitrag: "Meister der Flugscheiben" Joseph Andreas Epp wird 100.

Daneben fanden die Reichsflugscheibenfantasien auch Einzug in den Modellbau, wobei falsche Infos dazu kritisiert wurden.

Im Januar 2021 kam das Thema am Rande einer Dokumentensammlung der CIA zum Thema UFOs, die auf der Seite The Black Vault zur Verfügung gestellt wird, erneut auf und worin u.a. auch die Abschrift eines Presseartikels aus dem Jahr 1953 auftauchte, in dem der frühere deutsche Ingenieur Georg Klein behauptete, dass die Russen in Besitz von Plänen derartiger deutscher Untertassen wären.

Dieses Dokument ist ein Beispiel dafür, dass viele der Dokumente bereits zuvor bekannt oder zumindest zugänglich waren, da sich dieses Dokument bereits seit 1983 im CENAP-Archiv befindet, aufgrund einer damaligen Dokumentenbeschaffung, noch dazu in besserer Qualität (s.u.).

 

  

 Artikel
Ralf Bülow: Der Meister der Flugscheiben - zum 100. Geburtstag von Joseph Andreas Epp (PDF)
Ulrich Magin: Die Wurzeln des Flugscheibenmythos. Artikel über die nicht tot zu kriegenden Mythen rund um deutsche Reichsflugscheiben (PDF, aus "UFOzine" Ausgabe 31)
Ingbert Jüdt: Rechtsextreme Ausrichtung des Flugscheibenmythos. Interview mit Ingbert Jüdt (aus "UFOzine" Ausgabe 31)
Kevin McClure: Der Nazi-Ufo-Mythos. Allgermein gehaltener Artikel über den Flugscheiben-Mythos (aus "UFOzine" Ausgabe 31)
Der Online-Cenap-Report in einer Spezial-Ausgabe zum Thema "Rechte Esoterik und Deutsche Flugscheiben"
Dr. Stefan Meinings Arbeit "Rechte Esoterik in Deutschland. Ideenkonstrukte, Schnittstellen und Gefahrenpotentiale." (nur Seite 45-85)
Die Hamburger Behörde für Inneres veröffentlichte eine umfangreiche Info-Broschüre "Brennpunkt Esoterik - Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus" (externer Download, 852 KB)
 
 Weblinks
Vierteiliger Beitrag auf dem CENAP-Blog von Hansjürgen Köhler, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
Jan van Helsing und die neue Rechte in der Grenzwissenschaft Teil 1 (Andre Kramer, 2009)
Jan van Helsing und die neue Rechte in der Grenzwissenschaft Teil 2 (Andre Kramer, 2011)
Die Mär von Hitlers Festung im ewigen Eis. (Spiegel Online)
Adolfs Elite aus der Antarktis. (taz.de)
Karma, Ufos und Antisemitismus (comlink.de)
Arier im Mikrowellenkrieg (sueddeutsche.de)
Braune Esoterik auf dem Vormarsch (zeit.de von 1998)
UFOs und Götter für den Endsieg (heise.de/Telepolis)

 

 
 

Beim »Freedom of Information Act« (FOIA) handelt es sich ursprünglich um ein US-amerikanisches Gesetz aus dem Jahre 1966, das es erlaubt, auf Anfrage von Bürgern zuvor geheimgehaltenes Material seitens staatlicher Einrichtungen freizugeben. Bekannt wurde das Gesetz in der Ufo-Szene zum Einen aufgrund einer Initiative in den USA, die die Herausgabe geheimer UFO-Dokumente verlangte, zum Anderen auch durch die eigenen Veröffentlichungen diverser US-Behörden zum Ufo-Thema.

Den Anfang machte die Veröffentlichung des gesamten Materials aus dem Projekt Blaubuch (Blue Book) der US Air Force (1952 - 1969). So können hierzu bspw. sämtliche Akten und das komplette Fotomaterial angefordert werden.

Aktuell findet der FOIA seinen Ausfluss in der zunehmenden Freigabe von Dokumenten aus staatlichen Untersuchungsprojekten, nicht nur in den USA. Der Begriff FOIA wird an dieser Stelle stellvertretend auch für die Freigabe von Dokumenten aus staatlichen Projekten anderer Länder verwendet. Mit am Bekanntesten sind bspw. die seit Jahren andauernden, umfangreichen Veröffentlichungen des britischen Verteidigungsministeriums MoD. Ebenso gebräuchlich ist in diesem Zusammenhang der Begriff "Disclosure" (dt.: Enthüllung, Offenlegung).

