Seit letzter Woche steht der „Disclosure Day“ im Mittelpunkt medialer Berichterstattung, womit aber nicht das neue Release mit UAP-Akten gemeint ist, sondern der neue Film von Steven Spielberg. Das neue UAP-Release des Pentagons schlägt sich ebenso in den Medien nieder, das diesmal auch private Videoaufnahmen enthält. Auch die zweifelhafte „Alien“-Aktion der US-Regierung ist weiter Thema. Eine realistischere Einordnung zeigt Hürden interstellarer Raumfahrt auf und Planeten am Himmel zeigen sich als Auslöser für UFO-Meldungen.

Drittes Pentagon-UAP-Release: Mehr Material, weiter keine eindeutige Evidenz
Am 12. Mai wurde die dritte Tranche an UAP-Akten vom US-Pentagon freigegeben, wozu es dann auch Berichte in den Medien gab. Insgesamt findet dieses Thema aber eher wenig Widerhall in deutschen Medien. Wie schon in den Wochen davor sind es vor allem ausländische Medien, die in deutschsprachigen Beiträgen das Thema aufgreifen. Die aktuellen berichte heben die im neuen Release enthaltenen privaten Videoaufnahmen hervor, auf denen auch diverse leuchtende Lichtkugeln zu sehen sind, die sehr an die bekannten Himmelslaternen erinnern. Ebenso ein Bericht über ein älteres Ereignis über Harare findet sich. Der Tenor bleibt gleich: Viel neues Anschauungsmaterial, aber weiterhin keine belastbare Evidenz für eine (bestimmte) anomalistische Natur.
Quellen: Vietnam.vn | Vietnam.vn
Zwischen UAP-Faszination und Physik-Realismus
Einen sachlichen Gegenpol zu UFO/UAP-Spekulationen setzt ein Beitrag, der anlässlich aktueller Videos die physikalischen Voraussetzungen einer tatsächlichen interstellaren Reise zu analysieren versucht: Extreme Distanzen, enorme Energieanforderungen, Probleme von Beschleunigung und Abbremsung, Strahlung, Treffer durch Weltraumstaub und die Grenzen bekannter Antriebstechnologien. Zwar verbietet kein bekanntes Naturgesetz interstellare Reisen, doch die praktischen Hürden sind so groß, dass außerirdische Besuche auf Basis heutiger Physik als äußerst unwahrscheinlich erscheinen.
Quelle: daswetter.com
„Disclosure Day“: Das Alien-Thema wandert in den Mainstream
Ganz im Fahrwasser des UAP-Hypes und der aktuellen Aktenveröffentlichungen schwimmt der neu erschienene Kinofilm von Steven Spielberg „Disclosure Day“ als politisch aufgeladenes Science-Fiction-Stück, das Empathie gegen gesellschaftliche Entmenschlichung stellt. Bemerkenswert ist insgesamt weniger die Filmhandlung selbst als ihre Funktion im Diskurs: Aliens erscheinen hier nicht bloß als Unterhaltung, sondern als Projektionsfläche für Fragen nach Wahrheit, Transparenz, Kontaktbereitschaft und gesellschaftlicher Reaktion. Wenig überraschend outet sich Spielberg dabei auch selber als überzeugt von Besuchen Außerirdischer auf der Erde. Seine Präferenz hinsichtlich Außerirdischer zeigte sich bereits in früheren Filmen wie Unheimliche Begegnung der dritten Art und ET. Im erstgenannten Film und dem neuen werden auch bekannte Motive und Narrative der UFO-Thematik verarbeitet.
Den Film zum Anlass nimmt ein Interview mit Prof. Hakan Kayal, der als Wissenschaftler an der Uni Würzburg auch am Thema UAP mit einem eigenen Projekt forscht. Kayal differenziert darin zwischen ernstzunehmenden Anomalien, fehlenden belastbaren Daten und der Möglichkeit außerirdischen Lebens. Hier sollte eine noch deutlichere Differenzierung zwischen den reinen Beobachtungen und Spekulationen oder Theorien zu exotischen Ursachen oder außerirdischen Lebens stattfinden.
Quellen: WELT | RND | Blick | Prisma
„Alien“ als politischer Kampfbegriff
Auch die fragwürdige Aktion der US-Regierung im Zusammenhang mit illegalen Ausländern („Aliens“) ist weiter ein Thema. So wird mittels Science-Fiction-Ästhetik gegen irreguläre Migration mobilisiert. Der aktuelle Beitrag zeigt, wie eine Art UFO-/Star-Wars-Bildsprache zur Entmenschlichung von Migranten eingesetzt wird.
Quelle: ZDFheute
UFO-Tourismus in Mexiko
So genannte „UFO-Hotspots“ werden an mehreren Orten auf der Erde verortet. Je nach Bekanntheitsgrad werden solche Hotspots auch touristisch vermarktet, so bspw. ein solcher Ort bei der mexikanischen Stadt Tepoztlán, der als ein solcher, allerdings eher inoffizieller, UFO-Hotspot gilt. Dort werden inzwischen sogar Touren angeboten, die Besuchern mit etwas Glück ein eigenes UFO-Foto in Aussicht stellen. Der Bericht dazu zeigt auch das eine und andere Video, das solche UFOs zeigen soll, die aber von einem Forscher-Kollegen sachlich eingeordnet werden.
Quelle: RTL
Planeten als UFO-Auslöser
Neben UAP-Akten und Disclosure-Thema sind es regelmäßig ganz alltägliche Phänomene, die UFO-Meldungen auslösen. Darunter immer wieder Sterne und Planeten, die je nach Jahreszeit und Position für Aufregung sorgen. So gab es in Hildesheim zahlreiche Nachfragen besorgter oder neugieriger Beobachter, die wissen wollten, was derzeit über Hildesheim am Himmel zu sehen sei. Die astronomische Einordnung: Besonders Venus und Jupiter fallen derzeit so markant auf, dass sie leicht als ungewöhnliche Objekte oder vermeintliche UFOs fehlgedeutet werden können. Daneben hat eine Fotografin über Wien ein schönes Wolkenfoto gemacht, das sie aufgrund der Form mit „Noch Wolke oder schon UFO“ betitelte. Tatsächlich sind UFO-Meldungen aufgrund derartiger untertassenförmiger Wolken höchst selten.
Quellen: Hildesheimer Allgemeine | MeinBezirk
Aktueller Hinweis
Vor Kurzem wurde das 3. Release der UAP-Akten vom US-Pentagon freigegeben, Auch dazu wird in Kürze eine kleine Info auf dem Blog erscheinen.
