Stanton T. Friedman verstorben

Der in der UFO-Szene weltbekannte amerikanische Roswell- und UFO-Forscher Stanton T. Friedman ist im Alter von 84 Jahren, am Montagabend (13. Mai), verstorben. 1934 in New Jersey geboren, begann sich Friedmann Ende der 1950er Jahre, das goldene Jahrzehnt der Fliegenden Untertassen Hysterie, sich mit dem Phänomen auseinanderzusetzen und trat verschiedenen amerikanischen Vereinigungen bei. Ende der 1970er Jahre gehörte Friedman zum Team um Berlitz und Moore, die den Roswell-Zwischenfall von 1947 aus der Versenkung holten und obwohl Friedman die Triebfeder bei den Recherchen war und die Indizien zutage förderte, waren es letztendlich Berlitz und Moores Namen die auf dem vielleicht berühmtesten UFO Buch aller Zeiten „The Roswell Incident“, ragten.

Dennoch schaffte es Friedman in den Jahren danach sich aus der zweiten Reihe ins Rampenlicht der internationalen UFO-Szene zu spielen. Geholfen hat ihm hierbei auch sein akademischer Rang, der ihm, wie bei so vielen Personen mit Titeln oder vertrauenswürdigen Berufen (Polizisten, Piloten...), innerhalb der UFO-Szene den Nimbus des Aufrichtigen einbrachte, ganz egal in welchem Zusammenhang Beruf und Hobby zueinander stehen. Friedman war es auch, der ab 1987 die Majestic-12 Dokumente, nachweisliche Fälschungen, weltweit bekannt machte. Und auch wenn Friedman selbst nichts mit der Fälschung der Dokumente zu tun hatte, schaffte er es nie sich von diesem Skandal zu distanzieren und versuchte Zeit seines Lebens die Dokumente zu verteidigen. 

Bis zuletzt, nach über 50-jähriger Beschäftigung, beharrte Friedman auf einem außerirdischen Hintergrund des UFO-Phänomens, dem er sich ab 1969 quasi "hauptberuflich" durch Bücher und Vortragstouren widmete. Er war zweifelsfrei eine der prägendsten Figuren des UFO Mythos des 20. Jahrhunderts und fast jeder der bekannten us-amerikanischen UFO-Fälle wurde durch sein Zutun zu einem modernen Klassiker des Raumfahrtzeitalters.

Vor 20 Jahren, 1999, führte ufoinfo.de-Mitbegründer Dennis Kirstein für sein damaliges „E.lekT.ronisches  UFO-Magazin“ ein Interview mit Stanton T. Friedman. Hier einige Auszüge daraus:

1. Wie haben Sie einst Interesse am UFO-Phänomen gefunden?

Friedman: 1958, als ich als junger Nuklearphysiker an einem Nuklearflugzeug arbeitete, las ich Captain Edward Ruppelt´s Buch „The Report on UFOs“. Danach las ich noch 15 weitere Bücher, einige von Ihnen waren Müll. Des Weiteren entdeckte ich „Project Blue Book Special Report 14“ an der Universität von Kalifornien in Berkeley, trat der APRO und NICAP bei und besuchte die Abteilung für ausländische Technologie auf der Wright Patterson Air Force Base ein paar Mal. Ich hielt meinen ersten Vortrag 1967 und ich bekam begeisternde Antworten von professionellen Organisationen zu meiner Vorlesung „Flying saucers are real!“, was mich dazu ermutigt hat mich ganz auf das UFO-Phänomen zu konzentrieren und aus meiner anderen Tätigkeit als Nuklearphysiker auszusteigen. Bis heute hielt ich über 700 Vorträge in 15 Ländern, schrieb mehr als 70 Artikel, dazu 2 Bücher und machte mehrere Videos und später auch eine CD-Rom. Die steht alles auch in meinem Buch „Top-Secret/Majic“.

 

2. Glauben Sie an die Existenz von UFOs? Falls ja, was steckt in Ihren Augen hinter dem Phänomen?

Friedman: Jeder wird mir zustimmen, dass es UFO-Sichtungen gibt und die meisten Sichtungen sich als Identifizierte fliegenden Objekte erweisen. Die Frage muss deshalb lauten: Sind eine UFOS intelligent gesteuerte, extraterrestrische Raumschiffe? Meine Antwort darauf ist: Ja. Die Beweise sind überwältigend, dass einige UFOs fremde (außerirdische) Raumschiffe sind. Viele sind es aber auch nicht. Ich bin ein Nuklearphysiker, glaube ist nicht meine Aufgabe. Fakten, Daten und Beweise sind das Material, mit dem ich mich in vielen meiner Artikel befasse. Einige UFOs sind fremde (außerirdische) Raumschiffe. Der Rest teilt sich, nach der Untersuchung der Fälle, in alle Arten von identifizierbaren Objekten ein.

 

3. Was macht den Roswell-UFO-Absturz so glaubwürdig für Sie?

Friedman: Mehr als 20 Jahre detaillierter, teurer und zeitaufwendiger Untersuchung des Falles hat mich davon überzeugt. Ich bin besonders beeindruckt von der hohen Qualität des militärischen Personals wie General T.J. DuBose, Major Jesse Marcel und Lt. Haut. Und die vielen anderen genauso wie z.B. Loretta Proctor, Dr. Jesse Marcel jr., Judd Roberts, Bill Brazel jr. Etc., wie ich in meinem Buch „Crash at Corona“ beschrieben habe.

 

4. Was ist dann ihre Meinung zur offiziellen Erklärung „Projekt Mogul“ hinter dem Roswell Zwischenfall?

Friedman: Wie in meinem 28 Seiten langen Artikel „The Roswell Incident, the USAF and New York Times” beschrieben, halte ich die Mogul Erklärung für absoluten Schwindel und von der US Air Force erfunden. Die Beweise für Projekt Mogul passen nicht.  Ein Beispiel: Die Air Force behauptet die Wrackteile wurden am 14. Juni 1947 entdeckt. Meine Recherchen aber ergaben Anfang Juli 1947, über 2 Wochen danach.

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