In Deutschland findet dies seine Entsprechung im "Informationsfreiheitsgesetz" (IFG), das 2006 in Kraft trat und jedermann einen Rechtsanspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden gewährt. Die Gültigkeit umfasst nicht Einrichtungen der einzelnen Bundesländer. Bislang haben 10 Bundesländer für ihren Bereich ähnliche Gesetze erlassen. Zu Berühmtheit gelangte das IFG durch den so genannten "UFO-Prozess" am 01.12.2011, vor dem Verwaltungsgericht Berlin, wo unter Berufung auf dieses Gesetz die Einsicht in eine Ausarbeitung seitens des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags zum Thema UFOs und Außerirdische verlangt wurde. Inzwischen liegt uns das 10-seitige Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes dazu vor. Siehe dazu auch den Beitrag "UFO-Gutachten" muss freigegeben werden! auf unserem Weblog sowie die Zusammenstellung zum so genannten "UFO-Prozess".

Situation in Deutschland

Für die Bundesrepublik Deutschland kann an dieser Stelle gesagt werden, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand zumindest bis in die 1980er Jahre bzw. bis zur Wiedervereinigung keine derartigen Untersuchungsprojekte oder eine staatliche Stelle gab, wo solche Berichte zentral gesammelt, untersucht bzw. ausgewertet und dokumentiert wurden. Belegt ist dies durch einen Besuch kritischer deutscher Ufo-Forscher beim Führungsstab der Luftwaffe auf der Hardthöhe bei Bonn im Jahre 1983, auf eine Einladung hin, infolge eines damals von Ufologen verfassten "Memorandum an die Bundesregierung" mit der Forderung zur Veröffentlichung angeblich existierender, geheimer Ufo-Akten.

Berücksichtigt werden muss dabei auch die besondere Situation der früheren Bundesrepublik Deutschland bis 1990 und der teilweisen militärischen Hoheit der Alliierten. Inwieweit es nach der Wiedervereinigung ein Interesse oder eine Notwendigkeit zur Einrichtung einer solchen Untersuchungsstelle gab bzw. gibt, ist zweifelhaft.

Zwar wird seit einigen Jahren auf das 2003 gegründete "Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum" (NLFZ) hingewiesen und auf Vorschriften, nicht identifizierte bzw. nicht authorisierte, Bewegungen im Luftraum dorthin zu melden. Aus diesen eher gewöhnlichen, militärischen Abläufen allerdings auf die systematische Untersuchung bzw. gar eine "UFO-Untersuchungsstelle" zu schließen, halten wir nach dem vorliegenden Kenntnisstand für unbegründet.

Siehe zum Thema geheime UFO-Akten in der Bundesrepublik Deutschland auch den Sonderband UFOs und Politik - der deutsche Weg.

Nachfolgend eine Übersicht von Ländern mit bekannten (halb-)staatlichen Untersuchungsstellen bzw. Links zu öffentlichen Ufo-Archiven.

Europa
Belgien: Freigabe von staatlichen Ufo-Akten (kein Dokumentlink bekannt).
Dänemark: Ufo-Akten der dänischen Luftwaffe. 2013 wurdne erneut über 320 Seiten neuer UFO-Akten der Luftwaffe veröffentlicht.
Frankreich: Ufo-Akten der frz. Raumfahrtagentur CNES werden über die frz. Ufo-Gruppe GEIPAN veröffentlicht. Siehe dazu auch »The GEPAN-SEPRA Report« und »The French COMETA Report«.
Großbritannien: Ufo-Akten des britischen Verteidigungsministeriums (MoD), erhältlich über das Nationalarchiv des UK Government. Anleitung zu den Ufo-Akten von Dr. David Clarke. Einige Hinweise zur ersten Tranche vom UK-Ufo Condign-Team. Ein Wiki des brit. Nationalarchivs zu den Ufo-Dokumenten.
Großbritannien: Diverse Ufo-Dokumente des MOD, mit Spezial über Unidentified Aerial Phenomena (UAP) in the UK Air Defence Region. Artikel über die Arbeit des »MOD UFO Desk«.
Italien: Seitens der italienischen Luftwaffe werden Ufo-Akten veröffentlicht.
Norwegen: Freigabe von staatlichen Ufo-Akten (kein Dokumentlink bekannt).
Portugal: Freigabe von staatlichen Ufo-Akten (kein Dokumentlink bekannt).
Russland: Seitens der russischen Marine wurden 2009 Ufo-Akten freigegeben (kein Dokument-Link bekannt).
Schweden: Die schwedische Gruppe Ufo-Sverige betreibt ein unfangreiches Archiv mit über 18.000 Sichtungsberichten seit 1973.
Ukraine: Bislang geheime Ufo-Akten überwiegend vom Hydrometeorologischen Zentrum der ukrainischen Luftwaffe werden über die ukrainische UFODOS veröffentlicht (nur in ukrainisch).

