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Ein Licht am Himmel - was habe ich da gesehen?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass man, vor allem während der Nacht, ein Licht, oder mehrere, am Himmel sieht, was einem seltsam vorkommt und man sich nicht auf Anhieb erklären kann, vielleicht weil es besonders auffällig ist, sich ungewöhnlich verhält oder sich sehr schnell über den Himmel bewegt. Man muss dabei nicht gleich an ein UFO/UAP denken, sondern kann auch mit relativ wenig Aufwand die eigene Beobachtung aufklären. Hilfreich ist es in jedem Fall, die genaue Uhrzeit samt Himmelsrichtung zu notieren. Nachfolgend einige Hinweise auf mögliche Erklärungen.
Ein helles Licht bewegt sich nicht am Himmel
Wenn sich ein helles Licht am Himmel längere Zeit nicht erkennbar fortbewegt, dürfte es sich sehr wahrscheinlich um einen Stern oder Planet handeln. Der Unterschied zwischen beiden zeigt sich am Funkeln, Sterne funkeln aufgrund atmosphärischer Einflüsse, ggf. auch mehrfarbig, was insbesondere in Horizontnähe auffällig ist. Planeten funkeln dagegen nicht, aufgrund der geringeren Distanz zur Erde und größeren Helligkeit zumindest nicht auffällig erkennbar. Ein weiterer Hinweis auf einen Stern ist auch, wenn sich das Licht an mehreren Tagen hintereinander an derselben Stelle am Himmel zeigt. Planeten zeigen sich über die Tage an leicht versetzten Stellen und weisen eine stärkere Eigenbewegung auf, die bei längerer Beobachtungszeit erkennbar ist.
Sehr auffällig erscheinen regelmäßig der Planet Venus und der Stern Sirius aufgrund ihrer Helligkeit. Die Venus kann dabei ggf. auch am Taghimmel sichtbar sein und mit einem Flugzeugscheinwerfer verwechselt werden. Weitere auffällige Planeten sind der rötliche Mars sowie auch Jupiter und Saturn, die hell erscheinen können. Auffällige helle Sterne sind neben Sirius auch Arktur, Capella und Vega. Auch die rötlich leuchtenden Antares sowie Aldebaran und Beteigeuze sind aufgrund ihrer Färbung auffällig. Unterstützung bei der Identifizierung bieten digitale Sternkarten, wie Stellarium, die es auch als App für Smartphones gibt und womit sich ein (astronomisches) Objekt am Himmel leicht identifizieren lässt.
Ein helles Licht bewegt sich schnell über den Himmel
Wenn ein (einzelnes) helles Licht schnell über den Himmel zieht, kommen in erster Linie Satelliten und Flugzeuge in Betracht, wobei Flugzeuge in aller Regel blinken. In großer Höhe zeigen sich Flugzeuge meist nur als weißer Lichtpunkt, niedriger fliegend sind ggf. auch rote und grüne Lichter erkennbar, abhängig auch von der Entfernung zum Beobachter. Auch kann häufig ein Blinken bei Flugzeugen beobachtet werden. Satelliten blinken dagegen nicht, können jedoch durch Eigenbewegungen und unterschiedliche Reflektion ggf. auch mit wechselnder Helligkeit erscheinen, und ziehen als Lichtpunkt über den gesamten Himmel. Satelliten bewegen sich in typischen Flugbahnen, entweder von West nach Ost oder in polarer Richtung, am Himmel, so dass sie relativ leicht von Flugzeugen unterscheidbar sind. Auch die Internationale Raumstation kann am Himmel gesehen werden, allerdings nicht jede Nacht und in manchen Nächten auch mehrmals, wobei sie sich immer von westlicher nach östlicher Richtung bewegt. Sie strahlt deutlich heller als andere Satelliten und Sterne, bei gleichbleibender Helligkeit.
Mehrere Lichter bewegen sich am Himmel
Seit 2019 werden immer wieder mehrere Lichter beobachtet, die in einer Reihe oder wie an einer Perlenschnur aufgereiht über den Himmel ziehen und häufig Beobachter verwirren. Verantwortlich dafür sind die oben bereits erwähnten Starlink-Satelliten, die häufig als Lichterkette ("Starlink-Zug") über den Himmel ziehen. Daneben werden auch mehrere, auch großflächigere, Lichter beschrieben, die sich in einem meist wiederholendem Rhythmus und Muster am Himmel bewegen, oft kreisförmig, wiederholt in einer Richtung oder hin und her. Auslöser hierfür sind Himmelsscheinwerfer, die gerne bei Veranstaltungen, Festivals, Zirkusse, Volksfesten oder Diskotheken eingesetzt werden und bewegliche Lichtstrahlen projizieren. Die Reflexionen an Wolken werden dann als die sich bewegenden Lichter gesehen, wobei nicht immer auch der Lichtstrahl als solcher zu sehen ist. Dies ist immer von der jeweiligen Wetterlage abhängig. Die Lichter erscheinen meist diffus und können auch eine unterschiedliche Färbung aufweisen.
Andere Lichtphänomene am Nachthimmel
Verwandt mit den Himmelsscheinwerfern sind Lasershows, die zu denselben Anlässen eingesetzt werden, und (meist) farbige Lichter und auch Lichtfiguren an den Himmel werfen. Wie auch bei Himmelscheinwerfern, kann auch hier eine größere Entfernung für einen seltsamen Eindruck sorgen. Auch Drohnen können im Schwarm für nächtliche Lichtshows eingesetzt werden.