 

USA
The Black Vault, umfangreiches Portal zum Thema FOIA und Dokumentrecherche, nicht nur zum Thema Ufos.
Dokumentsammlung zum FBI auf The Black Vault
Dokumentsammlung zur CIA auf The Black Vault
Dokumentsammlung bei CUFON, "Verified Documents" und "Other Files".
Dokumentsammlung bei NICAP, "Official UFO Documents" und "Official Projects".
UFO-Akten des US-amerikanischen Senators Barry Goldwater bei presidentialufo.com. Darüberhinaus finden sich dort UFO-Dokumente zu mehreren US-amerikanischen Präsidenten.
PROJECT 1947, a world-wide effort to document the origins of the modern Ufo phenomenon. Hosted auch die Website zu "The Sign Historical Group".
»Scientific Study on Unidentified Flying Objects« (Condon Report). Abschlussbericht der Universität von Colorado von 1968, basierend auf dem Projekt Blaubuch (blue book)
»Project Blue Book Archive«, das digitalisierte Archiv des Projekts Blaubuch. Ein Teil der schriftlichen Dokumente (insgesamt 92 Mikrofilmrollen) und das komplette Fotomaterial (Rolle 93 und 94) sind verfügbar und können durchsucht werden. Möglichkeiten zum Download und Bestellen des Materials.
»The Project Blue Book Collection« auf The Black Vault. Komplettes Onlinearchiv aller Dokumente.
Ufo-Dokumente der NSA (umfangreich, umfangreich über 40 Dokumente).
Ufo-Dokumente der CIA, siehe dazu auch »CIA's Role in the Study of UFOs, 1947-90«.
Dokumente des FBI über "unexplained Phenomena" (Ufos, Roswell, Blue Book, Mutilations, MJ12). Siehe dazu auch »the FBI and UFOs«.
Das U.S. Departement of Defense zum Thema Ufos.
Auf der FOIA-Seite der  DIA finden sich im letzten Abschnitt 'Other available Records' auch UFO-Dokumente.
Dokumente der U.S. Air Force zum Projekt Bue Book und zu Roswell.
Portal des Naval Historical Center zu Ufos sowie U-2s, Ufos and Operation Blue Book.
Dokumente der NASA zum Thema Ufos. Siehe dazu auch NASA Factsheet: The US Government and Unidentified Flying Objects.

 

Andere Länder
Argentinien: Die argentinische Luftwaffe richtete Ende 2010 eine offizielle Forschungskomission zur Untersuchung von Luft- und Weltraumphänomenen ein. Eine Initiative argentinischer Ufo-Forscher fordert in dem Zusammenhang die Freigabe vorhandener staatlicher Ufo-Akten.
Australien: Bis 1996 wurden vom australischen Verteidigungsminisreriums Ufo-Sichtungen untersucht. nach Einstellung der Untersuchungen derartiger Sichtungen wurden alle Akten nach eigener Angabe vernichtet.
Über die Suche des australischen Nationalarchiv können einzelne UFO-Files gefunden werden (Bei keywords ufo eingeben).
Eine Übersicht an UFO-Dokumenten findet sich auch hier.
Aktuell können über die angegebene Suche auch die zuvor als vernichtet geltende Akten zum Rätsel des am 21.10.1978 verschollenen Piloten Frederick Valentich eingesehen und als 315-Seiten umfassendes PDF heruntergeladen werden (In der Suche bei keywords valentich eingeben und in der Ergebnisliste auf den Eintrag V116/783/1047 klicken). Siehe dazu auch auf dem ui-Weblog.
Im August 2012 wurden weitere Ufo-Dokumente freigegeben, einzusehen hier.
Brasilien: Ufo-Akten der brasilianischen Regierung wurden über das brasilianische Ufo-Magazin veröffentlicht. Ursprüngliche Downloadlinks sind nicht mehr aktiv, auf das Dokumentverzeichnis kann derzeit direkt zugegriffen werden. Alternativ sind die Kokumente auch über The Black Vault erreichbar.
Chile: Die chilenische Luftfahrtbehörde gründete 1996 einen Ausschuss für anomale Luftphänomene (CEFAA) zur Untersuchung entsprechender Sichtungsfälle, der auch diverses Material veröffentlicht. Informationen zu den Sichtungsfällen gibt s über den chilenischen TV-Sender La Tercera und UfoInfo.
Kanada: Über 9500 staatl. Ufo-Dokumente aus dem Zeitraum 1947 und den frühen 1980ern werden über die kanadische Library and Archives veröffentlicht.
Mexiko: 2004 veröffentlichte Mexiko seine staatlichen Ufo-Akten (kein Dokumentlink bekannt).
Neuseeland: Die Regierung gab Ufo-Dokumente aus den Jahren 1954 - 2009 frei, einsehbar hier.
PDF-Versionen der oben nur online einsehbaren Dokumente gibt es hier.
Uruguay: Nach 30 Jahren staatlicher Ufo-Untersuchungen legte die uruguayanische Luftwaffe die Akten offen. Die Zeitung El Pais bekam Einsicht und berichtete darüber (engl. Übersetzung).