Wiederkehrende Phänomene im Zusammenhang mit Satelliten sind zum Einen die so genannten Re-Entries (Wiedereintritt ausgedienter Satelliten in die Erdatmosphäre), die ähnlich einem Meteor erscheinen, jedoch deutlich länger am Himmel zu sehen sind und in der Regel aus mehrere Einzelobjekten bestehen. Zum Anderen die so genannten Iridium Flares, die als Reflexion von Sonnenlicht an einem Iridium-Satelliten entstehen und bis zu 20 Sekunden und sehr hell am Himmel aufleuchten. Ebenso auffällig können sowohl Satellitenstarts als auch das sogenannte Deorbiting am Nachthimmel aussehen, wenn die Antriebsdüsen für ein helles Schauspiel sorgen, was beides auch zu UFO-Meldungen führt.
Erscheinungen in der Abenddämmerung und Wolken
Auch wenn man es vielleicht nicht vermutet, so werden auch Kondensstreifen von Flugzeugen von Zeit zu Zeit als UFOs oder zumindest als seltsames Phänomen am Himmel geschildert. Besonders eindrucksvoll sind Kondensstreifen in der Abenddämmerung, wenn sie von der untergegangenen Sonne angestrahlt werden und das Sonnenlicht orange-rötlich reflektieren. Dabei kann der Kondensstreifen auch wie ein Schweif erscheinen, was manche Beobachter auch schon als Meteorit oder abstürzendes Flugzeug interpretiert haben.
Als seltenes Phänomen der Sommernächte, insbesondere Juni/Juli, können über dem nördlichen Horizont sogenannte leuchtende Nachtwolken ("Noctilucent Clouds", NLC) beobachtet werden. Gesehen werden können sie bei guten Bedingungen nach Sonnenuntergang (und nach der Abendämmerung) und vor der Morgendämmerung, wenn die unter dem Horizont stehende Sonne Eiskristalle in der Mesopause, ab 80 km Höhe, anstrahlt bzw. diese das Sonnenlicht reflektieren. Zur Sonnenwende um den 20./21. Juni können NLC ggf. die ganze Nacht gesehen werden, da die Sonne dann die ganze Nacht nicht zu tief hinter dem Horizont absinkt.
Andere flackernde, glühende oder farbige Lichter und Objekte
Neben den Sternen, Planeten und Satelliten, die meist noch relativ leicht zu identifizieren sind, treten auch andere Objekte (nicht nur) in der Nacht regelmäßig in Erscheinung und werden häufig als UFO gemeldet. Himmelslaternen, obwohl inzwischen weitgehend verboten und somit deutlich seltener geworden, werden diese immer noch gelegentlich steigen gelassen und erscheinen gelb bis orange-rot und ggf. flackernd. Je nach Windverhältnissen sind aufgrund des leichten Gewichts abrupte Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen möglich. Die Brennndauer beträgt bis etwa 20 Minuten. LED-Ballons, auch als Alternative zu den Himmelslaternen, sieht man zunehmend, vor allem zu Feiern und Veranstaltungen, überwiegend zu mehreren. Sie erscheinen ein- oder mehrfarbig. Transparente Ballons besitzen meist eine mehrfarbige LED-Illumination. Ggf. kann auch eine LED-Lichtkette am Ballon herunter hängen. Die Leuchtdauer kann bis zu 24 Stunden betragen, die Flugdauer jedoch nur 6 - 8 Stunden. Mikrocopter (Drohnen) finden im gewerblichen und privaten Bereich zunehmend Verwendung, sowohl am Tag als auch in der Nacht, und können als einzelnes Licht oder mit mehreren Lichtern in unterschiedlichen Farben erscheinen, im Schwebeflug oder mit abrupten Flugmanövern. Dabei sind sie weitgehend geräuschlos bzw. nur in relativer Nähe akustisch wahrzunehmen. Größere Modelle (Hexa- oder Octocopter) werden vor allem im kommerziellen Bereich eingesetzt. Folienballons können am Tag als UFOs gemeldet werden. Durch ihre Beschichtung reflektieren sie das Sonnenlicht sehr stark und können hell und auch größer erscheinen, als sie tatsächlich sind. Neben den klassischen, einfachen Formen, wie oval oder rund, finden sich regelmäßig auch ausgefallene Formen und Figuren und sie können auch in unterschiedlichen Farben und Mustern bedruckt sein. Beliebt sind auch Ballons, die Buchstaben oder Zahlen darstellen, ebenso wie Tiere, Comicfiguren oder auch irgendwelche Symbole zu Werbezwecken. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Aus etwas größerer Entfernung können solche Ballons durchaus verwirrend erscheinen. Wetterballons können gewöhnlich tagsüber am Himmel als helle, punktförmige oder runde Objekte beobachtet werden, die sich langsamer als Flugzeuge bewegen. Je nach vorherrschenden Windverhältnissen können Flugbahn und Geschwindigkeit unregelmäßig sein und sich auch abrupt ändern. Zudem verschwinden die Objekte häufig nach kurzer Beobachtungszeit. Wetterballons werden von Wetterstationen auf der ganzen Welt etwa alle 12 Stunden gestartet, teilweise aber nicht täglich.
Aufstiege von Wetterballons auf Sondenjagd (Standorte mit Starts in Deutschland und weiteren europäischen Nachbarländern)
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