 

 
 
 
 

Die UFO-Welle von Belgien sorgte zwischen November 1989 und April 1990 (häufig wird auch 1992 als Ende genannt) für zahlreiche UFO-Meldungen und einen Medienhype in Mitteleuropa, wie wir ihn zuvor und auch danach nicht mehr erlebt haben. Insgesamt wird von etwa 13.500 Beobachtungen während der gesamten Welle ausgegangen. Zu 2.600 Beobachtungen wurden schriftliche Berichte abgegeben, von denen wiederum ein Viertel untersucht wurde. Ein Großteil davon soll ungeklärt geblieben sein. Ende März 1990 gab es den Höhepunkt der Sichtungsmeldungen, der in Radarsichtungen und den Einsatz von F16-Kampfflugzeugen gipfelte. Die Ziele sollen ungewöhnlich starke Geschwindigkeits- und Höhenänderungen durchgeführt haben.

Als Synonym für die belgische UFO-Welle gilt die Beschreibung "fliegender Dreiecke", die den Kern der Welle darstellen sollen und die durch nur wenige, angeblich echte, Fotos belegt werden, die anscheinend dreiecksförmige Flugkörper zeigen. Allerdings gibt es trotz der hohen Anzahl an Sichtungsmeldungen keine wirklich belastbaren Foto- oder Videoaufnahmen. Im Gegenteil, das populärste Foto eines "fliegenden Dreiecks", aufgenommen über Petit-Rechain, das lange Zeit als Vorzeigebeweis galt und auch Titelbild des von der "Belgischen Gesellschaft zur Erforschung von Phänomenen im Luft- und Weltraum" (SOBEPS) herausgegebenen Berichts zur UFO-Welle war, wurde vom mutmaßlichen Urheber 2011 als Fälschung offenbart. So gab der Urheber des Fotos, sehr ähnlich dem rechts abgebildeten, an, dass er mit Kollegen das angebliche UFO aus einer Hartschaumplatte zugeschnitten, mit Lichtern versehen, an der Decke aufgehängt, von unten fotografiert und dadurch auch den leichten Verwackelungseffekt erzielt. Später habe sich dann die Geschichte verselbstständigt und so hat das Foto seinen Weg zu Forschern und in zahlreiche Publikationen zum Thema gefunden. Siehe dazu den unten abrufbaren Bericht aus dem belgischen Fernsehen, mit deutschen Untertiteln.

Von den Vertretern der Theorie eines exotischen Phänomens, insbesondere der Ufologe Auguste Meessen sowie die belgische SOBEPS, Herausgeber des Reports "UFO-Welle über Belgien", wird vor allem die Häufung der Sichtungen und die scheinbare Qualität der Sichtungszeugen, darunter u.a. Polizei- und Militärangehörige, als ein Beweis für die Echtheit des Phänomens herangezogen. Seitens kritischer Forscher wird die psychosoziale Hypothese als maßgebliche Erklärung herangezogen, nach der die UFO-Welle maßgeblich durch einen sich selbst verstärkenden psychologischen Prozess verursacht wurde, ausgelöst einerseits durch eine fehlerhafte Information durch die Medien und andererseits durch die Arbeit der SOBEPS selber, die das ebenso in ihrer Öffentlichkeitsarbeit einseitig förderte. Zudem lassen sich vielfach für die aufgeführten Sichtungen verschiedenste herkömmliche Objekte als Erklärung heranziehen, wie Flugzeuge oder Hubschrauber. Auch haben die Zeugen überwiegend Lichter (in der Nacht) beobachtet, die dann als Dreiecke interpretiert wurden. Zudem unterliegen auch vermeintlich besonders zuverlässige Zeugen, wie bspw. Militär- oder Polizeiangehörige, Piloten, oder Wissenschaftler, denselben wahrnehmungspsychologischen Effekten, wie jeder andere Zeuge auch. Ihr Beruf macht sie nicht zu besseren Sichtungszeugen.

Auffallend bei diesem, wie auch bei anderen berühmten Sichtungswellen, ist die geografische Abgrenzung der Sichtungseingänge. So ist eine signifikante Häufung an Sichtungsmeldungen ausgerechnet dort vorzufinden, wo die Medien besonders häufig über gemeldete Ufos berichten. Ein Umstand, der für eine starke Beeinflussung durch Medienberichte spricht. Ebenso ist bei der Belgien-Welle auffällig, dass es aus dem nahen Aachen auf der deutschen Seite keine Sichtungsmeldungen gab (soziale Grenzen).

Regelmäßig wird in der Argumentation pro exotisches Phänomen der Vorfall der Radarsichtungen und die Verfolgung seitens mehrerer F16-Kampfflugzeuge erwähnt. Bei der ersten Radarsichtung und den anschließend gestarteten F16 berichtete keiner der beteiligten Piloten, das Objekt gesehen zu haben. Später in derselben Nacht wurden mehrere Lichter am Himmel beobachtet und gemeldet, wohingegen das Traffic Center Control in Semmerzake nur ein Objekt auf ihrem Radar hatte. Zwei F16 wurden gestartet, um das Ziel abzufangen. Parallel wurden vom Boden aus mehrere Lichter in Formation gesehen, die sich langsam über den Himmel bewegten. Den F16 gelang es bei drei Zielen, für einige Zeit einen Radar-Lock zu erhalten, also dass sich das Radar auf ein Ziel einloggt und fixiert. Allerdings hatte sich später gezeigt, dass sich diese Radar-Locks gegenseitig aufeinander bezogen. Die anderen Kontakte waren alle das Ergebnis einer bekannten atmosphärischen Interferenz namens Bragg-Streuung. Die Piloten gaben nie an, irgendwelche der parallel vom Boden aus beobachteten Objekte gesehen zu haben oder eines der behaupteten Manöver in Form von ungewöhnlichen Geschwindigkeiits- oder Höhenänderungen. Thematisiert wird der Vorfall mit den Radarsichtungen und den F16 u.a. im Skeptoid-Podcast von Brian Dunning, #538).

In eben diesem Podcast kommt Dunning zu folgender Schlussfolgerung, die die Psychologie des Phänomens treffend zusammenfasst:

"Sie haben eine Geschichte in der Zeitung gelesen, in der vor ein oder zwei Nächten ein UFO über Ihrer Stadt fliegend gesehen wurde. Du erinnerst dich, dass du etwas gesehen hast, das du für einen hellen Stern oder ein Flugzeug genommen hast, aber diese erstaunliche neue Geschichte lässt dich erkennen, dass das, was du gesehen hast, dieses UFO gewesen sein muss. Sie und ich stellen möglicherweise nicht unbedingt diese Verbindung her, aber es ist durchaus vernünftig, dass viele Menschen dies tun. Und so folgen sie den Anweisungen im Zeitungsartikel und senden einen Bericht an SOBEPS. Bei so vielen Artikeln über einen Zeitraum von Jahren in einem kleinen Land ist es keine große Überraschung, dass SOBEPS mitteilte, dass sie letztendlich insgesamt 2.600 Artikel erhalten haben. Die 143 Meldungen Meessens für den ursprünglichen Vorfall vom 29. November gingen zwar ein, jedoch erst nach mehr als einer Woche aggressiver und wiederholter Werbung in den Massenmedien. Es ist nur eine viel spätere Nacherzählung der Geschichte, die fälschlicherweise vermuten lässt, dass alle 2.600 gemeldet wurden, als die Leute die F-16 beobachteten, die die UFOs jagten, oder dass alle 143 ersten Berichte in dieser ersten Nacht unabhängig voneinander kamen. Alle Berichte erfolgten nachträglich und wurden erst nach Aufforderung und Aufforderung durch SOBEPS und die Medien erstellt.
Es war einfach ein psychosoziales Phänomen, weshalb es keine Beweise gibt und nur das eine fragwürdige (Petit-Rechain-) Foto. Wenn 13.500 Menschen tatsächlich etwas gesehen hätten, das sie damals für ein UFO genommen haben, garantiere ich Ihnen, dass mehr als nur ein einziges Foto entstanden wäre."

Neben der soziopsychologischen Komponente, gepaart mit der Medienbeeinflussung, ist es vor allem auch die Kritik an der grundsätzlichen Analyse der Zeugenaussagen durch die SOBEPS, die nicht hinreichend zwischen subjektiven und objektiven Daten in den Zeugenaussagen differenziert, und die subjektiven Angaben wie objektive Daten behandelte. Dies stellt der Physiker Roger Paquay in seiner Schlussfolgerung zur belgischen UFO-Welle heraus (s. Link zum Artikel unten).

Dem 30. Jahrestag der Belgien-Welle am 29.11.2019 haben wir einen eigenen Blogbeitrag gewidmet.

 

Artikel/Links
Der Beginn der Belgien UFO-Welle, von Jean-Michel Abrassart. Übersetzung aus dem Englischen. Original im Magazin SUNLite (Vol. 2, Nr. 6) erschienen.
Die belgische Welle 1989-1991: Schlussfolgerung, von Roger Paquay. Übersetzung aus dem Englischen. Original im Magazin SUNLite (Vol. 8, Nr. 4) erschienen.
Ufos 2000 - Die Eskalation. Ein Sonderband des Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene aus dem Jahr 1993. Unter anderem mit einem detaillierten Bericht zur Beglien-Welle.
Die Belgien Ufo-Welle 1989. Hans-Jürgen Köhler hat dieses Archiv aus 11 Beiträgen aus dem "Cenap-Report" der frühen 1990er Jahre zusammengestellt.
Belgien: Ein Himmel voller Oster-UFOs (im Internet Archive)
Skeptoid Podcast #538 von Brian Dunning zur belgischen UFO-Welle (englisch)

 

Fotogalerie:

 

Videoaufnahmen:

drei TV-Berichte über das Geständnis des Fotofälschers (dt. Untertitel)

Der 24. Juni 1947 ist als die Geburtsstunde der fliegenden Untertassen und des modernen Ufo-Phänomens international anerkannt. Der „fliegende Händler“ Kenneth Arnold sichtete über dem Mount Rainier im US-Bundesstaat Washington neun „flying disks“ und berichtete nach seiner Landung in Radio und Presse darüber. Die "fliegenden Untertassen" waren geboren.

Erst viel später, in den 1950er Jahren, wurde der Begriff "UFO" durch das amerikanische Militär aufgegriffen, das unter „unidentified flying object“ völlig wertneutral sämtliche Berichte von nicht erkannten Flugobjekten in dem Projekt „Blue Book“ zusammen trug.

Arnolds Sichtung wird bis heute kontrovers diskutiert. Während sich ein Teil der Ufo-Phänomen-Forscher an der Identifizierung der gesichteten Objekte versucht, nimmt sich ein anderer Teil den Sichtungszeugen und dessen Werdegang und Bekanntenkreis an. Für die vermeintlich gesichteten Objekte gibt es heute über ein Dutzend Erklärungsansätze. Auch Arnolds Persönlichkeit und der Wahrheitsgehalt seiner Aussagen wird kritisch hinterfragt.

Nachfolgend stellen wir Ihnen weiterführendes Info-Material zu diesem berühmten Sichtungsfall zur Verfügung.

 

 Artikel
Dennis Kirstein: Die Geburtsstunde der fliegenden Untertassen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Kenneth Arnold und dessen Umfeld. (inkl. dem Original-Artikel aus dem FATE-Magazin von 1947)
Werner Walter: UFOs - Wie alles begann - Kenneth Arnold´s Fallklassiker. Detaillierter Artikel über die Sichtung und Arnolds spätere Beschäftigung mit dem UFO-Phänomen
 
Fotogalerie

 

Radiointerview mit Kenneth Arnold:

Seite 5 von 24

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Auf der Infoseite mit häufigen und typischen Auslösern von UFO-Meldungen finden Sie vielleicht schon eine Lösung. Ansonsten finden Sie auf der Meldestellenseite Kontaktmöglichkeiten, um Ihre Sichtung zu melden und kompetent beurteilen zu lassen.

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